Weltreise oder doch Urlaub???
1 03 2011…Südinsel hört sich jawohl nach Urlaub an! Denn das sparsame und spannende Reisen aus Südamerika ist hier ein bisserl in Vergessenheit geraten mit unseren Begleiturlaubern… Und natürlich auch die Zeit, denn Neuseeland fühlt sich gerade wirklich wie Urlaub und weniger wie Weltreisen an. Deshalb kommt dieser Bericht eben auch später – er hat sich ebenfalls Zeit gelassen! 😉
Unsere Tour über die Südinsel starten wir also wie gesagt von Picton aus. Um sich erst mal zu akklimatisieren gehen wir wieder mal ein paar Weingüter besuchen, das hat ja bei Auckland auch schon sehr gut funktioniert! Bei Blenheim gibt es unzählige Winzerbetriebe und fast alle schenken täglich Weinproben aus, und das auch noch umsonst!! Natürlich sind wir aber artig und nehmen fast immer zum abendlichen Grillen eine Flasche mit… Die Auswahl erinnert teils an die Mosel, Grau- oder Spätburgunder und sogar Riesling sind immer dabei. Außerdem Sauvignon Blanc, Chardonnay, Gewürztraminer und verschiedene rote Sorten! Leider müssen wir schnell feststellen dass der Riesling hier ganz anders schmeckt als bei uns. Oft ist er unglaublich trocken und sehr säurebetont. Überhaupt werden hier fast nur ausgesprochen trockene Essensbegleiter angeboten und wir entscheiden uns meist für einen frischen Grauburgunder, der riecht nämlich fast wie daheim! Natürlich finden wir dennoch genug wohlschmeckenden Wein für alle und nun kann die Arbeit ja losgehen!
Mit Arbeit meine ich unsere erste mehrtägige Wanderung im Abel Tasman Nationalpark, aber auch hier müssen wir ja erst mal hinkurven. Denn 100 km Autofahrt in Neuseeland ist kaum zu vergleichen mit 100 km Autobahn in Deutschland! Kurve hier, Serpentinen dort, rauf und runter und fast überall mindestens eine Baustelle. So geht es also über Nelson und eine kleine Shoppingattacke an die Tasman Bay. Auf dem Weg halten wir noch in Kaiteriteri am Strand und dann geht’s nach Marahau, dem Ausgangspunkt unserer Tour.
Am nächsten Morgen startet um 9 Uhr das Wassertaxi, und alleine der Transport ist schon genug Grund für einen Besuch des Nationalparks! Das Boot legt nämlich nicht im Wasser an, wie Boote das normalerweise so an sich haben, nein, diese Wassertaxis parken auf einem Anhänger hinter einem bunt lackiertem Traktor, der komplett mit Schiff und Passagieren erst über die Strasse und dann ins Wasser fährt! Tiefer im Wasser angekommen geht’s dann allerdings doch ohne Traktor weiter… 😉 Vorbei geht’s mit Tempo an einer Seelöwenkolonie bis nach Totaranui, einer Bucht ebenso golden und ruhig wie alle kommenden Buchten auf dieser Tour. Drei Tage Küstenwanderung mit Sonne, Strand und Meer, aber auch Sandflies und Moskitos. Wir übernachten im Zelt und auch wenn die Meinungen der Gruppe über Camping evtl auseinander gehen, sind wir uns einig dass sich ein Besuch im Abel Tasman lohnt, per Boot oder per Pedes. 😉
Die Bilder der Buchten sollten da für sich sprechen… 🙂
Nach diesen sportlichen Tagen heißt es dann erst mal so richtig schlemmen im feinen Restaurant und sich gebührend von Nadine und Micky verabschieden! Denn die beiden sind in den nächsten Tagen flotter unterwegs als der Rest, Grund ist die baldige Heimreise. Wir hoffen, dass das Racing Team Weber/Rau noch einen schönen Resturlaub hatte?!!
Für uns vier verbliebene heißt es dann erst mal entspannen, einen ruhigen Tag gönnen wir uns noch hier bei schönem Wetter am Strand der Tasman Bay, bevor es weiter geht die raue Westküste und den kälteren Neuseeländischen Sommer zu entdecken…
Tags drauf geht’s also durch das Land Richtung Westküste. Nach einem langen Tag auf den beschriebenen neuseeländischen Straßen endet die Reise schließlich bei Punakaiki und den sogenannten Pancake-Rocks. Warum die Felsformation diesen Namen trägt solltet ihr auf den ersten Blick erkennen können! Die Küste ist wild und das Wetter scheint sich anzupassen. Keine Spur mehr von Süd(see)insel… 😉
Und es wird noch winterlicher, denn am nächsten Tag wagen wir uns noch weiter in den Süden und quasi ins Eis! Denn wir übernachten in Franz-Josef nahe beim gleichnahmigen Gletscher. Leider kann der nicht in voller Schönheit strahlen, weil all der Regen den Blick trübt. Dennoch wagen sich Kathrin und Peter einen Tag lang auf den Gletscher und als die beiden von ihrer Expedition zurückkehren sind wir uns sicher dass sie so schnell kein kaltes Wasser mehr sehen können, weder von oben noch als gefrorener Untergrund! Trotzdem fahren wir am nächsten Tag auch noch zum Fox-Glacier, aber diesmal sehen wir ihn uns alle nur aus sicherer aber dennoch regnerischer Position an. Seb ist jetzt voller Stolz bereit für seinen Eintrag ins Guiness-Buch weil er alle noch „wachsenden“ Gletscher der Welt live gesehen hat! 😉
So haben wir in kürzester Zeit sozusagen alle Jahreszeiten erlebt und hoffen dass nun wieder Frühling und Sommer kommen…
Bis zum nächsten Artikel lassen wir uns jetzt auch weniger Zeit – versprochen!
Bis dahin, viele liebe Grüße ins immer noch winterliche Deutschland!
Seb und Ela
Kategorien : Neuseeland