Tag(e) am Meer

1 11 2010

Mancora, Peru. Eigentlich hätten wir nicht viel zu berichten außer die üblichen Strandgeschichten. Wir haben uns natürlich standesgemäß am ersten Tag nen dicken Sonnenbrand abgeholt, jeden Tag ordentlich frischen Fisch gefuttert usw…wenn da nicht der gestrige Tag gewesen wäre.

Wir hatten am Donnerstag in der Stadt ein zufälliges Gespräch mit einem Peruaner aus Lima, der mit seiner Familie in Mancora Urlaub macht. Er war auf der Suche nach einem günstigen Boot um einige Wale vor der Küste Mancoras zu beobachten. Da ihm die 30 Euro pro Stunde alleine zu teuer waren, fragte er uns ob wir evtl Interesse hätten mitzufahren? Wir waren inzwischen wieder zu viert (Sander und Linda hatten sich uns wieder angeschlossen) und waren uns schnell einig. Nach zwei Telefonaten am Nachmittag war die Sache dann klar, das Boot steht morgen um 7:00h zur Abfahrt im Hafen bereit. Wir hatten zwar abends einige Zweifel ob die Idee evtl doch ein bissl bekloppt war, aber was soll uns schon passieren. Er war ja schließlich mit der ganzen Familie unterwegs.

Unsere gemietete Nussschale fuhr auch tatsächlich pünktlich ab! Die drei „Bootskapitäne“ machten auch einen ganz netten Eindruck und so gings zunächst einmal knapp 1 1/2 Stunden aufs Meer hinaus. Seelöwen, Delfine, Pelikane, alles war zu sehen, nur leider keine Wale. Leider blieb´s auch dabei… :-(, vielleicht beim nächsten Mal. Auf dem Rückweg wurde dann kurzerhand noch zum Fischen angehalten, aber nicht mit Angel und dem restlichen uns bekannten Equipment, nee…mit Seil und Haken, das muss reichen! Hat´s auch, wir haben wirklich gut und viel geangelt, Fische in allen Farben und Größen…bis dahin alles schön und gut. Ich (Seb) merkte allerdings langsam, das das ständige Hin- und Hergeschaukel nichts für meinen Magen war, die Nussschale war schließlich kein Kreuzfahrtschiff. Tja, anfangs konnte ich noch drüber grinsen, als ich dann aber Backbord über der Reling hing und mein Frühstück an die Fische verteilte, war´s dann nicht mehr ganz so nett…wobei es eigentlich schade ist, das keiner ein Bild von mir gemacht hat :-). Die Rückfahrt hab ich dann aber wieder unbeschadet überstanden. Am Hafen angekommen war unser kleiner Ausflug noch nicht beendet, die Fischer haben uns mit unserem frisch gefangenen Fisch sofort in ein kleines Restaurant in eine Seitenstraße von Mancora geschickt. Hier kam unser Fisch direkt in die Pfanne (frischer geht´s wahrscheinlich nicht)…ein Gaumenschmauß! So saßen wir alle gemeinsam noch ein paar Stunden zusammen und gönnten uns natürlich auch das ein oder andere Bierchen. Wir tauschten uns mit Igor (typisch peruanischer Name, oder?) und seiner Familie über die Geflogenheiten in Peru und unserer Länder aus ( aus Deutschland kannten sie natürlich das Oktoberfest!) und er war so stolz mit einem Deutschen ein Bier zu trinken (wir saufen ja schließlich wie die Löcher!, da muss man als Peruaner ja mithalten). Igor zahlte die Rechnung für seine neuen Freunde und lud uns noch zu sich nach Lima ein. Unser Reiseplan verhindert zwar ein Treffen mit ihm, aber wir sind froh diese netten Peruaner kennengelernt zu haben. Ein wirklich toller Tag und eine bemerkenswerte Familie!

Mehr gibt´s eigentlich nicht zu berichten. Gleich geht´s mit dem Nachtbus weiter in Richtung Süden. Die Anden rufen wieder und wir möchten wieder ein paar Tage wandern. Ziel ist die Cordillera Blanca, die höchste Gebirgskette Perus inkl des Huascaran, dem Dach Perus (6.768 m). Wir melden uns wohl Anfang nächster Woche wieder…hasta luego!

Ela und Seb

Mancora Beach...

Mancora Beach...

Unsere Nussschale!

Unsere Nussschale!

Pelikane

Pelikane

Igor mit Familie...und Freunden :-)

Igor mit Familie...und Freunden 🙂



Kurzinfo Peru

1 11 2010

PeruBevölkerung: ca. 29,5 Millionen

Fläche: 1.285.220 km²

Hauptstadt: Lima (7,6 Mio. Einwohner)

Sprachen: Spanisch, Quechua und Aymara

Zeit: MEZ – 6 Stunden

Irgendwie macht unser Reiseführer immer Lust auf mehr…“man stelle sich eine Landschaft vor wie in einem Indiana-Jones-Film: vergessene, im Urwald verborgene Tempel, uralte Gräber voller Spinnweben und versteckte Schatzkammern voller Juwelen; dazu tosende Flüsse, Pumas die durch die Nacht schleichen und Schamanen, die Rituale mit Halluzinogenen praktizieren – hier in Peru ist das nicht Kino, sondern Wirklichkeit.

Selbst den wilden Kriegern der Inka oder den spanischen Konquistadoren gelang es nicht, dieses grandiose Gebiet (fünfmal so groß wie Großbritannien) völlig zu beherrschen, reicht es doch von den mit Gletschern bedeckten Andengipfeln zu den fast grenzenlosen Küstenwüsten und zum dampfenden Regenwald des Amazonasbeckens.

Vamos!