Roadtrip durchs Outback

24 04 2011

Nach den Annehmlichkeiten eines Studentenlebens in Adelaide sollte unsere Reise also nun weitergehen. Also ab ins Outback, wohin auch sonst?!? Auch dieses Mal können wir eine „Relocation“ ergattern und freuen uns über unser neues Einfamilienhaus. Ganz im Ernst, so einen großen Camper hatten wir nicht erwartet, denn unser neuer fahrbarer Untersatz hatte Schlafmöglichkeiten für 6 Erwachsene!

Auf dem Plan standen ca. 2.100 km in vier Tagen, denn auf dem Weg zu unserem Zielort Alice Springs liegt ja noch so ein großer roter Stein mitten im Nirgendwo und wir haben gehört, dass man sich den doch anschauen sollte :-). Nach den ersten 300 Kilometern veränderte sich dann auch so langsam die Landschaft. Wir sehen zum ersten Mal was uns die nächsten vier Tage landschaftlich erwartet, eine einfach nur unendliche Weite! Flach aber zu unserer Verwunderung nicht ganz so trocken wie erwartet, parken wir unser „Häuschen“ am ersten Abend an einem der so genannten „Roadhouses“. Hier gibt´s nicht nur Sprit für den Camper, sondern auch für unsere trockenen Kehlen. Die schwierigste Entscheidung des Tages war dann in welchem der sechs Betten wir denn nun jetzt schlafen…und nach langem Hin-und Her wurde unsere Essecke dann zum Bett funktioniert. Aber wo denn morgen frühstücken? Kein Problem, wir haben ja noch ein zweites Wohnzimmer ;-).

Ihr kennt doch bestimmt alle Coober Pedy, oder? Nein, auch nicht weiter schlimm…in jedem Fall liegt der kleine Ort auf unserer Route und dementsprechend mitten im Nirgendwo. Was den Ort aber ganz interessant macht, ist der dort vor ca. 100 Jahren entdeckte Opalstein. Deshalb gibt´s hier jede Menge unterirdische Opalminen und wir lassen uns bei einer wirklich interessanten Tour viel über die Geschichte und die heutige Arbeit in der Mine erzählen. Ein Stopp, der sich in jedem Fall gelohnt hat. Da wir ja während der ganzen Fahrerei viel Zeit haben, hat der Co-Pilot die Aufgabe nach Kängurus Ausschau zu halten, denn die soll man ja im Outback so oft sehen. Haben wir auch…waren aber alle tot! Selbst bei unseren kleinen „Nachtwanderung“ am zweiten Abend haben wir leider kein Glück gehabt ;-( . Dafür flitzen am nächsten Morgen zwei Emu´s an uns vorbei und die ein oder andere Outbackkuh winkt uns auch gelegentlich zu. Am dritten Tag sollen wir ihn dann noch endlich zu Gesicht bekommen, Uluru oder meist auch besser bekannt als Ayers Rock! Aus weiter Entfernung meinen wir ihn bereits erkennen zu können, erste Bilder werden geknipst aber warum fahren wir denn dran vorbei? Ganz einfach, es war Mount Conner, deshalb! Peinlich, peinlich, aber wir haben ja nicht verlernt über uns selbst zu lachen! Außerdem erfahren wir später, das wir nicht die ersten und wohl auch nicht die letzten waren, die da was verwechselt hatten. Wir erreichen den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark am Nachmittag und haben noch etwas Zeit uns auch die sogenannten Olgas, hier gibt´s nicht nur einen Stein sondern gleich 36 davon, anzuschauen. Zum Abschluss wird dann ein weiteres Highlight einer Autralienreise abgehakt, der Sonnenuntergang am Ayers Rock. Wirklich beeindruckend und einfach schön! Leider gibt keines der Bilder die abendliche Stimmung wieder, ihr müsst es euch also selbst anschauen…

Nach vier Tagen und über 2.000 km kommen wir also in Alice Springs an. Auch wenn wir viel im Camper gesessen haben, war es eine tolle Erfahrung selbst durchs Outback zu fahren. Die großen Distanzen sind für uns einfach unvorstellbar und der Himmel scheint im Outback irgendwie unendlich zu sein. Von Alice Springs aus sind es bis zur Nord- und Südküste Australiens jeweils 1.500 km, West- und Ostküste liegen über 2.000 km entfernt. Wie sollen wir hier bloß wieder raus kommen?

Österliche Grüße aus Down Under,

Ela und Seb



Hard work Great Ocean Road

18 04 2011

Von Melbourne aus geht es für uns nach Adelaide und wie schon berichtet bleiben wir mal wieder beim Busfahren, oder besser, beim Bus-Zurückfahren. `Relocation´ ist also angesagt, und 1.000 km in 3 Tagen grenzt schon an echtes Arbeiten  😉 . Wir holen also in Melbourne unseren Camper für die nächsten 3 Tage ab und düsen los, schließlich nehmen wir nicht den kürzesten, sondern den schönsten Weg nach Adelaide – die Great Ocean Road. Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Küstenstraße die sich im Bereich Victoria um die Südküste schlängelt.

Ich bin eigentlich noch ein bisserl verschnupft und gar nicht für Strand zu begeistern, nachdem es auch nur noch so um die Anfang 20° sind. So fällt es die ersten Kilometer schwer die Augen aufzuhalten auf dem Beifahrersitz. Doch ein Anruf von Christina ändert das, denn sie hat die Great Ocean Road schon gesehen und erzählt mir von Koalas in den Bäumen am Straßenrand. Ok, ich bin hellwach! Natürlich lassen die kleinen Bären jetzt auf sich warten, doch als wir die ersten Touristen passieren, die in den Himmel zu fotografieren scheinen ist uns klar, hier müssen Koalas in den Bäumen sitzen! Bei einem kurzen Spaziergang durch den Eukalyptuswald im Otway Nationalpark bekommt man einen steifen Nacken vom ständigen Hälse recken nach dem kuscheligen Wahrzeichen Australiens. Mittlerweile hat sich auch das Wetter gebessert und die Sonne ist zurück! Meine Stimmung ist jetzt also auf einem Höhenflug und der Tag hat sich schon gelohnt. Aber es geht ja noch weiter, denn die Hauptattraktion unserer Tour sollen die `12 Apostel´ sein, eine Felsformation an der wilden Surferküste. Wie so oft in diesem Jahr (bis jetzt) haben wir mal wieder Glück und sind pünktlich zu Beginn des Sonnenuntergangs am Aussichtspunkt. Mit den anderen Touristen wetteifern wir also um die schönsten Fotos an diesem Abend, und was soll ich sagen – natürlich haben wir gewonnen! 😉

Aber die 12 Apostel sind nicht die einzige Sehenswürdigkeit an der Küste. So verbringen wir den folgenden Tag mit langen Strandspaziergängen, dank der Nebensaison fast ohne Mitmenschen, in der Bay of Islands, die den Aposteln in Sachen Schönheit in nix nachsteht! Außerdem sehen wir später noch Emus und sogar Kängurus in Tower Hill einem ehemaligen Vulkankrater. Leider der letzteren nur wenige Lebendige aus der Ferne und viele nicht mehr so springfreudige am Straßenrand 🙁 . Am Blue Lake in Mt. Gambier finden wir einen kleinen Platz für den guten Camper, er hat seine Sache bis jetzt gut gemacht!

Am letzten Tag heißt es dann draufhalten um das Auto rechtzeitig in Adelaide abzugeben. Unseren Auftrag haben wir damit erfüllt und für uns steht fest, dass wir solche Arbeit bald noch mal machen…

In Adelaide angekommen müssen wir uns ebenfalls nicht mehr um eine Unterkunft kümmern, denn wir haben in Argentinien einen Inder kennengelernt, der in Australien studiert und mit dem wir gemeinsam nach Chile gereist sind… Nicht so einfach ne? Auf jeden Fall ein ganz lieber Kerl namens Vimal, bei dem wir jetzt ein paar Tage verbringen!

Da er eine ganze Studentenwohnung zur Verfügung hat bekommen wir unser eigenes Zimmer und fühlen uns gleich wie daheim! Am Sonntag können wir uns dann auch gleich so richtig australisch fühlen, denn was macht ein Aussie an einem freien Tag? Cricket spielen! Wir dürfen beim Backyard Cricket von Vimals Hausblock mitspielen und finden das Spiel jetzt gar nicht mehr so langweilig wie es im Fernsehen immer aussieht! 😉

Dank Vimal kommen wir uns schnell wie einheimische Studenten vor, vielen Dank noch mal an unseren neuen Lieblings-Inder! 🙂

Ansonsten schauen wir uns natürlich die Stadt an, die mit Melbourne und Sydney nicht viel gemein hat. Adelaide ist eine gemütliche (Groß-) Stadt, die sich den Kleinstadtcharme bewahrt hat. Außerdem hat sie einen großen Pluspunkt; Sie hat um sich herum gleich mehrere Weinanbaugebiete! Wir besuchen die Adelaide Hills, in denen damals Deutsche mit dem Weinbau begonnen haben. In dem “deutschen“ Dorf Hahndorf finden wir aber erst mal viele Bierstuben in denen ausschließlich Oktoberfestmusik läuft! Und da wundert man sich über das Bild der Deutschen als gemütliche Lederhosenträger? 😉

Aber es gibt ja eben auch Weingüter die wir besuchen wollen und mit den europäischen Bäumen im Ort zieht hier auch der “deutsche“ Herbst ein mit buntern Blättern und raschelndem Laub auf dem Boden. Wir verstecken uns vorm Regen in der Probierstube vor dem offenen Kamin, das bringt Heimtagefühle!

Aber nicht so schnell, zu Hause können wir noch lange genug haben! Erst mal sieht der Plan anders aus… Es ist uns zu kalt, und wo fährt man dann in Australien hin? Ins Outback!!!

Und ich kann schon mal sagen, die Strecken werden länger, die Autos werden größer!

Aber das ist eine ganz andere Geschichte… 😀

Lg, Ela und Seb



Sydney oder doch ein großer Zoo?!?

11 04 2011

Da sind wir also nun, Australien soll es dann jetzt sein oder wie sagt man doch so schön, „Down Under“. Ein Land so groß, dass es für einen ganzen Kontinent reicht. Mal ganz abgesehen von den unterschiedlichen Klima- und Zeitzonen…wo sollen wir da bloß anfangen?

Wir entscheiden uns für die größte Stadt des Landes, Sydney. Hier leben ca. ¼ aller Australier und nach fast sechs Tagen Stadterkundung verstehen wir inzwischen auch warum. Wir schlendern durch den wirklich einmalig schönen Hafen vorbei an Harbour Bridge und der berühmten Sydney-Oper, in „The Rocks“ erfahren wir einiges über die noch junge Geschichte der Stadt und des Landes, denn entdeckt wurde Australien erst 1770. Wir wohnen in Kings Cross, dem früheren Rotlichtviertel der Stadt. Hier reiht sich eine Bar an die nächste, Trubel rund um die Uhr quasi. In den Stadtteilen Bondi und Manley gibt´s wunderschöne Stadtstrände zum erholen und baden. Im botanischen Garten, eine grüne Oase mitten in der Stadt, lernen wir dann zum ersten Mal die australische Tierwelt kennen. An die weißen Kakadus und viele weitere Vogelarten haben wir uns schnell gewöhnt. Als aber über unseren Köpfen am ersten Abend riesige „Fledermäuse“ auftauchen, wird´s uns dann doch etwas mulmig. Die Flying Foxes (Flughunde) gehören aber einfach zum Stadtbild dazu und hängen zu tausenden kopfüber in den Bäumen bevor sie sich bei Anbruch der Dunkelheit auf die Socken machen.

Wir erleben Sydney zu Fuß und mit der Fähre vom Wasser aus. Unsere Mittagspausen finden meistens in den schönen Parks statt, mit Blick auf Oper und Hafen. Außerdem hat die Stadt einen tollen Fischmarkt, wo wir uns den Fang des Tages auf dem Grill frisch zubereiten lassen…lecker!!!

Ein weiteres Highlight einer jeden Stadterkundung soll das so genannte „World Heritage Pee“ in der Oper von Sydney sein, auf gut deutsch also eine Pinkelpause im Weltkulturerbe! Die großen Erwartungen an die Örtlichkeiten werden allerdings nicht erfüllt, wir sind der Meinung, dass ein“ Fassdauben-Pee“ viel mehr Spaß macht… 🙂

Aber da Australien ja bekanntlich noch viel mehr zu bieten hat, machen wir uns wieder auf den Weg. Wir fliegen weiter nach Melbourne und hier erfahren wir mal wieder was Gastfreundschaft heißt. Auf unserer Stadterkundung in Sydney haben wir Colin kennen gelernt und obwohl wir ihn nur fünf Minuten kennen, lädt er uns ein, während unseres Aufenthaltes in Melbourne bei ihm und seiner Frau im Haus zu wohnen. Nach anfänglicher Skepsis – ja so sind wir Deutschen wohl eben – willigen wir ein und trauen unseren Augen kaum als wir unsere Unterkunft sehen. Ein eigener Bungalow im Garten mit Bad und anliegendem Pool, wir werden vom Bahnhof abgeholt, abends geht’s zum gemeinsamen Essen mit Freunden und am letzten Abend gibt´s ein leckeres Barbecue im Garten. Gerne wären wir noch ein paar Tage in unserem kleinen „Ferienhaus“ geblieben aber da wir kurzfristig quasi so etwas wie einen „Job“ gefunden haben müssen wir leider etwas früher abreisen als geplant.

Jaja, ihr hört richtig, wir arbeiten sogar mal was, wobei wir ehrlicherweise zugeben müssen, dass wir unsere „Arbeit“ wieder mit dem Nützlichen verbinden. Viele Touristen sind ja hier mit dem Campervan unterwegs, starten z.B. in Adelaide und geben ihr Gefährt wieder in Melbourne ab. Aber irgendwie muss der gute Camper ja wieder zurück nach Adelaide…und da fängt dann unser „Job“ an. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag haben wir in unserem Fall drei Tage Zeit um die knapp 1.000 km von Melbourne nach Adelaide zurückzulegen, den Sprit zahlt zum größten Teil die Camperfirma, alles in allem also eine gute Sache, oder? 😉

Wir werden die nächsten Tage unseren Arbeitsbericht online stellen, damit ihr auch sehen könnt wie hart günstiges Reisen in Australien sein kann… 🙂

Ach so, bevor ich´s vergesse, es steht noch eine Einladung offen. Damit sich später keiner von euch beschweren kann ich hätte nicht eingeladen. Am 25. September diesen Jahres würde ich mich freuen mit euch meinen 30. Geburtstag zu feiern. Die Fete startet gegen 19.00 Uhr im Bürgerhaus in Hongkong. Absagen werden nur in dringenden Ausnahmefällen geduldet!

At least, a big thank you to Colin and his wife Patricia for the great but too short time in Melbourne! We hope to see you one time again in the Mosel valley…!

Viele Grüße aus Down Under,

Ela und Seb

PS: Ein paar Melbourne-Bilder fehlen noch, wir arbeiten weiter dran! 🙂