Hasta luego Südamerika!

1 02 2011

Das war´s also, der erste Drops ist gelutscht…naja zumindest der aus Südamerika. Jetzt erwartet vielleicht der ein oder die andere von euch ein Fazit bzw. einen Rückblick auf die letzten vier Monate? Was hat uns am besten gefallen, was weniger gut? Aber eigentlich haben wir euch in unseren Berichten alles erzählt und so viel bleibt da nicht mehr… 

Wir hatten eine tolle Zeit in Südamerika, natürlich auch mit Höhen und Tiefen, naja weniger Tiefen natürlich 😉  …fünf verschiedene Länder, viele verschiedene Kulturen, der Kontinent ist einfach unglaublich abwechslungsreich und vor allem eins, riesengroß! Einen kleinen Happen haben wir uns allerdings für den Schluss aufgehoben. Ein Thema was uns über die letzten vier Monate immer begleitet hat und wir an diesem Ort viel über Land und Leute erfahren haben…dreimal dürft ihr raten wo? Natürlich im Bus…!

Bus fahren…ist hier wirklich einmalig und in jedem Land anders! Da es die einzige wirkliche Möglichkeit ist sich hier fortzubewegen und wir viele, viele Stunden der letzen 4 Monate in Bussen verbracht haben, muss dieser Punkt unbedingt näher erläutert werden! Angefangen in Quito, Ecuador. Hier haben wir das Bussystem dieses Kontinents das erste Mal kennengelernt und erfahren, dass man keine Bushaltestellen braucht! Wo einer steht hält der Bus an und wo einer raus will natürlich auch. Man pfeift, schreit oder macht sich sonst irgendwie bemerkbar. Hier lernten wir auch die Verkäufer kennen, die es möglich machen im Bus einfach alles zu erwerben! Vor allem Obst, Eis und Getränke werden hier lauthals angepriesen, aber auch Kaugummis, Strümpfe oder Haushaltswaren. Die Überlandfahrten finden in gammeligen Bussen statt, aber die Strassen sehen bis auf die riesigen Schlaglöcher von der Größe einer Fahrbahn echt gut aus! Fahrten in kleinere Andendörfer gleichen allerdings einer Achterbahnfahrt (bloß nicht runterschauen!) und wir haben gesehen, dass auch ein Bus dort fahren kann, wo man bei uns höchstens zu Fuß weiterkommt! Dafür reicht das Verkaufsangebot hier aber auch bis hin zu frischen Empanadas oder Mote con Queso (gekochter weißer Maiskolben mit Käse). Und noch etwas haben wir hier erleben dürfen: Die schlechtesten Filme aller Zeiten! Denn ja, egal wie ein Bus aussieht, eins hat er mit Sicherheit – einen Fernseher! Und dann werden die grausamsten, gewaltsamsten und blutspritzigsten Filme überhaupt gezeigt, bei Tag und Nacht! Ela hat diese Zeiten mit Augenklappe und I-Pod versucht zu überstehen, was durch die unglaubliche Lautstärke wirklich nicht immer einfach war!

In Peru haben wir die Touri-Luxus-Busse kennengelernt, die es auch in Argentinien und Chile gibt. In einem Semi-Cama-Bus (cama=Bett) kann man sich gemütlich zurücklegen und mal locker eine Nacht verbringen, ein Cama-Bus hat nur 3 statt 4 Sitzreihen, dadurch breite Sitze und diese meist aus Leder in denen man sich weit zurücklehnen kann, und der Hauptpreis ist ein Suite-Bus, in dem man das Rückenteil waagerecht legen kann (hatten wir nur einmal, weil wir umgebucht wurden). Der Service reicht von Keksen und Wasser über volles Abendessen bis hin zum Whiskey an Bord, todo es possible mal wieder!

In Bolivien kamen dann zu den üblichen Verkäufern in den Bussen auch noch die Langzeit-Schwätzer hinzu. Diese netten Herren begannen immer mit „Meine Damen und Herren, darf ich für 5 min um Ihre Aufmerksamkeit bitten“ und daraus wurde dann eine Stunde oder so. Meist geht es um die Gesundheit und man kann Wundermittelchen erwerben wie Cremes und Tabletten usw…

Außerdem hatte Bolivien natürlich die einmaligsten Busse, die bemerkenswertesten Straßen (mit Ecuador), die vollsten Busse und die verrücktesten Fahrgäste (Tiere usw…). Die Filme gehen gar nicht und an jedem Bus rappelt irgendwas! Natürlich  gibt es hier überhaupt keine Cama-Busse und wenn man angeblich einen Semi-Cama-Platz erhalten soll, kann man drauf gehen dass man die Nacht in einem stinknormalen Bus verbringen wird, mit weit mehr Fahrgästen als zugelassen!

In Argentinien und Chile gibt es nicht Besonderes zu berichten, die Busse sind erste Klasse und leider auch um vieles teurer als in den anderen Ländern. Dafür hat man hier weniger Angst beklaut zu werden während man schläft! Bus fahren in Südamerika ist ein tolles Erlebnis, hier können wir uns zu Hause wirklich eine Scheibe abschneiden.

Seit gestern morgen hat also nun unser neues Abenteuer angefangen, Neuseeland. Acht Wochen wollen wir durch das Land der Kiwis reisen und bekommen sogar Verstärkung aus der Heimat. Christina ist ja bereits hier und morgen kommen dann noch Kathrin, Nadine, Peter und Micky dazu. Wir freuen uns wirklich wie Schnitzel auf den Besuch aus der Heimat und werden gemeinsam das andere Ende der Welt unsicher machen. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte… 🙂

Lg aus Auckland,

Ela und Seb