Hard work Great Ocean Road
18 04 2011Von Melbourne aus geht es für uns nach Adelaide und wie schon berichtet bleiben wir mal wieder beim Busfahren, oder besser, beim Bus-Zurückfahren. `Relocation´ ist also angesagt, und 1.000 km in 3 Tagen grenzt schon an echtes Arbeiten 😉 . Wir holen also in Melbourne unseren Camper für die nächsten 3 Tage ab und düsen los, schließlich nehmen wir nicht den kürzesten, sondern den schönsten Weg nach Adelaide – die Great Ocean Road. Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Küstenstraße die sich im Bereich Victoria um die Südküste schlängelt.
Ich bin eigentlich noch ein bisserl verschnupft und gar nicht für Strand zu begeistern, nachdem es auch nur noch so um die Anfang 20° sind. So fällt es die ersten Kilometer schwer die Augen aufzuhalten auf dem Beifahrersitz. Doch ein Anruf von Christina ändert das, denn sie hat die Great Ocean Road schon gesehen und erzählt mir von Koalas in den Bäumen am Straßenrand. Ok, ich bin hellwach! Natürlich lassen die kleinen Bären jetzt auf sich warten, doch als wir die ersten Touristen passieren, die in den Himmel zu fotografieren scheinen ist uns klar, hier müssen Koalas in den Bäumen sitzen! Bei einem kurzen Spaziergang durch den Eukalyptuswald im Otway Nationalpark bekommt man einen steifen Nacken vom ständigen Hälse recken nach dem kuscheligen Wahrzeichen Australiens. Mittlerweile hat sich auch das Wetter gebessert und die Sonne ist zurück! Meine Stimmung ist jetzt also auf einem Höhenflug und der Tag hat sich schon gelohnt. Aber es geht ja noch weiter, denn die Hauptattraktion unserer Tour sollen die `12 Apostel´ sein, eine Felsformation an der wilden Surferküste. Wie so oft in diesem Jahr (bis jetzt) haben wir mal wieder Glück und sind pünktlich zu Beginn des Sonnenuntergangs am Aussichtspunkt. Mit den anderen Touristen wetteifern wir also um die schönsten Fotos an diesem Abend, und was soll ich sagen – natürlich haben wir gewonnen! 😉
Aber die 12 Apostel sind nicht die einzige Sehenswürdigkeit an der Küste. So verbringen wir den folgenden Tag mit langen Strandspaziergängen, dank der Nebensaison fast ohne Mitmenschen, in der Bay of Islands, die den Aposteln in Sachen Schönheit in nix nachsteht! Außerdem sehen wir später noch Emus und sogar Kängurus in Tower Hill einem ehemaligen Vulkankrater. Leider der letzteren nur wenige Lebendige aus der Ferne und viele nicht mehr so springfreudige am Straßenrand 🙁 . Am Blue Lake in Mt. Gambier finden wir einen kleinen Platz für den guten Camper, er hat seine Sache bis jetzt gut gemacht!
Am letzten Tag heißt es dann draufhalten um das Auto rechtzeitig in Adelaide abzugeben. Unseren Auftrag haben wir damit erfüllt und für uns steht fest, dass wir solche Arbeit bald noch mal machen…
In Adelaide angekommen müssen wir uns ebenfalls nicht mehr um eine Unterkunft kümmern, denn wir haben in Argentinien einen Inder kennengelernt, der in Australien studiert und mit dem wir gemeinsam nach Chile gereist sind… Nicht so einfach ne? Auf jeden Fall ein ganz lieber Kerl namens Vimal, bei dem wir jetzt ein paar Tage verbringen!
Da er eine ganze Studentenwohnung zur Verfügung hat bekommen wir unser eigenes Zimmer und fühlen uns gleich wie daheim! Am Sonntag können wir uns dann auch gleich so richtig australisch fühlen, denn was macht ein Aussie an einem freien Tag? Cricket spielen! Wir dürfen beim Backyard Cricket von Vimals Hausblock mitspielen und finden das Spiel jetzt gar nicht mehr so langweilig wie es im Fernsehen immer aussieht! 😉
Dank Vimal kommen wir uns schnell wie einheimische Studenten vor, vielen Dank noch mal an unseren neuen Lieblings-Inder! 🙂
Ansonsten schauen wir uns natürlich die Stadt an, die mit Melbourne und Sydney nicht viel gemein hat. Adelaide ist eine gemütliche (Groß-) Stadt, die sich den Kleinstadtcharme bewahrt hat. Außerdem hat sie einen großen Pluspunkt; Sie hat um sich herum gleich mehrere Weinanbaugebiete! Wir besuchen die Adelaide Hills, in denen damals Deutsche mit dem Weinbau begonnen haben. In dem “deutschen“ Dorf Hahndorf finden wir aber erst mal viele Bierstuben in denen ausschließlich Oktoberfestmusik läuft! Und da wundert man sich über das Bild der Deutschen als gemütliche Lederhosenträger? 😉
Aber es gibt ja eben auch Weingüter die wir besuchen wollen und mit den europäischen Bäumen im Ort zieht hier auch der “deutsche“ Herbst ein mit buntern Blättern und raschelndem Laub auf dem Boden. Wir verstecken uns vorm Regen in der Probierstube vor dem offenen Kamin, das bringt Heimtagefühle!
Aber nicht so schnell, zu Hause können wir noch lange genug haben! Erst mal sieht der Plan anders aus… Es ist uns zu kalt, und wo fährt man dann in Australien hin? Ins Outback!!!
Und ich kann schon mal sagen, die Strecken werden länger, die Autos werden größer!
Aber das ist eine ganz andere Geschichte… 😀
Lg, Ela und Seb
Kategorien : Australien