Glücksritter auf Umwegen

17 06 2011

Da sind wir nun also wieder in Sydney. Eigentlich etwas früher als geplant, aber dazu später mehr.

Nach knapp 2 ½ Wochen auf unserem Weingut sind wir mit dem Bus wieder zurück nach Perth. Felicity und Toni (nein, nicht der vom Sportplatz 🙂 ), die Weingutbesitzer, hatten uns  eingeladen unser letztes Wochenende in ihrem Haus in Perth zu verbringen. Der Einladung kommen wir natürlich gerne nach, schließlich hatten wir in den Wochen zuvor auch ordentlich bei der Arbeit mitangepackt. So genießen wir ein sonniges Wochenende mit eigenem Zimmer, jeder Menge gutem Essen und leckerem Wein. Samstags geht´s wie sich das für Perth gehört ab aufs eigene Boot. Bevor es losgeht aber noch ein Sprung ins kühle Nass, die Muscheln für das Mittagessen fehlen doch noch!?! Wir schippern über den Swanriver, schlürfen ein Glas Sekt und zur Mittagspause wird der Anker in einer kleinen Bucht ausgeworfen, der Grill angeworfen und jede Menge frischer Fisch zubereitet, lecker!

Nach dem sonntäglichen Kirchengang, ja ihr lest schon richtig, 🙂 geht´s dann noch schnell rüber nach Fremantle auf den großen Markt. Ela findet es natürlich mal wieder toll ein wenig rumzuschlendern und sich den vielen kleinen Krimskrams anzuschauen, aber eigentlich ist der Marktbesuch nur das Vorspiel zum Highlight des Tages, Australian Football!

Die Fremantle Dockers haben ein Heimspiel und Bill, ein Freund von Felicity und Tony, hat noch zwei Karten übrig und lädt uns ein mitzukommen. Australian Football ist so eine Mischung aus Fussball und Rugby und Australiens Nationalsport. Ihr könnt euch das eigentlich so ein bissl wie beim Fussball bei uns zu Hause vorstellen, das Stadion ist voll, der Getränkebecher ebenfalls und es wird wie auf jedem Sportplatz bei uns viel dummes Zeug geschwätzt… ;-)Egal, die Dockers gewinnen und eigentlich will Bill uns gar nicht abreisen lassen, wir sind doch jetzt die neuen Glücksbringer für die Finalserie! Hierzu müsst ihr wissen, das Fremantle die vorherigen vier Spiele verloren hat.

Wir müssen trotzdem weiter, zurück nach Sydney. Hier ist uns das Glück dann zum ersten Mal Hold, denn einen Tag nach unserer Abreise wird der Flughafen in Perth wegen der Aschewolke aus Chile gesperrt. Während ich diesen Bericht hier schreibe ist er es übrigens immer noch…

In Sydney angekommen geht´s dann wieder „on the road“. Wir haben für die restlichen fünf Tage einen kleinen Camper und wollen noch eine kleine Ostküstentour starten. Ziel sind die Blue Mountains und eigentlich die Weinregion Hunter Valley. Auf vielfachen Tipp hin entscheiden wir uns allerdings für die Region Orange und dessen umliegende Weingüter. Naja, was sollen wir sagen, nach knapp drei Tage waren wir wieder in Sydney. Aus den Blue Mountains wurden nämlich die Grey Mountains, es regnete in Strömen und die Temperaturen waren im Tiefflug. Was will man machen, es ist ja hier nun mal Winter. Wenn wir es mit unseren Jahreszeiten vergleichen, ist es hier jetzt Mitte Dezember und da ist´s bei uns ja schließlich auch nicht besser, oder? Auf dem Rückweg nach Sydney erfahren wir dann, dass alle Ortschaften rund um das Hunter Valley von der Außenwelt abgeschnitten sind, Hochwasser! Es wird scheinbar höchste Zeit weiterzureisen…

Die letzten beiden Tage kommen wir bei Eve und Jeff in Sydney unter. Jetzt dürft ihr drei Mal raten woher wir die beiden kennen? Sie waren ebenfalls vergangenes Wochenende bei Felicity und Toni zu Besuch und haben uns wie das eben in Australien so ist, spontan zu sich eingeladen. Das war für uns wirklich das Schönste in Down Under, die vielen netten Menschen! Auch wenn wir des öfteren über weite Strecken und hohe Preise geklagt haben, so hat uns die Gastfreundschaft in diesem Land wirklich umgehauen! Deshalb verlassen wir Australien auch mit einem weinenden Auge und wer weiß, vielleicht haben wir ja bald auch einmal Besuch vom anderen Ende der Welt?!?

Das lachende Auge freut sich jetzt aber auf die nächste Etappe, Asien. Außerdem gibt´s wieder Verstärkung aus der Heimat. Marco und Julchen reisen die ersten knapp drei Wochen mit uns durch Thailand und da freuen wir uns natürlich riesig drauf!

Also, letzte Grüße vom anderen Ende der Welt,

Ela und Seb



Zurück zu den Wurzeln

10 06 2011

Naja, so ganz zurück zu den Wurzeln ist es ja dann doch nicht. Wir sind noch nicht zu Jägern und Sammlern geworden, oder doch? Gute 10 Tage sind wir jetzt in Denmark, oder zumindest in der Nähe, und haben uns ganz gut eingelebt. Unser Schuppen ist ganz gemütlich wenn wir den Ofen genug anschmeißen, und das warme Wasser kommt sogar wenn der Ofen aus ist! 😉 Also, alles noch ganz zivilisiert, auch ohne Handynetz!

Die Tage fliegen nur so bei all unseren Aufgaben. Da im Wingert zu dieser Jahreszeit (hier ist Winteranfang) nicht so viel zu tun ist, beschäftigt man uns vor allem im Wald, im Garten und rund ums Haus. Ein bisschen was von Jäger und Sammler hat das dann schon wenn ich im Gemüse- und Kräutergarten das Essen für Abends suchen geh und Seb im Pickup auf Känguruhjagd fährt (Gott sei Dank keins gefunden). Im Wald hat Seb mit der Kettensäge das Sagen, setzt Zäune mit dem Traktor um und fährt den riesigen Rasenmäher spazieren. Meine Muskeln können schon kein Schnittholz mehr sehen, also halte ich mich lieber ans Hühnerfüttern und Gärtnern und komme so eben doch „zurück zu den Wurzeln“. Auf jeden Fall kann man sagen dass wir hier wieder fit werden nach dem ganzen Autofahren der letzten Wochen und das ganz normale Leben Australiens wirklich genießen. Dazu tragen auch all die netten Leute rund um Felicity und Anthony, die Inhaber des Weinguts bei. Im Proberaum haben wir schon mit sämtlichen Leuten ein Gläschen probiert und als unsere Chefs diese Woche nach Perth in ihr eigentliches Haus zurückgekehrt sind, haben sie uns noch ca. 10 Flaschen Wein dagelassen, für die nächsten 9 Tage wohlgemerkt! Ihr seht, es geht uns nicht schlecht und weil alles so gut läuft bleiben wir wohl noch ein bisschen, bis es wieder zurück nach Perth und anschließend nach Sydney geht…

…leider hat in unserer restlichen Zeit in Denmark der Blog versagt, also sind wir jetzt schon wieder zurück in Perth! Aber weiter im Text…

…die restliche Woche haben wir nicht nur auf dem Weingut, sondern auch auf einer Olivernfarm verbracht, als Gastpflücker sozusagen! Traubenlesen ist allerdings interessanter!

Außerdem sind wir in unserer neuen australischen Lieblingsgemeinde noch zu Drachenbootpaddelern geworden, zumindest Seb während ich vorne gesessen habe um die Fahrt zu genießen… Nein, nicht weil ich so faul bin, sondern wg Erkältung und keiner Lust nass zu werden! 😉

Die Leute sind echt nett hier, auch wenn man sich an das ein oder andere erst gewöhnen muss. Die Australier sind nämlich grundsätzlich eher sprachfaul und kürzen alles ab was man nur so kürzen kann. Frühstück (Breakfast) wird dann zum Brekkie, ein Sandwich zum Sandie und das allseitsbeliebte Barbecue wird zu Barbie. Interessanter wird’s dann noch bei den Weinen hier, denn ein Sauvignon Blanc wird hier zum Sav Blanc und ein Cabernet Sauvignon zum Cab-Sav! Noch Fragen?!? 😀

Wir haben hier übrigens alles Mögliche in der Flasche, am meisten Fläche der 10 ha nimmt aber der Chardonnay ein. Zu unserem Glück gibt’s den auch ohne Ausbau im Holzfass, oder nur mit ganz kurzer Zeit im Barrique. So gibt es immer noch schön frische Weißweine, vor allem der „Sekt“ ist mmmmhhh lecker!! Seb hat sich hier in den Merlot verliebt, aber auch nur weil es keinen Shiraz gibt! 😉 Wenn ihr mal was nachlesen wollt über „unser“ Weingut könnt ihr das gerne machen unter www.silverstreamwines.com oder auch auf Facebook unter Silverstream Wines!

So, wir stoßen jetzt noch mal an auf unsere Arbeitsstelle und natürlich auch auf einen weiteren Grund zum Feiern… denn wer Seb kennt der weiß wie nervös er die letzten Wochen war. Wegen was? Na wegen den Fohlen!

Tja, was soll ich jetzt dazu noch sagen? Am besten einfach nur: „ Nieeee meeeehhhhhr zweite Ligaaaaa, nie mehr, nie mehr!

Aber ich habe ja eigentlich nie daran gezweifelt…ihr erinnert euch doch bestimmt noch an mein Geheimtreffen in Buenos Aires, oder?

Weinfrohe Borussengrüße,

Ela und Seb

 



Australien mal anders – Perth und der Südwesten

24 05 2011

Das typische Australien ist für viele einfach Sommer, Sonne, Party und moderne Städte gleich am Traumstrand!

Dieses Australien hatten wir ja nun noch nicht so ganz, schließlich haben wir die gut besuchten Großstädte an der Ostküste komplett von unserem Plan gestrichen. Das liegt einmal daran, dass so ein Party-Urlaub nicht so ganz in unser Bild einer Weltreise passt, zum anderen erst recht nicht in unseren Weltreisegeldbeutel.

Das andere Australien, so komplett anders, haben wir in der letzten Woche kennengelernt. Kalte Nächte, Novemberwetter, Herbstfarben, Wälder, viel Wein und noch mehr Kühe, so kann Australien auch sein!

Wir erreichen zunächst Perth, die abgelegenste Landeshauptstadt der Welt. Hier ist das Herz Westaustraliens, diesem wirklich riiiiesigen Teil! Natürlich hat Perth alles was eine Großstadt ausmacht, aber eben auch ein bisschen mehr. Mehr Meer vor allem, denn rund um Perth findet man die schönsten Surfstrände und vom Kings Park aus, der über der Stadt thront, hat man einen wunderbaren Blick über die Stadtteile die rund um die Mündung des Swanrivers am Meer liegen. In der Innenstadt gibt es wieder richtige Fußgängerzonen zwischen Hochhäusern und drei Straßen daneben steht das kleine Einfamilienhaus, alles in allem eine gute Mischung!

Aber wir wollen ja weiter, die Westküste soll nämlich besonders schön ganz unten im Süden sein. Wir packen also wieder alles, inklusive Silke, in ein Wohnmobil und düsen los. In Freemantle hat man noch ein bisschen mehr Gemütlichkeit als in der großen Stadt, die Straßen sind ruhiger und die Häuser haben fast schon historisches Aussehen. Die anderen Städte auf unserem Weg in den Süden sind auch ganz nett, aber was diesen Teil der Küste ausmacht sind wirklich die weiten, aber einsamen Strände, an denen wir jeden Abend anhalten und einfach im Auto schlafen, hier scheint es niemanden so wirklich zu interessieren. Leider sind diese Traumstrände aber nur was fürs Auge, schließlich ist hier Spätherbst und wir müssen wieder die dicken Fleecepullis aus den Tiefen des Rucksacks fischen.

Das erste Highlight auf unserer Tour ist die Region um Margaret River. Hier reiht sich ein Weingut an das andere und dazwischen kann man seinem Gaumen mit Käse-, Oliven-, Schokolade- und anderen Köstlichkeiten-Proben verwöhnen. Aber das Auge isst ja bekanntlich auch mit, und deshalb bekommen wir hier einen goldenen Oktobertag geschenkt, mit bunten Blättern, saftigen Wiesen und wärmenden Sonnenstrahlen! Herrlich!!!

So verwöhnt geht die Tour weiter, doch leider hat Petrus für den nächsten Tag ganz andere Pläne. In der Nacht beginnt es zu regnen und es hört einfach nicht mehr auf. Im Auto ist alles klamm, es tropft neben den Schlafsack und der Himmel hat nur Grau zu bieten. Dabei wollten wir doch heute zu den riesigen Bäumen im Valley of the Giants! Wir verschieben also unsere Wanderung durch die Baumspitzen, denn mittlerweile hat sich der Regen zum echten Unwetter entwickelt! Was soll man machen, auf dem Weg liegen immer noch Weingüter und Schokoladenfabriken und aus deren Inneren sieht das stürmische Treiben draußen ganz gemütlich aus! 😉

Wir hoffen also auf den nächsten Tag und haben Glück, es gibt zwar keinen blauen Himmel, aber zumindest bleibt es so lange trocken wie wir auf unserem Weg zwischen den Baumwipfeln unterwegs sind. Und der ist immerhin auf 40 Metern. Aus der Vogelperspektive erkunden wir also diesen einzigartigen Wald, in dem die uralten Tingle-Bäume wachsen. Diese haben nur ein ganz flaches Wurzelwerk und wachsen wg der besonderen Bedingungen nur in diesem kleinen Teil der Welt. Um den Wald nicht zu zerstören wurde der Tree-Top-Walk übrigens komplett ohne den Einsatz von Maschinen an Ort und Stelle aufgebaut und die schwingende Konstruktion über 600 Meter Länge ist nur über 4 Stützen mit dem Waldboden verbunden!

Trotz der kurvenreichen Strecken durch die dichten Wälder der Südküste haben wir noch nicht genug vom satten Grün hier und so geht’s noch zu einer Wanderung in den Stirling National Park. Sebs Augen strahlen als in der Ferne die Umrisse der Berge auftauchen. Jawohl, im flachen Australien finden wir Berge! Mit einem grünen Teppich überzogen liegen die Stirling Ranges im Nebel als wir ankommen. Die Nacht wird kalt, aber am nächsten Morgen zeigt sich sogar manchmal ein Sonnenstrahl auf den Hügeln! Wir erklimmen in 4 Stunden den höchsten Gipfel im Park (1.048 m) und genießen die Aussicht auf die umliegenden Weiden und Felder, denn wir nähern uns dem „Wheatbelt“ Australiens, wo die riiiiiiesigen Felder bewirtschaftet werden. Und ich dachte die wären aufm Gau schon groß! 🙂

Unsere letzte Station heißt Wave Rock. Der Fels in Form einer großen Welle liegt –fast- auf unserem Rückweg. Was sind hier schon 350 km Umweg? Zwar sieht der Fels wirklich aus wie eine Welle und ist damit sehr außergewöhnlich, aber trotzdem reißt er uns irgendwie nicht vom Hocker. Liegt evtl. auch daran, dass wir unbedingt darauf Surfen wollten, in Strandklamotten natürlich. Naja, bei um die 10 Grad Außentemperatur lassen wir das dann doch lieber…Brrrr!

So endet unsere Runde wieder in Perth, wo wieder die Sonne scheint und der Herbst gar nicht so herbstlich aussieht. Aber wir haben noch etwas mitgebracht aus dem Süden… Eine Woche oder mehr in einem Weingut in Denmark, nicht weit vom Meer! Jaja, wir wollen dann doch mal was arbeiten, im Weinberg, Garten, Wald oder sonst wie. Auf jeden Fall sind wir weit weg von allem, haben keinen Handyempfang und nur warmes Wasser wenn wir ordentlich Holz verfeuern! Wir sind mal gespannt, drückt uns die Daumen dass es nicht zu kalt wird!

Aber der nächste Sommer kommt bestimmt, spätestens in 4 Wochen in Thailand!!!

Viele liebe Grüße aus Perth,

Seb und Ela



Von einsamen Küsten und bunten Gewässern

15 05 2011

Die Westküste Australiens ist vor allem eines: unbewohnt! Darum gibt es hier auch viel weniger Touristen als sonst wo, aber eben auch viel weniger Transportmöglichkeiten. Was also erst mal wie ein schöner Vorteil aussieht wird schnell zum echten Nachteil für uns. Da wir unseren Jeep brav zurückgegeben haben, müssen wir nun sonst wie weiter kommen, und da Broome nun mal weit (sehr weit) weg von jeder anderen Stadt liegt, bezahlt man hier schon alleine für die Möglichkeit einen Camper zu mieten ca 500 EUR, ohne einen Tag damit gefahren zu sein! Damit fällt selbstfahren schon mal flach, aber es gibt ja immer noch den Langstreckenbus Greyhound. Wir kaufen gleich ein Ticket bis runter nach Perth und können auf dem Weg aussteigen wo wir wollen. Da kommt auch schon der nächste Nachteil. Natürlich bleibt der Bus auf der Hauptstraße und will man in verschiedene Nationalparks, schöne Buchten oder Orte an der Küste fahren, so muss man einen Shuttle bezahlen, der das Ganze wieder zur teuren Angelegenheit macht… Aber soll man schimpfen? Wir wollten ja an die Küste “wo jeder seinen eigenen Strand haben kann“.

Wir müssen also unsere Ziele eingrenzen, und das Hauptziel an der Westküste hieß nun mal Schnorcheln und Tauchen. Das kann man wunderbar in Coral Bay hat man uns gesagt, denn hier erwartet uns der erste echte Vorteil der Westküste: Das Ningaloo Reef! Jaja, jetzt hör ich schon die ersten Stimmen von wegen “gibt´s da noch ein Riff außer dem Great Barrier Reef?“ Ja, gibt es! Genau auf der anderen Seite des Kontinents, gegenüber dem bekannten großen Bruder winzig klein, aber für einen deutschen Seetaucher riiiiiesengroß!!! 😀

Der Ort Coral Bay besteht eigentlich nur aus Campingplatz und Unterkünften für Touristen, aber was braucht man mehr wenn das Riff vom Strand aus zu erreichen ist? Nachdem wir die Unterwasserwelt vor der Haustür ein wenig kennengelernt haben geht es per Boot auf die Suche nach schönen Tauchplätzen und den Höhepunkten der Küste: Manta Rochen und Walhaie!

Das Taucherherz schlägt schon beim ersten Tauchgang höher, aber auch die Schnorchler kommen hier auf ihre Kosten! Eigentlich haben wir ja nur für das Schwimmen mit Manta Rochen bezahlt, die per Flugzeug aus der Luft gesichtet werden, das dann unser Boot zur richtigen Stelle manövriert. Sie stören sich absolut nicht an den Menschen an der Wasseroberfläche und schlagen sanft ihre Saltos im Wasser unter uns. Vorm zweiten Tauchgang wird’s dann plötzlich hektisch auf dem kleinen Boot. Obwohl normalerweise nur im Außenriff anzutreffen, gleitet unter unserem Boot ein Walhai durch das Wasser! Schnell stürzen alle auf Masken und Schnorchel, aber leider nur um kurz darauf zurückgepfiffen zu werden – wir dürfen nicht ins Wasser. Nur wenige Boote haben die Lizenz Touristen ins Wasser zu dem größten Fisch der Welt zu lassen, und wir sind nicht auf einem solchen Boot. Aber immerhin, wir können ihm noch lange zusehen und die echte Walhai-Tour mit Lizenz-Boot kostet auch immerhin fast 160 EUR mehr! 😉

Das war unser I-Tüpfelchen an einem Tag voller Fische, Schildkröten und einer Menge Korallen!

Mit dem Wissen dieses Tages wird noch einen weiteren Tag geschnorchelt, denn da die bunte Welt von Arielle schon im seichten Wasser beginnt, steht sie der weiter draußen im Meer kaum in etwas nach. Man sollte nur auf seine Füße aufpassen um den sensiblen Korallen bloß keinen Schaden zuzufügen, denn die wachsen leider nicht so schnell wie die Blumen über Wasser…

Viel zu schnell trennen wir uns wieder von diesem Fleckchen Erde um 12 Stunden südlich einen weiteren Stopp zu machen, diesmal um eine Wüstenlandschaft zu besichtigen. Die Pinnacles sind Sandsteinformationen, die sich unter den riesigen weißen Sanddünen dieses Küstenabschnitts gebildet haben. Da wir kein Auto haben nehmen wir an einer Tour teil, die uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Landschaft ist einzigartig keine Frage, aber eben so speziell ist auch unser Guide, ein Nationalpark-Ranger aD der uns einen Schenkelklopfer nach dem Anderen um die Ohren haut. Durch die Lautsprecher im Mini-Bus dröhnt vor allem sein röchelnder Raucherlungen-Atem und nachdem er uns keinen qualitativ hochwertigen Sonnenuntergang garantieren kann, bekommen wir immerhin eine Geld-zurück-Garantie falls der Sonnenuntergang ganz ausfällt! So geht es drei Stunden und wir können nicht sagen was an diesem Abend faszinierender war… 😉

Das war dann auch unser letzter Stopp an der Küste vor der großen Stadt und wir freuen uns ehrlich wieder über ein wenig Großstadttluft nach soviel Landmasse! Noch einmal wird unsere Geduld auf die Probe gestellt, denn zum dritten Mal an dieser Küste warten wir mehr als 3 Stunden auf unseren Bus! Aber was solls, die Stadt läuft ja nicht weg – Perth wir kommen!!! 😀

Rollende Grüße aus dem Reisebus!

Seb und Ela



Abenteuer Westkueste

14 05 2011

Zunächst muss hier einmal eine Sache klar gestellt werden…Australien ist einfach zu groß, nee wirklich, einfach zu groß! Das kann einem mit der Zeit auch ganz schön auf den Zeiger gehen, wenn man jedes Mal wieder mindestens 500 km fahren muss um sich das nächste Highlight anzusehen. Naja, so schlimm ist es natürlich auch wieder nicht, aber das musste mal gesagt werden…

Aufgrund der etwas weiteren Entfernungen, reisen wir ja hier bekanntlich in Etappen. Unsere Aufgabe für die nächste Etappe lautete dann: „Ab nach Broome!“ Wie immer stellt sich zuerst die Frage: „Wie hinkommen?“ Eigentlich hatten wir uns bereits auf unsere nächste Busfahrt eingestellt, als am letzten Morgen in Darwin das Handy klingelte. Das bedeutet für uns dann wieder umplanen, denn es wurde uns erneut eine Relocation angeboten. Warum also nicht? Fünf Tage, etwas über 2.000 km und dann gibt man uns sogar ein 4WD (Allradantrieb). Wir sind der Meinung, dass ist spitze denn auf der Strecke gibt´s viele schöne Möglichkeiten um in die australische Natur einzutauchen und die Reifen ordentlich fliegen zu lassen. Spitze war dann nicht mehr als man uns sagte, dass wir bei einer Relocation keine ungeteerten Straßen befahren dürfen. Macht ja Sinn, oder? Naja, nachdem wir auf unserer Tour feststellen mussten, dass die meisten Nationalparks wegen der starken Regenfälle der letzten Monate noch geschlossen sind, war´s dann auch nicht mehr so tragisch…

Der Litchfield National Park gehört in jedem Fall zu einem unserer bisherigen Australienhighlights. Große und kleine Wasserfälle in denen wir sogar schwimmen können, wilde Bachläufe und wir sehen sogar ein lebendiges Känguru!

Wir machen Halt im Nitmiluk- und Mirima National Park. Hier gibt´s die Möglichkeit zum wandern und Bewegung tut uns ehrlich gesagt auch mal wieder gut. Die Nächte verbringen wir nicht wie bisher gewohnt in einem schmucken Einfamilienhaus, sondern zu dritt im Zelt. In unserem Jeep ist nämlich nicht genug Platz. Ist aber kein Problem, unser Jeep ist ja mit allem ausgestattet inklusive Küche und Kühlschrank, da bleibt sogar bei den heißen Temperaturen tagsüber das Feierabendbierchen kalt…!

Australien hält aber auch wieder eine Überraschung für uns bereit und zwar den Lake Argyle. Mitten im Nirgendwo ein Stausee auf einer Fläche von 58.000 ha. Schwimmen ist hier allerdings keine so gute Idee, der See ist nämlich die Heimat für über 1.000 Süßwasserkrokodile. Überhaupt sind wir beeindruckt von den Wassermassen die hier jedes Jahr in der Regenzeit ganze Landstriche verwüsten. Fitzroy Crossing zum Beispiel, ein kleiner Ort in den Kimberleys, war bis vor drei Monaten für Wochen von der Außenwelt abgeschnitten. Es ist schon seltsam was für ein Leben viele Menschen in diesen abgelegen Regionen Australiens führen. Der nächste Ort liegt oft einige hundert Kilometer entfernt, die Launen der Natur tuen dann nicht selten ihr Übriges. Aber letztlich ist es ja das, was viele Leute an Australien so fasziniert…

Wir erreichen den indischen Ozean und somit Broome einen Tag früher als geplant. Macht aber nichts, denn mit Cable Beach gibt´s einen super schönen weißen Sandstrand quasi vor der Haustür. Broome ist darüber hinaus eine wirklich gemütliche Kleinstadt in der man sich wohlfühlt. Bekannt wurde die Stadt vor allem wegen der Perlentaucher, deren Schätze man heute noch in den vielen Juwelierlädchen bestaunen kann. Aber auf der typischen Broome Postkarte findet man allerdings ein anders Motiv: Kamele im Sonnenuntergang. Seit der “Einführung“ des ersten Kamels nach Australien leben nämlich ein Haufen Wildkamele im Outback und ein Karavanenritt am Cable Beach gehört hier zum guten Ton! 😉

Bei uns war es ein ganz besonderer Strandausflug, denn Dank des versehentlichen Besuchs eines Salzwasserkrokodils hat zumindest Ela an diesem Abend nicht nur den Sonnenuntergang im Auge behalten. 😀

Wir können also sagen: „Etappenziel erreicht!“

Bis zur nächsten Runde unserer „kleinen“ Tour de Australia viele Grüße aus dem wilden Westen,

Ela und Seb



Alice, die Einsame, und Darwin, der Schwitzende

5 05 2011

Alice Springs, die Stadt mitten im Outback. Eigentlich unvorstellbar wenn man so lange durch das “Nichts“ fährt, dass man sich einfach plötzlich in einer Stadt wiederfindet, mit großen Supermärkten, Läden und natürlich Mc Donalds. Wie auch die Umgebung ist Alice Springs überhaupt nicht so kahl wie erwartet, im Gegenteil, es gibt Bäume und grüne Wiesen!

Es gab viel Regen in den letzten Wochen und deshalb ist auch das Wasserloch das Alice Springs den Namen gegeben hat alles andere als trocken. Alice war übrigens die Frau des Postministers von Südaustralien und einer seiner Mitarbeiter hat die vermeintliche Quelle nach ihr benannt. Wenn da mal nicht was im Busch war…  😉

Die Freude über die Zivilisation wird allerdings hier merklich getrübt, denn mehr als in den großen Städten an der Ostküste wird der Alltag auch vom Leben der Aborigines beeinflusst. Während deren Kultur über die Grenzen des Kontinents hinweg bekannt ist und ihre Kunst weltweit beliebt ist, stehen hier in den vielen Galerien ausschließlich Weiße, die die Bilder und Malereien verkaufen. Die Aborigines sitzen in Parks, in Supermärkten oder auf Parkplätzen und scheinen nichts mit ihrer Zeit anfangen zu können. Während es immer noch intakte Stämme im Outback gibt, sieht man in den Städten vor allem das Leid dieser Menschen, die zwischen ihrer Kultur und der der Weißen keinen rechten Weg zu finden scheinen. Alkohol ist der tägliche Begleiter und schon die scheinbar unfreundliche Art der Ureinwohner macht uns Touris etwas Angst. Kein Lächeln, die Konversationen werden meist mit voller Wucht ihres Stimmorgans gehalten und der Geruch der ein Leben unter der heißen Sonne des Outbacks mit sich bringt, passt so gar nicht in unsere westliche Welt. Aber kann man diesen Menschen daraus einen Vorwurf machen? Wir haben uns mit diesem Thema ein wenig beschäftigt, weil wir überrascht waren, von dem scheinbaren Elend der ehemaligen Herren über dieses Land. Ob es sich dabei tatsächlich um fremd- oder selbstverschuldetes Leid handelt, oder ob man hier überhaupt von Leid sprechen kann, können wir auch nicht beantworten. Aber diese Seite von Australien haben wir in keinem Reisebericht gelesen…

Aber noch etwas bringt das Leben der Aborigines und anderer Australier im Outback mit sich, nämlich die Frage nach medizinischer Versorgung wenn weit und breit kein Arzt zu finden ist. Hierfür gibt es den Royal Flying Doctor Service und deren Station in Alice schauen wir uns an. Es hat etwas von Hollywood Helden wie uns die fliegenden Ärzte präsentiert werden, doch das ist das wahre Leben und diese Männer und Frauen stellen die Versorgung von über 36.000 Personen auf sage und schreibe 2,3 Millionen km² sicher. Wir waren jedenfalls wirklich begeistert, schließlich passen die auch auf uns auf, falls wir sie brauchen…  🙂

Ebenfalls zum Outback gehören nun mal alle Arten von Schlangen, Echsen und Krabbeltieren. Wir sind nur bei den Echsen und Schlangen geblieben, aber dafür haben wir die ganz nah ran gelassen, wie ihr in unseren neuen Passfotos sehen könnt !  😉

Von Alice aus lassen wir diesmal wieder einen Busfahrer fahren, aber Moment mal, ist das auch der Postbote? Wie sagt unsere neue Reisebegleitung Silke: Man merkt dass man im Outback ist, wenn der Überlandbus alle halbe Stunde an einer Farm stoppt und die Post abgibt! Das wussten wir auch noch nicht! 😀

Nach 22 h kommen wir in Darwin an, einer gaaanz anderen Welt! Die Einwohner bleiben teilweise die gleichen, werden aber noch tatkräftig von Asiaten aus allen Ecken des nächsten Kontinents unterstützt. Wen wundert`s, denn Darwin liegt schließlich näher an Indonesien als am Rest des eigenen Landes! Auch das feucht-warme Wetter und der urwaldgleiche Botanische Garten erinnern an die Tropen. Wenn jetzt auch die Preise asiatisch wären könnten wir glatt länger bleiben! 😉

Charles Darwin muss hier, als Namensgeber der Stadt,  einiges vorgefunden haben an Pflanzen, Tieren und Meeresbewohnern. Wir überzeugen uns davon im Museum, auch um der Hitze zu entkommen und werfen auch gleich einen Blick auf Sweatheart, das 5,1m lange ausgestopfte Krokodil, das einem dann doch einen Schauer über den Rücken jagen kann. Wegen dessen Familienmitgliedern und den vielen Quallen können wir hier das Meer nur an geschützten Stellen genießen, aber besser ein Stadtstrand als gar keiner! 😉

Eine ganze Woche verbringen wir hier, schließlich ist Ostern und es läuft nicht so viel… Und zum Abschluss haben wir uns etwas ganz Besonderes aufgehoben, der erste Mindil-Beach-Market des Jahres. Dieser Markt ist die Hauptattraktion der Trockenzeit, die mit unserer Ankunft angefangen hat. Und auch hier fühlt man sich gleich nach Asien versetzt. Kleine Garküchen, bunte Klamottenstände und viel Livemusik. Die Aborigines zeigen den Touris mal wie man mit den Hüften schwingt und zum Abschied gibt’s auch noch ein Feuerwerk! Da hat sich Darwin ja was für uns einfallen lassen! 😀

Jetzt kann die Reise weiter gehen, immer in Richtung Perth, wo Christinas Zweitwohnsitz auf uns wartet… 😉

Bis dahin, euch schöne Frühlingstage und liebe Grüße aus Darwin!

Seb und Ela



Roadtrip durchs Outback

24 04 2011

Nach den Annehmlichkeiten eines Studentenlebens in Adelaide sollte unsere Reise also nun weitergehen. Also ab ins Outback, wohin auch sonst?!? Auch dieses Mal können wir eine „Relocation“ ergattern und freuen uns über unser neues Einfamilienhaus. Ganz im Ernst, so einen großen Camper hatten wir nicht erwartet, denn unser neuer fahrbarer Untersatz hatte Schlafmöglichkeiten für 6 Erwachsene!

Auf dem Plan standen ca. 2.100 km in vier Tagen, denn auf dem Weg zu unserem Zielort Alice Springs liegt ja noch so ein großer roter Stein mitten im Nirgendwo und wir haben gehört, dass man sich den doch anschauen sollte :-). Nach den ersten 300 Kilometern veränderte sich dann auch so langsam die Landschaft. Wir sehen zum ersten Mal was uns die nächsten vier Tage landschaftlich erwartet, eine einfach nur unendliche Weite! Flach aber zu unserer Verwunderung nicht ganz so trocken wie erwartet, parken wir unser „Häuschen“ am ersten Abend an einem der so genannten „Roadhouses“. Hier gibt´s nicht nur Sprit für den Camper, sondern auch für unsere trockenen Kehlen. Die schwierigste Entscheidung des Tages war dann in welchem der sechs Betten wir denn nun jetzt schlafen…und nach langem Hin-und Her wurde unsere Essecke dann zum Bett funktioniert. Aber wo denn morgen frühstücken? Kein Problem, wir haben ja noch ein zweites Wohnzimmer ;-).

Ihr kennt doch bestimmt alle Coober Pedy, oder? Nein, auch nicht weiter schlimm…in jedem Fall liegt der kleine Ort auf unserer Route und dementsprechend mitten im Nirgendwo. Was den Ort aber ganz interessant macht, ist der dort vor ca. 100 Jahren entdeckte Opalstein. Deshalb gibt´s hier jede Menge unterirdische Opalminen und wir lassen uns bei einer wirklich interessanten Tour viel über die Geschichte und die heutige Arbeit in der Mine erzählen. Ein Stopp, der sich in jedem Fall gelohnt hat. Da wir ja während der ganzen Fahrerei viel Zeit haben, hat der Co-Pilot die Aufgabe nach Kängurus Ausschau zu halten, denn die soll man ja im Outback so oft sehen. Haben wir auch…waren aber alle tot! Selbst bei unseren kleinen „Nachtwanderung“ am zweiten Abend haben wir leider kein Glück gehabt ;-( . Dafür flitzen am nächsten Morgen zwei Emu´s an uns vorbei und die ein oder andere Outbackkuh winkt uns auch gelegentlich zu. Am dritten Tag sollen wir ihn dann noch endlich zu Gesicht bekommen, Uluru oder meist auch besser bekannt als Ayers Rock! Aus weiter Entfernung meinen wir ihn bereits erkennen zu können, erste Bilder werden geknipst aber warum fahren wir denn dran vorbei? Ganz einfach, es war Mount Conner, deshalb! Peinlich, peinlich, aber wir haben ja nicht verlernt über uns selbst zu lachen! Außerdem erfahren wir später, das wir nicht die ersten und wohl auch nicht die letzten waren, die da was verwechselt hatten. Wir erreichen den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark am Nachmittag und haben noch etwas Zeit uns auch die sogenannten Olgas, hier gibt´s nicht nur einen Stein sondern gleich 36 davon, anzuschauen. Zum Abschluss wird dann ein weiteres Highlight einer Autralienreise abgehakt, der Sonnenuntergang am Ayers Rock. Wirklich beeindruckend und einfach schön! Leider gibt keines der Bilder die abendliche Stimmung wieder, ihr müsst es euch also selbst anschauen…

Nach vier Tagen und über 2.000 km kommen wir also in Alice Springs an. Auch wenn wir viel im Camper gesessen haben, war es eine tolle Erfahrung selbst durchs Outback zu fahren. Die großen Distanzen sind für uns einfach unvorstellbar und der Himmel scheint im Outback irgendwie unendlich zu sein. Von Alice Springs aus sind es bis zur Nord- und Südküste Australiens jeweils 1.500 km, West- und Ostküste liegen über 2.000 km entfernt. Wie sollen wir hier bloß wieder raus kommen?

Österliche Grüße aus Down Under,

Ela und Seb



Hard work Great Ocean Road

18 04 2011

Von Melbourne aus geht es für uns nach Adelaide und wie schon berichtet bleiben wir mal wieder beim Busfahren, oder besser, beim Bus-Zurückfahren. `Relocation´ ist also angesagt, und 1.000 km in 3 Tagen grenzt schon an echtes Arbeiten  😉 . Wir holen also in Melbourne unseren Camper für die nächsten 3 Tage ab und düsen los, schließlich nehmen wir nicht den kürzesten, sondern den schönsten Weg nach Adelaide – die Great Ocean Road. Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Küstenstraße die sich im Bereich Victoria um die Südküste schlängelt.

Ich bin eigentlich noch ein bisserl verschnupft und gar nicht für Strand zu begeistern, nachdem es auch nur noch so um die Anfang 20° sind. So fällt es die ersten Kilometer schwer die Augen aufzuhalten auf dem Beifahrersitz. Doch ein Anruf von Christina ändert das, denn sie hat die Great Ocean Road schon gesehen und erzählt mir von Koalas in den Bäumen am Straßenrand. Ok, ich bin hellwach! Natürlich lassen die kleinen Bären jetzt auf sich warten, doch als wir die ersten Touristen passieren, die in den Himmel zu fotografieren scheinen ist uns klar, hier müssen Koalas in den Bäumen sitzen! Bei einem kurzen Spaziergang durch den Eukalyptuswald im Otway Nationalpark bekommt man einen steifen Nacken vom ständigen Hälse recken nach dem kuscheligen Wahrzeichen Australiens. Mittlerweile hat sich auch das Wetter gebessert und die Sonne ist zurück! Meine Stimmung ist jetzt also auf einem Höhenflug und der Tag hat sich schon gelohnt. Aber es geht ja noch weiter, denn die Hauptattraktion unserer Tour sollen die `12 Apostel´ sein, eine Felsformation an der wilden Surferküste. Wie so oft in diesem Jahr (bis jetzt) haben wir mal wieder Glück und sind pünktlich zu Beginn des Sonnenuntergangs am Aussichtspunkt. Mit den anderen Touristen wetteifern wir also um die schönsten Fotos an diesem Abend, und was soll ich sagen – natürlich haben wir gewonnen! 😉

Aber die 12 Apostel sind nicht die einzige Sehenswürdigkeit an der Küste. So verbringen wir den folgenden Tag mit langen Strandspaziergängen, dank der Nebensaison fast ohne Mitmenschen, in der Bay of Islands, die den Aposteln in Sachen Schönheit in nix nachsteht! Außerdem sehen wir später noch Emus und sogar Kängurus in Tower Hill einem ehemaligen Vulkankrater. Leider der letzteren nur wenige Lebendige aus der Ferne und viele nicht mehr so springfreudige am Straßenrand 🙁 . Am Blue Lake in Mt. Gambier finden wir einen kleinen Platz für den guten Camper, er hat seine Sache bis jetzt gut gemacht!

Am letzten Tag heißt es dann draufhalten um das Auto rechtzeitig in Adelaide abzugeben. Unseren Auftrag haben wir damit erfüllt und für uns steht fest, dass wir solche Arbeit bald noch mal machen…

In Adelaide angekommen müssen wir uns ebenfalls nicht mehr um eine Unterkunft kümmern, denn wir haben in Argentinien einen Inder kennengelernt, der in Australien studiert und mit dem wir gemeinsam nach Chile gereist sind… Nicht so einfach ne? Auf jeden Fall ein ganz lieber Kerl namens Vimal, bei dem wir jetzt ein paar Tage verbringen!

Da er eine ganze Studentenwohnung zur Verfügung hat bekommen wir unser eigenes Zimmer und fühlen uns gleich wie daheim! Am Sonntag können wir uns dann auch gleich so richtig australisch fühlen, denn was macht ein Aussie an einem freien Tag? Cricket spielen! Wir dürfen beim Backyard Cricket von Vimals Hausblock mitspielen und finden das Spiel jetzt gar nicht mehr so langweilig wie es im Fernsehen immer aussieht! 😉

Dank Vimal kommen wir uns schnell wie einheimische Studenten vor, vielen Dank noch mal an unseren neuen Lieblings-Inder! 🙂

Ansonsten schauen wir uns natürlich die Stadt an, die mit Melbourne und Sydney nicht viel gemein hat. Adelaide ist eine gemütliche (Groß-) Stadt, die sich den Kleinstadtcharme bewahrt hat. Außerdem hat sie einen großen Pluspunkt; Sie hat um sich herum gleich mehrere Weinanbaugebiete! Wir besuchen die Adelaide Hills, in denen damals Deutsche mit dem Weinbau begonnen haben. In dem “deutschen“ Dorf Hahndorf finden wir aber erst mal viele Bierstuben in denen ausschließlich Oktoberfestmusik läuft! Und da wundert man sich über das Bild der Deutschen als gemütliche Lederhosenträger? 😉

Aber es gibt ja eben auch Weingüter die wir besuchen wollen und mit den europäischen Bäumen im Ort zieht hier auch der “deutsche“ Herbst ein mit buntern Blättern und raschelndem Laub auf dem Boden. Wir verstecken uns vorm Regen in der Probierstube vor dem offenen Kamin, das bringt Heimtagefühle!

Aber nicht so schnell, zu Hause können wir noch lange genug haben! Erst mal sieht der Plan anders aus… Es ist uns zu kalt, und wo fährt man dann in Australien hin? Ins Outback!!!

Und ich kann schon mal sagen, die Strecken werden länger, die Autos werden größer!

Aber das ist eine ganz andere Geschichte… 😀

Lg, Ela und Seb



Sydney oder doch ein großer Zoo?!?

11 04 2011

Da sind wir also nun, Australien soll es dann jetzt sein oder wie sagt man doch so schön, „Down Under“. Ein Land so groß, dass es für einen ganzen Kontinent reicht. Mal ganz abgesehen von den unterschiedlichen Klima- und Zeitzonen…wo sollen wir da bloß anfangen?

Wir entscheiden uns für die größte Stadt des Landes, Sydney. Hier leben ca. ¼ aller Australier und nach fast sechs Tagen Stadterkundung verstehen wir inzwischen auch warum. Wir schlendern durch den wirklich einmalig schönen Hafen vorbei an Harbour Bridge und der berühmten Sydney-Oper, in „The Rocks“ erfahren wir einiges über die noch junge Geschichte der Stadt und des Landes, denn entdeckt wurde Australien erst 1770. Wir wohnen in Kings Cross, dem früheren Rotlichtviertel der Stadt. Hier reiht sich eine Bar an die nächste, Trubel rund um die Uhr quasi. In den Stadtteilen Bondi und Manley gibt´s wunderschöne Stadtstrände zum erholen und baden. Im botanischen Garten, eine grüne Oase mitten in der Stadt, lernen wir dann zum ersten Mal die australische Tierwelt kennen. An die weißen Kakadus und viele weitere Vogelarten haben wir uns schnell gewöhnt. Als aber über unseren Köpfen am ersten Abend riesige „Fledermäuse“ auftauchen, wird´s uns dann doch etwas mulmig. Die Flying Foxes (Flughunde) gehören aber einfach zum Stadtbild dazu und hängen zu tausenden kopfüber in den Bäumen bevor sie sich bei Anbruch der Dunkelheit auf die Socken machen.

Wir erleben Sydney zu Fuß und mit der Fähre vom Wasser aus. Unsere Mittagspausen finden meistens in den schönen Parks statt, mit Blick auf Oper und Hafen. Außerdem hat die Stadt einen tollen Fischmarkt, wo wir uns den Fang des Tages auf dem Grill frisch zubereiten lassen…lecker!!!

Ein weiteres Highlight einer jeden Stadterkundung soll das so genannte „World Heritage Pee“ in der Oper von Sydney sein, auf gut deutsch also eine Pinkelpause im Weltkulturerbe! Die großen Erwartungen an die Örtlichkeiten werden allerdings nicht erfüllt, wir sind der Meinung, dass ein“ Fassdauben-Pee“ viel mehr Spaß macht… 🙂

Aber da Australien ja bekanntlich noch viel mehr zu bieten hat, machen wir uns wieder auf den Weg. Wir fliegen weiter nach Melbourne und hier erfahren wir mal wieder was Gastfreundschaft heißt. Auf unserer Stadterkundung in Sydney haben wir Colin kennen gelernt und obwohl wir ihn nur fünf Minuten kennen, lädt er uns ein, während unseres Aufenthaltes in Melbourne bei ihm und seiner Frau im Haus zu wohnen. Nach anfänglicher Skepsis – ja so sind wir Deutschen wohl eben – willigen wir ein und trauen unseren Augen kaum als wir unsere Unterkunft sehen. Ein eigener Bungalow im Garten mit Bad und anliegendem Pool, wir werden vom Bahnhof abgeholt, abends geht’s zum gemeinsamen Essen mit Freunden und am letzten Abend gibt´s ein leckeres Barbecue im Garten. Gerne wären wir noch ein paar Tage in unserem kleinen „Ferienhaus“ geblieben aber da wir kurzfristig quasi so etwas wie einen „Job“ gefunden haben müssen wir leider etwas früher abreisen als geplant.

Jaja, ihr hört richtig, wir arbeiten sogar mal was, wobei wir ehrlicherweise zugeben müssen, dass wir unsere „Arbeit“ wieder mit dem Nützlichen verbinden. Viele Touristen sind ja hier mit dem Campervan unterwegs, starten z.B. in Adelaide und geben ihr Gefährt wieder in Melbourne ab. Aber irgendwie muss der gute Camper ja wieder zurück nach Adelaide…und da fängt dann unser „Job“ an. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag haben wir in unserem Fall drei Tage Zeit um die knapp 1.000 km von Melbourne nach Adelaide zurückzulegen, den Sprit zahlt zum größten Teil die Camperfirma, alles in allem also eine gute Sache, oder? 😉

Wir werden die nächsten Tage unseren Arbeitsbericht online stellen, damit ihr auch sehen könnt wie hart günstiges Reisen in Australien sein kann… 🙂

Ach so, bevor ich´s vergesse, es steht noch eine Einladung offen. Damit sich später keiner von euch beschweren kann ich hätte nicht eingeladen. Am 25. September diesen Jahres würde ich mich freuen mit euch meinen 30. Geburtstag zu feiern. Die Fete startet gegen 19.00 Uhr im Bürgerhaus in Hongkong. Absagen werden nur in dringenden Ausnahmefällen geduldet!

At least, a big thank you to Colin and his wife Patricia for the great but too short time in Melbourne! We hope to see you one time again in the Mosel valley…!

Viele Grüße aus Down Under,

Ela und Seb

PS: Ein paar Melbourne-Bilder fehlen noch, wir arbeiten weiter dran! 🙂