…so ungefähr hat sich das angefühlt. Freitags den Rucksack packen für den zweitägigen Ausflug und morgens ganz früh aufstehen um nicht den Bus zu verpassen. Da unsere beiden „Klassenkameraden“ Giovanni und Adrian abends zuvor mit ihrer Familie ein bissl zu viel gefeiert hatten, rollte der Bus aber eben erst ne halbe Stunde später los. Zum Glück hatten wir den vollgesoffenen Italiener auch noch neben uns sitzen, ein angenehmer Geruch wie ihr euch vorstellen könnt. Hier sei allerdings angemerkt, das der gute Giovanni ein echt netter Kerl ist, obwohl er nur der italienischen Sprache mächtig ist und die Kommunikation somit etwas schwierig ist. Nach fast vier Stunden Fahrt für ca. 180 km!!! sind wir dann auch tatsächlich in Banos angekommen, zwar etwas müde aber voller Tatendrang, es war ja schließlich erst halb zwölf und wir hatten einiges vor. Zuerst einmal wurde die Stadt (immerhin 15.000 Einwohner groß) erkundet und die ortsansässige Bungee-Jumping Brücke erkundet. Für gerade mal 15 $ konnte man sich an einem Klettergurt befestigt die Brücke herunterstürzen. Uns waren die 15 $ einfach zu wenig um unser Leben wegzuschmeissen, also ließen wir den anderen aus unserer Truppe den Vortritt. Tatsächlich waren´s nachher bestimmt fast 15 Leutchen die sich getraut haben und…nee, ist natürlich alles gut gegangen :-).
Nachmittags konnten wir dann zwischen Wandern, Canyoning, Reiten und Rafting wählen. Letzteres fand bei uns beiden dann großen Zuspruch und somit war der Nachmittag gerettet…äh…verregnet. Tja, gerade am Startpunkt unserer Rafting-Tour angekommen zeigte uns Banos einmal warum dort alles so grün ist und der Regenwald nicht mehr weit entfernt ist. Es regnete in Strömen, ununterbrochen. Es war ja eigentllich nicht schlimm, wir waren ja eh nach zwei Minuten komplett nass, aber der Fluss schwoll dann irgendwann doch bedrohlich an, so das der Spaß nach einer knappen Stunde leider vorbei war. Es hat uns aber richtig viel Spaß gemacht und wir werden es sicherlich irgendwo wiederholen.
Nach einer schönen heißen Dusche (ja, wir haben noch warmes Wasser) ging´s dann zum Essen inkl. anschließendem Barbesuch in der Goodbar (konnte ja nur gut werden). Der Großteil unserer Runde feierte bis in den frühen Morgen, wir beide allerdings nicht denn wir hatten in den frühen Morgenstunden (Morgenstund hat Gold im Mund, Anm. d. Red.) noch andere Pläne. Banos ist berühmt für seine heißen Quellen, welche es dem nahegelegen Vulkan Tungurahua (5.016m) zu verdanken hat. Der Wecker klingelte um 04:30h und eine viertel Stunde später saßen wir in Badehose und Bikini (Ich hatte keinen Bikini an :-)) im herrlich warmen Thermalbad. Auf dem Weg dorthin hatten sich noch einige Nachtschwärmer angeschlossen, die gerade aus der Bar gefallen kamen. Glücklicherweise wurden am Eingang keine Alkoholkontrollen durchgeführt…für´s frühe Aufstehen wurden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang belohnt!
Nach dem Frühstück ging´s dann ab auf´s Rad und wir fuhren fast vier Stunden durch die herrliche Umgebung von Banos…

...in der Nähe von Banos.

Banos
Wie ihr ja wisst, bin ich (Seb) kein begeisterter Radfahrer aber ich muss schon sagen, das die Tour viel Spaß gemacht hat. Naja, man muss auch ehrlicherweise zugeben, das die Strecke überwiegend bergab ging, aber das tut ja auch nichts zur Sache…oder?
Zum Abschluss gab´s dann noch ein kräftigendes almuerzo (Mittagessen) und wir konnten die Heimreise antreten. Banos hat uns sehr gut gefallen, man könnte dort noch ein paar Tage verbringen und die tolle Landschaft genießen. Aber wir werden sicherlich noch das ein oder andere schöne Plätzchen entdecken…
Gestern sind wir nach der Schule noch mit dem Bus zum Mitad del Mundo gefahren. Ach so, Busfahren in Quito und wohl auch in Ecuador ist ein lustiges Kapitel für sich. Hier werden wir in den nächsten Wochen noch einen Eintrag zu verfassen. Die Stadtwerke können sich manchmal noch ne Scheibe abschneiden…
Ecuador heißt ja nicht Ecuador weil der Name so schön klingt, sondern weil der Äquator ziemlich nah ist, genauer gesagt ca. 30 km nördlich von Quito. Auf der Äquatorlinie kann man ganz tolle Sachen machen, wie z.B. ein Ei auf einen Nagel stellen (wer´s schafft erhält sogar ein Zertifikat), versuchen auf der Äquatorlinie mit geschlossenen Augen zu balancieren und Wasser ganz toll ohne Strudel ablaufen lassen. Ihr kennt das ja von zu Hause vom Klo. Da läuft das Wasser nach dem Spülen gg den Uhrzeigersinn ab, klar oder? Auf der Südhalbkugel, wo wir uns zurzeit befinden ist das genau anders herum und auf dem Äquator läuft´s gerade ohne Strudel ab. Haben es auf Video und liefern euch den Beweis nach unserer Rückkehr…

Auf der Äquatorlinie...

Das ist nur hier möglich...
Ansonsten verbringen wir die Zeit mit viel Vokabeln lernen, da der Spanischkurs uns doch ziemlich fordert…ist ja auch gut so. Wir haben in unsere Bildergalerie noch ein paar Bilder von Quito bei Nacht und einen neuen Link über Banos eingestellt. Natürlich sind das immer nur ein paar Ausschnitte, die Leckerbissen heben wir uns für später auf… 🙂
Am Freitag endet unser Spanischkurs und für uns startet dann die eigentliche Reise. Wo wir landen..?…keine Ahnung. Lasst euch einfach überraschen. Was wir in jedem Fall einpacken ist ganz viel RÜCKENWIND! 😉
Macht´s gut…viele Grüße,
Ela und Seb
PS: Liebe Elke, dir noch alles Gute zum Geburtstag!