Von der Großstadt in die Berge

16 09 2011

Ja ich weiß, wir haben uns schon wieder länger nicht gemeldet. Aber wir hatten auch einiges zu tun. Ich kann euch sagen, auf so einer Reise muss man manchmal ganz schön spontan sein!

Aber erst mal zu unserem nächsten Ziel, wir haben es ja quasi schon angekündigt. Die wohl modernste Stadt unserer Reise, das verrückte Hongkong. Zwischen den riesigen Wolkenkratzern und bunt blinkenden Schildern halten wir uns aber nur einen Tag auf. Diesen verbringe ich leider komplett im Hotelzimmer mit Fieber. Jaja, die Gesundheit! Eins können wir euch garantieren, wir haben in jedem unserer asiatischen Zielländer das Gesundheitssystem ausreichend getestet! 😉 (Und Schuld war nicht das Essen!!!) Das ist auch einer der Gründe warum wir unsere Route aufs Neue ändern mussten. Aber das haben wir ja in den letzten Monaten gelernt, die Pläne gehen nicht immer auf, doch meist kommt am Ende trotzdem etwas Gutes bei raus!

Hongkong in einem Tag heißt also Sebs Programm und er hat es sehr ernst genommen! Zum Glück waren wir aber schon einmal hier, als Jochen noch ein Hongkonger Jung war… 😉 Deshalb weiß Seb auch schon genau wohin und “erledigt“ auch in der stehenden Heißluft der Stadt das Touriprogramm mit Bravour! Von Hongkong aus gehts dann mit einem Tagflug anstatt wie sonst mit dem Nachtbus ins schöne London! 12 Stunden Flug, das ist ja gaaaarnix! 😉

So kommen wir unserer nächsten Station schon etwas näher, denn nur noch ein Flug trennt uns von der schönen Saar-Obermosel-Region. Nach 24 Stunden Reise erreichen wir also den gemütlichen Weinort Oberemmel. Hier ist das Klima ganz anders! Gott sei Dank brennt aber schon der Ofen in unserer Unterkunft als wir ankommen! Auch wenn die Temperaturen nicht mit Asien mithalten können, die Sonne lacht auch hier und die Landschaft ist ebenso grün und saftig!

Wir erkunden also die Gegend mit einem kleinen roten Peugeot und können uns gar nicht satt sehen an den leuchtend grünen Weinbergen an den steilen Hängen der Saar. Das müssen wir mal live erleben und schwups, stehen wir mitten im Wingert und sind am Traubenlesen! Das ist doch mal Kultur pur! ;-D

Außerdem hat diese Region noch gemütliche Weingüter und Fassdauben, schnuckelige Dörfer und sogar eine Saar-Burg zu bieten! Ganz zu schweigen von all den netten Menschen die wir hier treffen. Sie geben einem das Gefühl schon ewig dazu zu gehören… Wie an den anderen vielen schönen Plätzen die wir in der Welt besucht haben, fühlen wir uns hier sofort wohl oder sogar zu Hause? Auf jeden Fall können wir sagen dass auch dieses Fleckchen Erde einen Besuch wert ist, und wir gehen dieses Mal sogar noch ein bisschen weiter: Hier könnten wir bleiben!

Als nächstes geht die Reise dann in die älteste Stadt Deutschlands, in das von den Römern gegründete Augusta Treverorum (heute Trier) und dann auch schon wieder in ein neues Land, das kleine Luxemburg mit seiner schönen, gleichnamigen Hauptstadt! Aber das… ist wieder eine andere Geschichte!

😉

Viele Grüße von euren Weltreisenden,

Seb und Ela

PS: Nein, niemand ist schwanger und wir sind auch noch nicht verrückt geworden! 😀



Ab in den Norden!

31 08 2011

Wie, wann und wo? Am besten mit dem Zug und möglichst bald und wenn es geht nach Chiang Mai. Geht aber nicht sofort, die nächsten freien Nachtzugplätze gibt es erst in zwei Tagen. Also wieder zwei Tage in Bangkok, kein Problem! Auch wenn die Stadt nicht schön ist, langweilig wird einem hier sicherlich nicht und außerdem fehlt uns ja noch eine Kleinigkeit auf unserer Asien To do-Liste, der Thai-Kochkurs! Angebote gibt es jede Menge und der Spaß ist für europäische Verhältnisse auch günstig. Zuerst gehts natürlich auf den Markt, die Zutaten für den Wok müssen ja noch eingekauft werden. Unser „chef de cuisine“ heißt Mai Lee und wir stellen fest, dass sie nicht nur kochen kann sondern auch noch ausgebildete Tänzerin und Sängerin zu sein scheint. Letzteres dann leider auch zu meinem Bedauern denn sie singt nicht gerne alleine. So wird nicht nur der Kochlöffel geschwungen sondern auch der ein oder andere thailändische Küchenhit rausgeschmettert! „Sep, sep, sep, sep…! “ Zum Glück kommt das Kochen bei dem ganzen Unterhaltungsprogramm nicht zu kurz und am Ende gibt es auch noch das passende Kochbuch zu all den leckeren Gerichten. Ihr könnt euch also bald auf kulinarische Hochgenüsse freuen…wenn sich da mal einer nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hat?!? 🙂 Die restliche Zeit in Bangkok verbringen wir wie gewohnt mit Märkten, gutem Essen und unseren neuen Begleitern, Arturo und Cristina aus Barcelona.

Zu viert geht es dann auch mit besagtem Nachtzug nach Chiang Mai. Bis auf die vier Stunden Verspätung und die Notwendigkeit zwei Stunden vor der Ankunft in den Bus umsteigen zu müssen, ist alles wie immer. Chiang Mai ist nicht nur eine gemütliche Stadt im Norden Thailands, hier befinden sich auch die höchsten Berge des Landes und das macht die Region in der Nähe des Goldenen Dreiecks zu einem beliebten Wandergebiet. Wir buchen gemeinsam eine Tour über drei Tage und freuen uns darauf, wieder aktiv zu werden. In Asien kommt das immer ein bissl zu kurz, aber es ist ja auch mörrrrderrrrheiß hier… 😉

Wir wandern abwechselnd durch Wälder und Reisfelder, hoch und nieder, immer wieder! Abends steuern wir fast wie in den Alpen ein kleines Hüttchen an, unser Guide Pong kocht für die müden Krieger und es gibt trotz fehlendem Strom und Warmwasser ein kaltes Bier! Da will Mann nicht klagen… 😉 Da unsere Beine am letzten Tag immer schwerer werden, bekommen wir dickhäutige Verstärkung. Wir reiten auf dem Rücken eines Elefanten durch die herrliche Berglandschaft und können nur darüber staunen, wie es diese Tiere schaffen auf den schlammigen Wegen und dem ganzen auf und ab nicht ins rutschen zu geraten. Zur Belohnung gibt es natürlich immer fleißig ein Banänchen, gut gemacht Dicker! Zum Abschluss einer jeden Tour gehört auch ein kleines Raftingabenteuer, allerdings nicht wie gewohnt im Schlauchboot sondern mit einem Gefährt, dass den Namen Boot nicht wirklich verdient, es wurden nämlich nur ein paar Bambusrohre aneinander befestigt und ab geht die gute Fahrt! Ein Heidenspaß können wir euch sagen und so gehen drei wirklich schöne Tage zu Ende…

Zurück am Abend in Chiang Mai gönnen wir uns zuerst ein leckeres Abendessen beim Italiener…ja, ja, ich weiß was ihr jetzt denkt…oohh die Damen und Herren, beim Italiener?!?….ist ihnen das asiatische Essen nicht mehr gut genug?!? Die Antwort ist schlicht und einfach:“Ja!“ 🙂 Nee, im Ernst, irgendwann ist eben auch mal gut mit Reis, Suppe oder Nudeln. Das abendliche Verwöhnprogramm war damit allerdings noch nicht beendet, denn die anschließende Massage hatten wir uns schließlich verdient, oder?

Von unserem nächsten Reiseziel haben wir euch dieses Mal nur ein paar Bilder angehangen, vielleicht weiß jemand von euch ja die Lösung und dann sogar ein wenig mehr… 🙂

Grüße in die Heimat und bis die Tage,

Ela und Seb



Lass dich überraschen…

24 08 2011

Wir haben im Laufe letzten Jahres ja schon gelernt dass nicht immer alles so kommt wie man das grob geplant hat, aber das ist ja auch das Schöne wenn man so lange reist, man hat so gut wie keine Verpflichtungen. Deshalb haben wir auch spontan unsere Route ein bisschen geändert. Nach Siem Reap sollte es in den Norden Kambodschas gehen und von dort aus nach Laos. Aber als wir nachgelesen haben was uns im Norden Kambodschas erwartet, waren wir nicht so Feuer und Flamme. Das ist nämlich leider auch ein Nachteil einer langen Reise, viele Dinge hat man einfach schon gesehen und man wird ein bisschen entdeckungsfaul! Also haben wir uns für den leichteren Weg entschieden und sind jetzt, Überraschung…schon wieder in Bangkok, Thailand!

Aber halt, erst mal haben wir ja noch einen letzten Zwischenstopp in Kambodscha gemacht, und zwar in Battambang. Das ist ein Ort, der vor allem für eines bekannt ist, nämlich seinen Bamboo-Train, den Bambuszug der aussieht wie ein Floss auf Schienen! Da Christina sich aber vor ein paar Monaten fast von diesem “Zug“ gestürzt hat, weil sie ihn so be…scheiden fand, hatten wir den Ort eigentlich von der Route gestrichen. 😀 Als wir jetzt doch auftauchten, erklärten uns erst einmal sämtliche Tuk-Tuk Fahrer dass 95% der Touristen nur wegen dem besagten Zug nach Battambang kommen, den wir ja gar nicht erst sehen wollen! Naja, dann gehören wir eben zu den 5%, und machen etwas das sonst weniger Leute machen: Wir besuchen ein Weingut in Kambodscha! Ja, ihr habt richtig gehört, aber es ist nicht nur ein, sondern auch das Einzige Weingut in Kambodscha und nachdem wir den Wein probiert haben, wissen wir auch warum das so ist… unserer Meinung nach wird es auch das Einzige bleiben! 😉  Außerdem machen wir noch eine Tour zu den Tempeln rund um Battambang und die sind vor allem wegen ihrer Lage und dem Ausblick auch nicht zu verachten.

Und weil es ja der letzte Tag ist in Kambodscha, will vor allem ich mich doch nochmal so richtig nach Khmer-kultur kleiden. Also ab in eines der billigen Fotostudios hier und rein in die Khmer Klamotten! Nach dem Styling fühle ich mich zwar eher wie eine Khmer-Barbie, aber es war trotzdem eine witzige Sache! 🙂

Grundsätzlich müssen wir sagen dass uns die Zeit in Kambodscha sehr gut gefallen hat. Natürlich ist es eines der ärmeren Länder Asiens und das merkt man an jeder Ecke. Überall wird gebettelt, Kinder fragen nach den Resten auf deinem Teller wenn man selbst was liegen lässt weil man einfach satt ist, und man sieht unendlich viele Minenopfer der letzten Jahre. Aber trotzdem hat dieses Land noch seinen ursprünglichen Charme, die Menschen strahlen meist über das ganze Gesicht und lachen auch einen Touristen einfach mal so an, ohne ihm gleich etwas verkaufen zu wollen. Tuk-Tuk-Fahrer versuchen nicht ständig ihre Gäste übers Ohr zu hauen und erzählen gerne vom eigenen Leben. In Siem Reap wird man natürlich überrannt von Verkäufern an jeder Ecke, aber trotzdem sind sie weniger unverschämt als ihre Kollegen in anderen Ländern. Wir glauben dass es nur eine Frage der Zeit ist bis das sich ändert, aber im Moment kann man Kambodscha wirklich noch unbeschwert entdecken!

Jetzt ist aber wieder Thailand an der Reihe, diesmal der Norden. Aber über den berichten wir dann beim nächsten Mal…

Viele Grüße,

Seb und Ela



Angkor what?!?

18 08 2011

Wir lassen Phnom Penh hinter uns und nutzen zum letzten Mal auf unserer Reise die Möglichkeit von Strand und Meer. Sihanoukville ist Kambodschas Strandbad und nur knappe fünf Busstunden von Phnom Penh entfernt. Wir finden schnell einen gemütlichen kleinen Bungalow für umgerechnet 2,50 Euro pro Person! und genießen einfach mal wieder das Nichtstun. Wenn das Wetter mitspielt, geht´s nachmittags an den Strand und wenn nicht…dann eben nicht, auch egal! 😉 Abends gönnen wir uns meistens ein leckeres Fischbarbecue direkt am Strand und beenden den wieder mal ziemlich stressigen Tag mit einem leckeren Bier vom Fass…herrlich! Diese entspannte Atmosphäre ist dann auch der Grund, warum aus den geplanten drei Tagen sechs Tage werden und bei unserer Abreise sind wir der Meinung, dass wir es hier sogar noch etwas länger ausgehalten hätten. 😉

Egal, der Reiseakku ist wieder aufgeladen und es kann weitergehen. Unser nächstes Ziel ist ja auch nicht irgendein Ort, sondern Kambodschas Sehenswürdigkeit schlechthin, die Tempel von Angkor!

Siem Reap ist die Stadt bei den Tempeln und hier schlagen wir unser Basislager für die nächsten Tage auf. Den von vielen Leuten erhaltenen Tipp sich für die Tempel mehrere Tage Zeit zu nehmen, nehmen wir dankbar auf und besorgen uns das Ticket für drei Tage. Das Königreich von Angkor drückte Kambodscha über mehr als 600 Jahre seinen Stempel auf und die Kambodschaner sind bis in die heutige Zeit zu Recht stolz auf das reiche kulturelle Erbe ihrer Vorfahren. Unzählige Tempel und weitere meist religiöse Stätten verteilen sich um Siem Reap und wir leihen uns ein Fahrrad um uns einen ersten Überblick zu verschaffen. Nicht nur die verschiedenen Tempel sind wirklich sehenswert, auch die umliegende Landschaft in sattem Grün ist traumhaft schön! Wir fühlen uns an diesem Tag ein wenig wie die Entdecker einer vergessen Welt. 🙂

Am nächsten Morgen wechseln wir dann unseren fahrbaren Untersatz. Um viertel vor fünf! in der Früh wartet bereits unser Tuk-Tuk Fahrer Rali (oder so ähnlich) und fährt uns zum Tempel aller Tempel, Angkor Wat. Ein Sonnenaufgang vor dem größten religiösen Bauwerk der Welt soll ein einmaliges Erlebnis sein. An diesem Tag scheint die gute Sonja allerdings nicht aus dem Bett zu kommen denn es regnet in Strömen. Außerdem kann man sich ja vorstellen, dass wir nicht die Einzigen waren, die diese tolle Idee hatten. Was soll´s, der Regen und die morgendliche Dämmerung haben manchmal eben auch etwas Mystisches und obwohl wir wirklich beeindruckt von Angkor Wat waren, unsere Favoriten haben wir woanders gefunden. Denn nicht nur die Bauten an sich, sondern auch die Lage einiger Tempel inmitten von Wäldern und Dschungel sind eine Reise wert. So entdecken wir viele kleinere Orte fast für uns alleine und warten immer wieder darauf, dass Harrison Ford als Indiana Jones um die Ecke gesprungen kommt. Tatsächlich wurden rund um die Anlagen zwei dieser Filme gedreht.

Auf einen dritten Tag in Angkor verzichten wir aber dann, Diagnose Tempelmüdigkeit! Naja, vielleicht auch einfach ein bissl Faulheit. 🙂 Wir lassen unser kleines Angkorpedal etwas anders ausklingen und zwar mit einer Seeing Hand Massage. Die ausgebildeten Masseure sind blind und genau deshalb sitzt dann eben auch jeder Handgriff, eine wirklich tolle Erfahrung!

Das war es mal wieder von uns, jetzt seid ihr wieder dran. 😉

Viele liebe Grüße aus Kambodscha,

Ela und Seb



Bootsfahrt in fremde Welten

9 08 2011

Erst einmal müssen wir noch kurz auf die Seidenraupen zurückkommen.

Eigentlich hat Socke gewonnen, denn richtig ist dass die Raupe sich einen Kokon baut, und von diesem Kokon wird dann der Faden abgewickelt aus dem später Seide gewebt wird. Da sich die Raupe aber noch im Kokon befindet wird der mit Inhalt vorher gekocht und diese Dämpfe können wir euch sagen, haben uns die Seidenlust definitiv verdorben! 😉

Aber weiter geht die Sendung mit der Maus im Mekong-Delta: Viel Wasser, viel Reis (immerhin 50% der ganzen Landesproduktion) und wenig Leute. So ungefähr habe ich mir das vorgestellt! Auf unserer 3-Tagestour sieht das aber teilweise anders aus. Hauptsächlich sitzen wir in Motor- oder Ruderboten und erkunden schmale, palmengrüne Seitenarme des Mekong, hier und da eine Anlegestelle einer Kokosbonbonfabrik oder eines Gartens mit tropischen Früchten. Außerdem lernen wir wie die Lehmsteine zum Hausbau hergestellt werden. Wir schippern zu schwimmenden Dörfern und Märkten und können gar nicht fassen wie sich das Leben der Menschen ganz um den Mekong dreht. Hier wird gewaschen, gebadet, gefahren und gehandelt, aber gleichzeitig auch auf Toilette gegangen, alles in einem Fluss. Und hier leben neben den Menschen und Fischen auch Schweine, Hühner und Hunde, alle auf dem Wasser! Uns reicht ein Besuch, ein Leben hier kann man sich als Europäer kaum vorstellen, auch wenn die schwimmenden Häuschen mit ihren Hängematten vor der Tür ganz gemütlich aussehen! 😉

Mit dem Bus gehts durch die weite Landschaft mit unzähligen Brücken über den Mekong. Geschützt vor den starken Regengüssen erreichen wir so die größeren Städte des Deltas wo wir übernachten. Hier ist dann alles wieder ganz normal (also auf asiatisch) und sieht gar nicht mehr nach Mekong Delta aus. Aber wir brauchen den Mekong noch, denn wir tuckern diesmal auf dem Wasserweg über die Grenze nach Kambodscha. Die Grenze passieren wir ohne Probleme und finden uns wieder in einer neuen Welt!

Die Menschen sind dunkler, wirken fast ein bisserl indisch. Die Kleidung ist anders, die Frauen tragen Röcke statt der bunten vietnamesischen “Schlafanzüge“. Erst einmal gibt es für unseren Bus nach Phnom Penh noch gar keine Straße und als wir doch geteerten Untergrund erreichen, breiten sich am Straßenrand kilometerlang Maiskörner aus, die gerade geerntet und getrocknet wurden. Mais statt Reis! Zumindest in diesem Landesteil.

In der Stadt kann man sich gar nicht satt sehen an all den Tempelanlagen, die uns an die in Bangkok erinnern. Dazu gehören natürlich auch die orange leuchtenden Mönche, die mit gelben Schirm und Aktentasche bewaffnet durch die Straßen wandern, oder auch mal ganz modern, auf dem Roller durch Phnom Penh gefahren werden. 😀 Neben diesen traditionellen Dingen finden wir hier aber auch Überraschendes! Es gibt eine echte Promenade am Fluss, wo abends Gymnastik zu lauter Musik gemacht wird, oder Fußballspieler von jung bis alt ihr Können beweisen.

Etwas Respekt haben wir vor der Armut im Land, aber hier in PP sieht man noch keinen großen Unterschied zu Vietnam. Die bettelnden Kinder gibt es hier natürlich auch und viele Opfer aus der dunklen Zeit des Landes. Leider kann man aber wirklich nicht jedem helfen und wir machen unsere eigenen Regeln bei wem es besonders sinnvoll ist etwas zu spenden. So schwer es ist, die Kinder gehören meist nicht dazu, weil nicht weit entfernt oft ein Elternteil steht und abkassiert…

Die grausame Herrschaft der Roten Khmer zeigt eben auch heute noch ihre Folgen, schließlich ist sie erst seit 32 Jahren vorbei. Pol Pot, der Diktator dieser Zeit, hat es geschafft Phnom Penh innerhalb von 3 Tagen völlig leerräumen zu lassen. Die ganze Stadt! In den knapp 4 Jahren seiner Herrschaft sind mindestens 1,7 Mio. Kambodschaner umgebracht worden. Natürlich gehört auch diese Seite zu unserem Sightseeing der Stadt, auch wenn ich froh war als ich wieder an Mönche und Tempel denken konnte…

Nach so viel Schrecken gönnen wir uns mal wieder eine Auszeit, und ihr könnt dreimal raten wo… am Strand!

Bis dahin, allerliebste Grüße aus Cambodia!

Seb und Ela

PS: Vielen Dank fuer die Glueckwuensche zum Saisonstart meiner Borussia! Da wir letzte Saison auch mit einem 6:3 in Leverkusen gestartet sind, halte ich mich dieses Mal bedeckt 🙂



Born to be wild!

4 08 2011

Hört sich komisch an, oder? Aber so fühlt man sich wirklich wenn man auf dem Rücksitz eines Easy Riders durch die Landschaft Vietnams kutschiert wird. Das mit dem Easy Rider ist auch nicht erfunden, denn so nennt sich nämlich eine Gruppe von knapp 80 Motorradfahrern die einem mit ihrem Zweirad die Landschaft rund um die ehemalige französische Bergstation Da Lat zeigen. Das etwas mildere Klima auf knapp 1.500 Meter Höhe nutzen die Einwohner zum Anbau von allem möglichen Grünzeug, also Gemüse in allen Variationen, auch ein wenig Obst und jede Menge Blumen! Unsere Nachbarn aus dem Tulpenland müssen sich da in den kommenden Jahren warm anziehen…! 😉

Doch nicht nur Grünzeug hat diese Region zu bieten. Wir besuchen eine Seidenfabrik…ach da fällt mir gerade wieder ein, dass ihr gar nicht wissen wollt woraus Seide gemacht wird?!? Wir wussten es nicht so genau und wir sind gespannt ob es jemand von euch weiß? Also einfach mal wieder einen Kommentar schreiben, ist ja auch schließlich ziemlich ruhig geworden… 🙂 …ok Theis du bist die Ausnahme, bevor wir wieder einen auf den Deckel bekommen. Landschaftlich kann die Gegend zwar nicht mit Sa Pa im Norden mithalten, dass hätten wir eigentlich erwartet, aber die Elefantenwasserfälle waren dann doch noch der Knaller!

Trotzdem sind wir der Meinung, dass wir an diesem einen Tag eigentlich alles gesehen haben und so gehts nach zwei Nächten auch schon wieder weiter. Die Busfahrt nach Saigon…äh…Ho Chi Minh Stadt zieht sich ewig aber nach gut acht Stunden kommen wir dann doch noch an. Saigon, eine Stadt die wir alle kennen und irgendwie aber auch wieder nicht. Mit über fünf Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes, aber doch nicht Hauptstadt. Sie war es einmal, aber das war vor dem Vietnamkrieg. Trotzdem ist die Stadt weiterhin das wirtschaftliche Zentrum des Landes und auch gerade wegen seiner jüngeren Vergangenheit sehr interessant. Am 30. April 1975 nimmt das kommunistische Nordvietnam die Stadt ein und beendet somit den fast 17 Jahre dauernden Vietnamkrieg. Im ehemaligen Präsidentenpalast scheint die Zeit seit diesem Datum stehen geblieben zu sein und das um die Ecke liegende Kriegsrestemuseum zeigt einem deutlich die Schrecken und das Elend dieses Krieges. Die für uns beste Formulierung hierzu fand ein amerikanischer Soldat, der dem Museum seine Verdienstorden aus dem Vietnamkrieg zur Verfügung stellte: „ I´m sorry, i was wrong!“

Trotzdem fahren wir am nächsten Tag zu den Tunneln von Cu Chi. Dieses über 200 km lange Tunnelsystem wurde bereits während des Indochinakrieges gegen die Kolonialmacht Frankreich angelegt und im Vietnamkrieg stetig erweitert. Es ermöglichte dem Vietcong die Kontrolle eines großen Gebietes nur 30 km entfernt von Saigon. Bodenoperationen führten bei den Amerikanern zu großen Verlusten und die darauffolgenden Bombardements aus der Luft machten dieses Gebiet zum meist bombardierten, beschossenen, begasten und verwüsteten Gebiet der Kriegsgeschichte. Wir haben die Möglichkeit Teile dieses unterirdischen Systems zu besichtigen und obwohl die Tunnel für uns Touristen auf das Doppelte vergrößert wurden, sind wir froh nach knapp zehn Minuten wieder an der frischen Luft zu sein!

So, jetzt aber genug vom Krieg…wir nutzen die letzten gemeinsamen Tage in Saigon zum bummeln, einkaufen und natürlich zu einer letzten schönen Massage. Vier Euro für eine Stunde Ganzkörpermassage, da kann man nicht meckern! Für Rebecca und Jochen heißt es dann auch leider Abschied nehmen, denn die gemeinsamen drei Wochen sind schon wieder vorbei. Wir hoffen dass ihr wieder gut zu Hause angekommen seid? Für uns geht die Reise am nächsten Morgen aber auch schon weiter. Zum Abschluss unserer Vietnamreise gehts ins Mekong-Delta, der Reisschale Vietnams wie unser Reiseführer sagt. Außerdem ist das für uns die Möglichkeit über eben diesen Mekong und dessen zahlreichen Nebenflüssen per Boot nach Kambodscha einzureisen, aber dazu später mehr…

Viele Grüße in die Heimat,

Ela und Seb



Mit dem Bus in Richtung Süden…

29 07 2011

Obwohl uns der Nachtzug hier ja wirklich gut gefallen hat, entscheiden wir uns für die weitere Reise wieder für den Bus. Der Open Tour Bus soll uns in den nächsten Wochen bis nach Ho-Chi-Minh-City (Saigon) bringen, an der ganzen Küste entlang quasi als Hop-on-hop-off und für gerade mal 55$. Aber schon bei unserer ersten Fahrt mit diesem Schnäppchen bereuen wir die Sparsamkeit fast schon wieder… im Bus gibt es 3 Reihen von jeweils 2 Hochbetten nebeneinander. Da es ein Schlafbus ist, kann man auch gar nicht sitzen, und wenn man sich legen will, hat man als Europäer wirklich Probleme die Beine und Füße irgendwo unterzukriegen (und wir 4 sind nun nicht gerade bekannt für unsere Körpergröße!). Die Matratze ist mehr als nur dünn und die Federung des Busses scheint mal zu fehlen und mal hüpft man so doll dass man träumt zu fliegen… naja, wir überstehen auch diese Stunden mit all ihrem Hupen und kommen gut in Hue an. 😉

Hier besuchen wir gleich die Zitadelle, die ehemalige verbotene Stadt umgeben von einer Stadtmauer und Stadtgraben usw. Die Sonne brennt vom Himmel und hinter den Mauern steht die Luft. Wir wandern durch die unbewohnte Stätte und können doch immer nur an eines denken, die nächste Möglichkeit auf ein Kaltgetränk!

Dieses Gefühl verstärkt sich am Nachmittag, wo wir auf der Suche nach dem Markt die eine oder andere Straße falsch abbiegen und so die weniger touristischen Teile Hues zu Gesicht bekommen. Die schmalen Straßen sind allerdings voller Leben und so freundlich sind wir noch nirgends begrüßt worden, wie hier an jedem Haus. Trotzdem ist unser Weg uns nicht geheuer und wir gehen zurück, gefühlt meilenweit! 🙁

Nach so viel Sport nehmen wir uns am nächsten Tag ein Boot um uns zu Tempeln und Pagoden schippern zu lassen, allerdings sind wir die einzigen Gäste und deshalb auch ganz alleine den Verkaufsversuchen der Bootsherrin ausgesetzt. Das ist schon anstrengend und man will ja auch nicht gemein sein uns nichts kaufen, wenn man sieht wie die ganze Familie auf diesem Boot nicht nur arbeitet, sondern auch wohnt! Naja, am Ende haben wir alles gesehen was Hue zu bieten hat und freuen uns auf Hoi An, den nächsten Stopp!

Hier erwartet uns eine ganz andere Welt! Eine weitaus touristischere Welt, keine Frage, aber auch (oder deswegen) eine viel schönere! Hoi Ans Altstadt ist Weltkulturerbe und die schmalen Straßen werden eingerahmt von hell gelben Kolonialvillen mit dunklen Holztüren und üppigen Pflanzen. Außerdem wird jedes Haus von Lampen und bunten Lampions in Szene gesetzt und abends schwimmen auf dem Fluss leuchtende Figuren und Kerzenlichter. Die Straßen bestehen aus Souvenirläden („Können wir nur mal ganz kurz hier rein?“), Restaurants, französischen Cafés und natürlich Schneidereien. Denn auch dafür ist Hoi An bekannt, die meisten Schneidereien in ganz Vietnam und natürlich die besten Preise! Hier wird also vermessen, designt und beraten und – schwups, hat man einen (!) Tag später einen neuen Anzug, maßgeschneidert. In unserem Fall hat vor allem Seb das ausgenutzt und strahlt jetzt in gleich zwei neuen Anzügen. 😀

Neben all den schönen Sachen in der Stadt hat Hoi An aber auch noch kilometerweite Strände zu bieten und wir sind absolut überrascht wie sauber und schick hier alles ist! Mittags ist kaum etwas los und abends werden dann die üblichen Garküchen gleich am Strand aufgebaut und schon sitzt alles voller Vietnamesen, die ebenfalls hier Urlaub machen, oder einfach ihr Abendessen und den Feierabend-Reiswein genießen. 😉 Wir pendeln also über 4 Tage mit unseren Fahrrädern zwischen den Reisfeldern hindurch vom Strand in die Stadt und andersrum… Herrlich!!

Ein wenig schweren Herzens trennen wir uns von Hoi An, denn der nächste Nachtbus bringt uns nach Nha Trang, den schönsten Stadtstrand Vietnams, so heißt es. Aber erst mal die Busfahrt überstehen… Diesmal haben wir jedoch Glück und der Bus kann sich fast sehen lassen! 😉 Nha Trang dagegen schafft nicht so ganz unsere Erwartungen zu befriedigen. Der Strand ist riesig, keine Frage, aber die Stadt lädt eigentlich nur zum Barbesuch ein. Wir haben es aber sowieso eilig, also geht’s schon nach einem Tag wieder weiter mit dem Bus in die Berge, aber davon erzählen wir euch beim nächsten Mal!

Frisch gebräunte Grüße,

Rebecca, Jochen, Seb und Ela



Goooood mooooorning Vietnam!

17 07 2011

So oder so ähnlich grüßt man sich doch hier, oder?

Wir müssen schnell feststellen, dass dem schon lange nicht mehr so ist. Die Amerikaner haben das Land ja auch bereits vor über 30 Jahren verlassen. Wo können wir also am besten einen ersten Eindruck vom 1975 wiedervereinigten Vietnam erhalten? Natürlich in der Hauptstadt, Hanoi. Wir entdecken die zweitgrößte Stadt Vietnams zu Fuß, obwohl uns das bei 36 Grad und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 800%!!! wirklich nicht leicht fällt.

Was einem in Hanoi zuerst auffällt, ist das „Geknatter“ von unzähligen Mopeds die durch die Altstadt brettern. Für uns als Fußgänger nicht immer eine einfache Aufgabe und es erscheint uns eine Kunst zu sein, sicher die andere Straßenseite zu erreichen. Aber wir leben ja noch… 🙂

In der Altstadt blitzt hier und da noch die alte französische Kolonialmacht auf und das sieht man eben auch den Gebäuden an, die der Stadt einen gewissen Charme verleihen. Außerdem brutzelt es wieder an jeder Ecke und in den kleinen Straßencafes wird einem frischer Lemontee serviert inklusive kleiner Sonnenblumenkerne zum knabbern. Lustig finden wir auch das Mobiliar der kleinen Eckkneipen, denn wir sitzen auf Kinderstühlen und der Tisch würde ebenfalls in jedes Puppenhaus passen.

Wir bleiben bei den Puppen und besuchen das berühmte Wasserpuppentheater mitten in der Altstadt. Dieses Theater hat eine jahrtausendelange Tradition in Griechenland…äähh Vietnam und der Name ist eigentlich Programm – Puppen die auf Wasser Theater spielen. Mehr ist dazu eigentlich auch nicht zu sagen und wir hoffen, dass die vietnamesische Kultur noch etwas mehr zu bieten hat… 😉

Knappe 170 km oder vier! Busstunden entfernt liegt die weltberühmte Halong-Bucht. Hier ragen über 3000 kleine Inselchen aus dem Wasser und die Bucht gehört nicht umsonst zum Unesco-Weltkulturerbe. Wir schippern drei Tage durch diese wirklich einmalig schöne Landschaft inklusive Übernachtung und „Captainsdinner“ an Bord. Irgendwer scheint aber am ersten Abend seinen Teller nicht leer gemacht zu haben, denn die folgenden Tage waren leider sehr verregnet und die Aussicht von Deck dementsprechend auch etwas getrübt. Unsere Tourorganisation hatte sich dem Wetter angepasst und so war unser Ausflug ein wenig enttäuschend. Das ändert allerdings nichts an dieser wirklich tollen Gegend, die bei keinem Vietnambesuch fehlen sollte.

Weiter geht die gute Fahrt und dieses Mal geht es hoch hinaus. Weil es uns ja in Thailand im Nachtzug so gut gefallen hat, nutzen wir auch hier diese Transportmöglichkeit und fahren in die Reiskammer Vietnams, nach Sa Pa. Dieser Ort liegt in den Bergen im hohen Norden direkt an der Grenze zu China und ist bekannt für schöne Wanderwege und was noch viel wichtiger ist, ein angenehmes Klima! 🙂

Auf unserer Wandertour lernen wir viel über das Leben der Bergvölker in dieser Region und genießen die tollen Ausblicke auf Berge und Reisfelder. Genau so stellen wir uns Vietnam vor! Wir übernachten bei einer Familie in einem kleinen Dorf auf halber Strecke und nach unserem bisher besten Abendessen in Vietnam gibt’s als Verdäuerli das ein oder andere Glas Reiswein. Er schmeckt zwar nicht schlecht, aber ein guter Willi oder Mirabell bleibt dann doch unser Favorit! Nach dem Essen erzählt uns Lee, unsere Wanderführerin, wie sie und ihre Familie in ihrem kleinen Dorf so leben und so mancher Umstand gibt uns dann doch wieder zu denken… 🙁

Trotzdem hatten wir zwei tolle Tage und sind nun der Meinung, dass wir jetzt in Vietnam angekommen sind. Heute Abend geht es weiter in die alte Hauptstadt Hue, dieses Mal mit dem Nachtbus.

Viele Grüße aus dem Norden Vietnams,

Rebecca, Ela, Jochen und Seb



Inselhüpfen auf Thai

7 07 2011
Auch wenn es mit der Sprache in Thailand noch ziemlich hapert, die thailändische Art zu reisen haben wir in den letzten Wochen komplett verinnerlicht, inklusive der etwas ungewöhnlichen Transportmittel…

In Ko Tao oder wie man hier auch sagt „Ko Tauch“ springen wir auf der Leiter der Zivilisation zunächst einmal eine Stufe nach unten. Die Straßen verdienen diesen Namen nun wirklich nicht mehr und das Inselinnere ist nur noch über Feldwege zu erreichen die eigentlich nur mit einem Armeepanzer zu befahren sind. Aber bei einer Größe von 21 qkm ist das schließlich auch nicht so schlimm. Dafür hat Ko Tao aber sicherlich auch die höchste Dichte an Tauchschulen denn bei der letzten Zählung im Sommer 2008 waren es immerhin über 40 verschiedene Anbieter!

Wie unser Alltag also ausgesehen hat, könnt ihr euch sicherlich vorstellen, oder? Gemütliches Frühstück, mittags in einer der vielen Buchten in der Sonne faulenzen oder eben Maske und Schnorchel auf und die Unterwasserwelt erkunden, Stress pur 🙂 !

Um die ganze Vielfalt unter Wasser kennenzulernen, buchen wir an einem Tag auch einen Schnorcheltrip und so einfach entdeckt man dann eben auch den Rest der Insel. Ela hatte am nächsten Tag noch ein ganz besonderes Taucherlebnis, aber davon erzählt sie euch beim nächsten Mal am besten selbst…

Ein besonderes Highlight dieser Insel sind aber die Abende am Strand. Die vielen kleinen Bars und Cafés direkt am Wasser, die Füße im Sand und einen leckeren Caipirinha in der Hand, was will man mehr? Die Atmosphäre bei Kerzenschein und entspannter Musik ist wirklich der Knaller!

Vier Tage verbringen wir auf diesem kleinen Inselparadies, aber es gibt ja noch mehr zu entdecken. Wir buchen also die Weiterfahrt und verlassen die Ostküste in Richtung Westen, Ko Phi Phi heißt unser Ziel.

Wir nutzen eine für uns neue Transportmöglichkeit, das Nachtboot. Die Fahrt zurück zum Festland soll knappe acht Stunden dauern, aber warum? Die Hinfahrt ist doch deutlich kürzer gewesen…wir stellen dann fest, dass es an unserem Boot liegt, welches vermutlich in den wilden Siebzigern als Transportschiff genutzt wurde. Als das normale Transportgeschäft abflaute, überlegte man sich was denn sonst noch so transportiert werden könnte? Na, ist doch klar, Touristen! Aus dem Frachtraum wird der Schlafraum und los gehts! Die ganze Sache hatte irgendwie was von einem Flüchtlingstransport auf hoher See, nur ohne Flüchtlinge (wahrscheinlich). Wir haben allerdings ganz gut geschlafen und sind wieder um eine Erfahrung reicher 🙂 .

Am Festland angekommen gehts mit Bus und einer weiteren Fähre nach Ko Phi Phi. Wir sind ja auf Ko Tao auf der Zivilisationsleiter eine Stufe runter gesprungen, ihr erinnert euch sicherlich noch, oder? Jetzt springen wir sogar zwei Stufen auf einmal nach unten, denn Straßen gibts hier gar keine mehr und der Personentransport wird per Longtailboot erledigt.

Wir haben wieder Glück und finden direkt einen schönen Bungalow in einer netten kleinen Bucht. Nun ja, unsere Tagesaktivitäten haben sich im Vergleich zum letzten Inselaufenthalt nicht wirklich verändert, aber ihr seid uns deswegen bestimmt nicht böse, oder?

Wir erkunden neue traumhafte Strände und sogar einen ganz Besonderen! Wir hatten doch schon seit langer Zeit kein Bilderrätsel mehr…also wer kennt den letzten Strand aus unserer Bildergalerie?

Nach so viel Hüpferei gings gestern Abend zurück nach Bangkok, wieder per Nachtzug. Marco und Julchen treten heute Abend die Heimreise an und für uns gehts morgen früh weiter nach Vietnam. Die gemeinsame Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir wünschen den beiden einen guten Flug!

Da wäre dann wieder die Geschichte mit dem weinenden und dem lachenden Auge, denn wir haben kurzfristig wieder Verstärkung angefordert. Wir treffen Jochen und Rebecca am Sonntag in Hanoi und reisen mit den beiden bis Ende Juli durch Vietnam.

Also machts gut und lasst von euch hören.

Letzte Grüße aus Bangkok,

Ela, Julchen, Marco und Seb

 

 

 



Von Straßenverkäufern, Staus und super Stränden…

28 06 2011
Und natürlich Sommer!!! Denn wir sind in Asien angekommen und jetzt kann wieder der “Urlaub“ anfangen! Nicht nur das Wetter und die Preise bringen uns in Urlaubsstimmung, auch die nötige Verstärkung aus der Heimat hat Thailand erreicht! Marco und Julchen sind sicher in Bangkok gelandet und zusammen erkunden wir in den ersten Tagen diese verrückte Großstadt.
Straßenmärkte an jeder Ecke, Imbissbuden mit allem was man frittieren kann und buntes Obst zwischen allerlei fahrbaren Untersätzen. Neben den tausenden Autos drängeln sich vor allem Mopeds oder Tuk Tuks durch die Straßen. Fußgänger haben es da nicht so einfach und wenn man auf ein Taxi umsteigen will geht erst mal das allerwichtigste los: Das Handeln! Da werden lächelnde Tuk Tuk Fahrer und freundliche Marktdamen zu echten Geschäftsleuten und egal wie blöd man sich vorkommt, wenn man nicht handelt ist man eben selbst schuld! Alles in allem erinnert uns diese Welt dann doch wieder ein bisschen an Südamerika, nur sind die Schriftzeichen andere. Auch das Straßenbild mit Müll in allen Ecken, Häusern die in Deutschland zum Schutz der Allgemeinheit abgerissen werden würden oder auch Stromleitungen, die wild und ungeschützt durch die Lüfte gezogen werden und Versorgungstechniker Marco an Wunder glauben lassen. Unserer Annahme zum Trotz haben wir bei Regen allerdings keine Stromschläge spüren können! 😉 Nicht zu vergessen die unvergleichlichen Essenständen die für jedes deutsche Gesundheitsamt die Hölle darstellen müssen. Aber keine Angst, bis jetzt haben wir alles wunderbar vertragen und meist is(s)t man doch überrascht welche Köstlichkeiten da aus den Pfannen gezaubert werden! In dem ganzen Trubel kann es dann schon mal vorkommen dass man seinem besten Freund mit dem Auge in den Finger läuft. Hört sich komisch an – ist aber so! Allerdings können wir auch hier sagen dass sich niemand Sorgen machen muss, nach einem Kontrollbesuch im Krankenhaus (übrigens einem modernerem als wir bei uns haben) ist alles wieder in bester Ordnung und Seb ist jetzt stolzer Träger eines thailändischen Krankenkärtchens.
Natürlich wenden wir uns auch der Kultur zu und besuchen wie es sich für einen braven Touristen gehört die größte Sehenswürdigkeit Bangkoks, den Königspalast! Damit ist allerdings nicht nur ein Tempel, sondern eine ganze Anlage gemeint, mit Gärten, Buddhas und vielen bunten Gebäuden, eines schöner als das andere!
Die Touristraße Kao San besuchen wir nur kurz auf unserem Weg nach Chinatown und sind uns schnell einig dass wir es in unserer Ecke der Stadt besser getroffen haben. Beim abendlichen Marktbesuch verstehen uns die Bedienungen zwar nicht, aber dafür werden wir auch nicht alle drei Meter auf Englisch von Verkäufern angesprochen. Trotzdem ist so ein Stadtleben anstrengend und deshalb gibt es für uns nur noch eines: Ab auf die Insel!
Als erste Insel haben wir uns Koh Samui ausgesucht. Die bekannte Urlaubsinsel ist zu dieser Jahreszeit alles andere als überlaufen, ganz entgegen der Aussagen vieler Reiseführer. Aber wie so oft ist ja auch der Weg das Ziel und diesmal entscheiden wir uns mal gegen den Bus und für den Zug! Das etwas schmunkig wirkende Abteil entpuppt sich als Mehrbettgang mit gemütlichen abgetrennten Schlafkojen und so vergeht die Nachtfahrt wie im Flug. Weiter geht’s mit Bus und Boot um endlich auf Samui anzukommen. In unseren großzügigen Bungalows kommen wir uns vor wie All-Inklusive Urlauber und auf dem Roller wird man dann fast zum Einheimischen! Auch wenn Koh Samui vielen ein Begriff ist, abseits der großen Hotelanlagen ist der Strand überraschend ruhig und wenn man Glück hat, ist der nächste Essensstand nicht weit, auch wenn man selbst Grillen muss… 🙂
Wir faulenzen also unter Palmen, schleppen uns ins Badewannenmeerwasser und gönnen uns einen Drink an der Bar hinter uns. Es könnte uns schlechter gehen, soviel steht fest! Zur Abwechslung geht’s mit dem Roller andere Strände erkunden, oder auch das fast unbewohnte Inselinnere, über Straßen die auch nicht so ganz der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Wir könnten noch einige Tage hier verbringen, aber das nächste Boot ist schon gebucht. Auf Koh Tao, der Tauchinsel Thailands, wollen wir die thailändische Unterwasserwelt besser kennenlernen und der Strand kommt natürlich auch nicht zu kurz! 😀
Sonnenverwöhnte Grüße von uns vier Urlaubern!
Seb, Ela, Marco und Julchen