Frischfleisch im Dschungel
2 12 2010So oder so ähnlich kamen wir uns vor in den letzten Tagen…
Aber erst mal muss man ja in den Dschungel kommen. Da die Busfahrt nach Rurrenabaque, den Startpunkt aller Touren, nicht besonders angenehm sein soll und außerdem 24 Stunden Fahrzeit in Anspruch nimmt, haben wir uns entschieden zu fliegen. Die Flüge waren relativ günstig und der Flug über den Dschungel soll an sich schon das Geld wert sein. Also buchen wir mit zwei verschiedenen Gesellschaften den Flug in und aus dem Dschungel. Schon beim ersten Flug (es war der teurere von beiden) komme ich mir vor wie im falschen Film als ich das Flugzeug sehe. Kleine Maschine hieß es vorher, aber dass überhaupt nur Platz für 20 Personen ist und man im Gang nicht mal annähernd stehen kann, das haben wir uns nicht gedacht. Mit diesem Spielzeugflieger ging es also in die Luft und jedes Luftloch wurde zu einer Runde Free-Fall-Tower. Seb hat dieses besondere Erlebnis genossen, ich habe beschlossen dass der Satz „ich fliege gerne“ so schnell nicht mehr aus meinem Mund kommen wird. Ich war einfach nur froh als wir an der Hütte namens Flughafen in Rurrenabaque auf der (seit Kurzem auch geteerten) Landebahn aufgesetzt haben…
Unsere erste Tour startete am folgenden Tag in die Pampas, eine Sumpf- und Flusslandschaft im Dschungel. Bis zum Fluss brachte uns ein sehr alter Jeep der ohne auch nur eine funktionierende Anzeige und ohne Schlüssel im Zündschloss funktionierte. Auf den ungeteerten Straßen wurde die Fahrt bei starkem Regen zur Rutschpartie, und nach einer Stunde Fahrzeit brach der erste Reifen. Ja, er brach, besser gesagt, die Felge. Aber nach einem schnellen Reifenwechsel (das scheint hier dazu zu gehören) und 2 weiteren Stunden abenteuerlicher Fahrt kamen wir endlich am Ausgangspunkt der Tour an. Hier sahen wir auch was uns die nächsten drei Tage erwarten würde: Hungrige Moskitos! Und nicht nur ein paar, nein, so viele Moskitos hatten keiner unserer Gruppe zuvor gesehen.
Mit einem Bötchen schipperten wir nun vorbei an kleinen und großen Kaimanen die am Ufer lauerten, bunten Vögeln, Affen in den Bäumen und natürlich goldigen Capabaris?!? (Flussschweinen). Immer begleitet von einer Wolke Moskitos war diese Fahrt trotzdem unglaublich schön! Die nächsten Tage verbrachten wir mit einer Anaconda-Suche durch die Sumpflandschaft (zu Fuß – und wir haben sogar eine Anaconda gefunden!), Sonnenunter- und Aufgängen und vielen Bootsfahrten um Tiere zu beobachten und pinke Flussdelphine zu finden. Wir waren bei allem erfolgreich, außer beim Piranha-fischen, aber ich brauchte auch wirklich nicht noch mehr Tiere für die wir Frischfleisch waren! Die Moskitos haben uns nach drei Tagen wirklich gereicht, denn die kleinen Plagegeister können einem schon auf die Nerven gehen über 24 Stunden am Tag!
Unsere zweite Tour ging nun mitten rein in den Dschungel, Gott sei Dank nicht mit dem Jeep (auf der Rückfahrt war ein anderes Rad platt) sondern mit dem Boot. Auf dem Rio Beni genossen wir 3 Stunden Fahrt, ohne Moskitos und mit Sonnenschein! Eine wunderschöne Landschaft trug ihren Teil dazu bei. Im Camp selbst erwarteten uns aber die nächsten hungrigen kleinen Vampire: die Sandflies! Die bemerkt man kaum und am nächsten Tag kann man sich nur über die vielen neuen Stiche wundern! Im Dschungel bekamen wir sonst vor allem Insekten zu Gesicht. Bunte Schwärme von Schmetterlingen, riesige Käfer im Schlafraum oder auch Grillen und Riesenheuschrecken. Auf Wanderungen rund um das Camp konnten wir viel über Überlebens- und Heilmethoden mit Hilfe der Pflanzen erfahren und haben am eigenen Leib erlebt was es heißt den Weg aus den Augen zu verlieren im Dschungel (wenn auch nur für kurze Zeit). Denn hier sieht alles gleich aus – keine Chance zur Orientierung und ohne Führer einfach unmöglich! Mit einer Dusche unterm Wasserfall wurde unsere Tour abgeschlossen und wir können sagen dass sich beide Touren wirklich gelohnt haben! Dank vieler kleiner roter Punkte am ganzen Körper werden sie uns auch in den nächsten Tagen im Gedächtnis bleiben…
PS: Die zurzeit etwas laengeren Wartezeiten liegen am bolivianischen Internet, das Hochladen der Bilder ist hier manchmal eine wirkliche Kunst. Die Redaktion bittet um Verstaendnis! 🙂 Der Link zu den Bildern vom See und der Dschungeltour wird schnellstmoeglich eingestellt.
Hey ihr zwei, ich hoffe das die Mückenstiche euch nicht mehr so lange nerven?!
Aber Ela mal ganz ehrlich. Wer diese Dschungeltour hinter sich hat, der lacht doch über Wildschweine an der Ardèche?! 🙂
Ich hoffe Seb darf mitlerweile auch da hin pullern wo er will 😉
Also, weiter so und passt auf euch auf!
Gruß Elmi
Servus ihr zwei,
hatte schon gedacht ihr hätten den Weg nicht mehr aus dem Dschungel gefunden. Kein Lebenszeichen von den beiden über eine Woche…
Aber schön dass ihr es doch geschafft habt.
Und Ela, Hut ab. Du imDschungel bei all deinen kleinen Lieblingstierchen!! Fetten Respekt!!!!
Gruß Theis
PS: Bei uns ist Glühweinmarkt angesagt!! Minus 9-6 Grad und der Glühwein schmeckt!! Gut wenn man in Trier arbeitet und nur 3 Minuten Weg bis zum ersten Stand hat!!!