Born to be wild!

4 08 2011

Hört sich komisch an, oder? Aber so fühlt man sich wirklich wenn man auf dem Rücksitz eines Easy Riders durch die Landschaft Vietnams kutschiert wird. Das mit dem Easy Rider ist auch nicht erfunden, denn so nennt sich nämlich eine Gruppe von knapp 80 Motorradfahrern die einem mit ihrem Zweirad die Landschaft rund um die ehemalige französische Bergstation Da Lat zeigen. Das etwas mildere Klima auf knapp 1.500 Meter Höhe nutzen die Einwohner zum Anbau von allem möglichen Grünzeug, also Gemüse in allen Variationen, auch ein wenig Obst und jede Menge Blumen! Unsere Nachbarn aus dem Tulpenland müssen sich da in den kommenden Jahren warm anziehen…! 😉

Doch nicht nur Grünzeug hat diese Region zu bieten. Wir besuchen eine Seidenfabrik…ach da fällt mir gerade wieder ein, dass ihr gar nicht wissen wollt woraus Seide gemacht wird?!? Wir wussten es nicht so genau und wir sind gespannt ob es jemand von euch weiß? Also einfach mal wieder einen Kommentar schreiben, ist ja auch schließlich ziemlich ruhig geworden… 🙂 …ok Theis du bist die Ausnahme, bevor wir wieder einen auf den Deckel bekommen. Landschaftlich kann die Gegend zwar nicht mit Sa Pa im Norden mithalten, dass hätten wir eigentlich erwartet, aber die Elefantenwasserfälle waren dann doch noch der Knaller!

Trotzdem sind wir der Meinung, dass wir an diesem einen Tag eigentlich alles gesehen haben und so gehts nach zwei Nächten auch schon wieder weiter. Die Busfahrt nach Saigon…äh…Ho Chi Minh Stadt zieht sich ewig aber nach gut acht Stunden kommen wir dann doch noch an. Saigon, eine Stadt die wir alle kennen und irgendwie aber auch wieder nicht. Mit über fünf Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes, aber doch nicht Hauptstadt. Sie war es einmal, aber das war vor dem Vietnamkrieg. Trotzdem ist die Stadt weiterhin das wirtschaftliche Zentrum des Landes und auch gerade wegen seiner jüngeren Vergangenheit sehr interessant. Am 30. April 1975 nimmt das kommunistische Nordvietnam die Stadt ein und beendet somit den fast 17 Jahre dauernden Vietnamkrieg. Im ehemaligen Präsidentenpalast scheint die Zeit seit diesem Datum stehen geblieben zu sein und das um die Ecke liegende Kriegsrestemuseum zeigt einem deutlich die Schrecken und das Elend dieses Krieges. Die für uns beste Formulierung hierzu fand ein amerikanischer Soldat, der dem Museum seine Verdienstorden aus dem Vietnamkrieg zur Verfügung stellte: „ I´m sorry, i was wrong!“

Trotzdem fahren wir am nächsten Tag zu den Tunneln von Cu Chi. Dieses über 200 km lange Tunnelsystem wurde bereits während des Indochinakrieges gegen die Kolonialmacht Frankreich angelegt und im Vietnamkrieg stetig erweitert. Es ermöglichte dem Vietcong die Kontrolle eines großen Gebietes nur 30 km entfernt von Saigon. Bodenoperationen führten bei den Amerikanern zu großen Verlusten und die darauffolgenden Bombardements aus der Luft machten dieses Gebiet zum meist bombardierten, beschossenen, begasten und verwüsteten Gebiet der Kriegsgeschichte. Wir haben die Möglichkeit Teile dieses unterirdischen Systems zu besichtigen und obwohl die Tunnel für uns Touristen auf das Doppelte vergrößert wurden, sind wir froh nach knapp zehn Minuten wieder an der frischen Luft zu sein!

So, jetzt aber genug vom Krieg…wir nutzen die letzten gemeinsamen Tage in Saigon zum bummeln, einkaufen und natürlich zu einer letzten schönen Massage. Vier Euro für eine Stunde Ganzkörpermassage, da kann man nicht meckern! Für Rebecca und Jochen heißt es dann auch leider Abschied nehmen, denn die gemeinsamen drei Wochen sind schon wieder vorbei. Wir hoffen dass ihr wieder gut zu Hause angekommen seid? Für uns geht die Reise am nächsten Morgen aber auch schon weiter. Zum Abschluss unserer Vietnamreise gehts ins Mekong-Delta, der Reisschale Vietnams wie unser Reiseführer sagt. Außerdem ist das für uns die Möglichkeit über eben diesen Mekong und dessen zahlreichen Nebenflüssen per Boot nach Kambodscha einzureisen, aber dazu später mehr…

Viele Grüße in die Heimat,

Ela und Seb