Winterwonderland…und das bei 30°C!?!
15 12 2010Alles weiß um uns herum, totale Stille, die Sonne glitzert auf dem Boden und macht alles so hell, dass offene Augen ohne Sonnenbrille unmöglich sind… Das klingt sehr nach Winterwonderland, nur die Temperaturen, die passen nicht so ganz!
Unser nächstes Ziel macht es möglich, die Salar de Uyuni. Sie ist bei einem Bolivienbesuch einfach das absolute Muss und es gibt unzählige Touren und Anbieter um diesen riesigen Salzsee zu besuchen. Eigentlich wollten wir in Tupiza starten, aber weil uns diese Camargo-Sache dazwischen gekommen ist, starten wir nun den „typischen“ Weg, von der Wüstenstadt Uyuni aus eine 3-Tages Tour durch die Salar und Umgebung. Gleich am ersten Tag lernen wir diese unwirkliche Welt des Salzsees kennen. Wir besuchen ein Dorf, das komplett vom Salz lebt. Hier wird das Salz gewonnen, verarbeitet und verkauft. Außerdem natürlich den Touristen nähergebracht mit vielen Andenken die hier verkauft werden. Diese sind natürlich aus Salz und sogar die Häuser werden aus Salzklötzen gebaut, das trockene und warme Klima macht`s möglich. Wie immer in Bolivien ist die Arbeit hart, wird komplett von Hand erledigt und man wird nicht reich vom Lohn.
Danach geht’s mitten in die Salzwüste. Keine Ahnung wie schnell unser Jeep über die glatte weiße Fläche brettert, es gibt ja nichts an dem sich das Auge orientieren kann. Weit und breit nur weiß und ganz verschwommen im Hintergrund wieder Berge der „normalen“ Welt!
Wir erreichen eine Insel im See, wie eine Fata Morgana liegt sie hier mitten im Weiß, dicht bewachsen von riesigen Kakteen und besiedelt von ein paar Lamas. Nach einer Erkundung der Insel wenden wir uns den besonders wichtigen Dingen zu: den berühmten Fotos im Salar. Denn hier verschwindet der Raum nahezu vollständig, schließlich gibt es nichts außer weiß, und was man dann so anstellen kann, könnt ihr in den Fotos sehen… Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß! 😉
Übernachtet wurde dann im Salzhotel. Wände, Tische, Stühle und Betten aus Salz, alles außer der Kloschüssel… Obwohl es nachts empfindlich kalt wurde, hatten wir drinnen ein richtig nettes Klima, dank Salz!
Am zweiten Tag verlassen wir den Salar und erleben wie vielseitig Sand sein kann. Wüste ist nicht gleich Wüste und der Wind kann Dinge formen die faszinierender sind als jede Architektur. Bizarre Gesteinsformationen, Sand und Stein in allen Qualitäten und Farben. Jeder Stein hier ist anders und die meisten sind mit harten, trockenen Korallen überzogen, weil nicht nur die Salzwüste, sondern dieser ganze Landschaftsstrich vor vielen Jahren unter Wasser lag. Einige Lagunen zeugen noch heute davon und strahlen in verschiedenen Farben dank der gelösten Mineralien und der Mikroorganismen. Den letzteren sind auch die schönsten Bewohner dieser Gegend zu verdanken, denn wir können an diesem Tag gleich drei Flamingoarten bewundern. Am Nachmittag sind wir uns alle einig, dass dieser Tag einfach zu viel für die Augen ist! 🙂
Der dritte Tag beginnt für uns um halb 5, jawohl liebe arbeitenden Freunde zu Hause, wir müssen auch mal früh aufstehen! Allerdings werden wir auch gleich dafür belohnt mit einem Sonnenaufgang bei heißen Quellen und blubberndem Matsch und auf ca. 5.000 Metern Höhe. Entsprechend eingefroren bewundern wir die Landschaft und Frühstücken endlich bei heißen Quellen in denen man auch baden kann. Nach weiteren Flamingos und anderen Wüstentieren endet diese unglaubliche Tour für uns nahe der chilenischen Grenze. Wir haben die Chance ergriffen gleich nach Chile einzureisen, anstatt wieder an unseren Startpunkt zurückzukehren.
Die Einreise nach Chile verläuft einfacher als gedacht und nur 2 h Busfahrt entfernt ist man in einer komplett anderen Welt! Plötzlich sind alle Hostels sauber und perfekt hergerichtet. Die Menschen sehen fast aus wie in Europa und die Preise leider auch! Das ist also Chile. Natürlich freuen wir uns über verlässliche Busse und asphaltierte Straßen, aber so ganz ohne die chaotisch bunte Welt von Ecuador, Peru und Bolivien ist Reisen doch etwas Anderes!
Naja, erst mal verbringen wir sowieso nur 2 Tage in Chile in San Pedro de Atacama und erkunden per Rad diese weitere Wüstenlandschaft. Auch hier ist alles völlig unwirklich und wunderschön! Aber wie gesagt, in den nächsten Tagen wartet auf uns erst einmal Argentinien und nach Chile werden wir erst später zurückkehren…
Liebe Grüße ins verschneite Deutschland, Ela und Seb
Kategorien : Bolivien