Francisco Javier Ochoa Riviero

4 12 2010

…so heißt der kleine Kerl, den wir seit ca. 2 Jahren über die Hilfsorganisation World Vision unterstützen. Natürlich war uns schnell klar, dass wir unsere Südamerika-Reise mit einem Besuch bei ihm und seiner Familie verbinden. Die Anreise war mal wieder etwas beschwerlich und insgesamt 24 Stunden lang, denn natürlich wohnt „unser“ Francisco nicht in einem netten Appartement in einer bolivianischen Großstadt.

Beim zuständigen Büro in der Kleinstadt Camiri angekommen, stellte man uns zunächst einmal per Diavortrag! ausführlich das von uns unterstützte Projekt vor und die bisher umgesetzten Maßnahmen. Das gesamte Projektteam wurde uns vorgestellt und jeder einzelne Mitarbeiter erklärte uns sein Aufgabengebiet und wie lange er bereits dort arbeitet. Wir hatten wirklich nicht mit so viel Aufmerksamkeit gerechnet, waren aber wirklich froh so umfangreich über die Arbeit aufgeklärt zu werden. David, der Projektleiter, erzählte uns später dann auch, dass wir erst die zweiten Besucher in diesem Jahr sind. Die einzelnen Maßnahmen hier nun zu nennen wäre sehr umfangreich, aber grundsätzlich stehen Themen wie Gesundheit, Bildung, Hilfe bei der Landwirtschaft usw. auf der Agenda. In den letzten beiden Jahren wurde das betreute Dorf z.B. mit zwei Wassertanks ausgestattet, damit ist die Wasserversorgung für immerhin 1.000 Einwohner sichergestellt. Zurzeit wird eine zweite Schule gebaut und somit ein Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule gewährleistet. Bisher mussten die Kinder immer in einen weit entfernten Ort gebracht werden um die weiterführende Schule zu besuchen, was für einige Familien allerdings nicht möglich war. Ein fahrbarer Untersatz steht hier in den seltensten Fällen zur Verfügung.

Francisco, 6 Jahre alt, zwei Geschwister, ist ein sehr schüchterner kleiner Kerl. Aber wir hatten ja auch nicht erwartet, dass er uns gleich in die Arme springt. Er wohnt gemeinsam mit seiner Mutter bei seinen Großeltern. Das reicht allerdings noch nicht, denn in dem kleinen Häuschen müssen noch weitere Onkel und Tanten inkl. Kinder unterkommen, so grob überschlagen sind´s dann wohl so um die 15 Personen auf ca. 60m². Da Francisco lt. unseren Infos gerne Fußball spielt (braver Junge!) haben wir vor unserem Besuch noch einen neuen Ball gekauft. Er hat sich natürlich riesig gefreut, ich musste allerdings beim anschließenden Spiel feststellen, das er sich vielleicht doch noch eine weitere Sportart aussuchen sollte 😉 . Ela meinte dann, dass er aber doch sehr gut malen könnte…so wünscht man sich „seinen“ Jungen doch, oder? 🙁

Während unseres kleinen Kicks wurde vom Rest der Familie das Essen zubereitet. Franciscos Opa erzählte uns, dass solch ein Essen (Fleisch, Kartoffeln, Möhren und Reis) immer zu besonderen Anlässen zubereitet wird. Nach dem Mittagessen wurden wir durch das Dorf geführt, uns wurde die alte und neue Schule gezeigt und die weiteren Maßnahmen die bisher umgesetzt wurden. Danach hieß es dann leider Abschied nehmen und ein wirklich bemerkenswerter Tag ging zu Ende. Selbst heute, also einige Tage danach, denken wir noch oft an unseren Besuch. Eine so große Familie, die trotz der begrenzten Möglichkeiten und der nicht vorhandenen finanziellen Mittel nicht weniger glücklich erscheint als wir und uns mit solcher Gastfreundschaft begegnet ist. Wir sind wirklich froh darüber, diese Erfahrung gemacht zu haben und wer weiß, vielleicht können wir unseren Besuch ja irgendwann wiederholen…

Nach einer weiteren Nacht in Camiri sind wir gestern Morgen in Sucre, der Hauptstadt Boliviens angekommen. Aber auch dieses Mal war der Weg wieder das Ziel, denn die Straße von Camiri nach Sucre ist nicht geteert! 15 Stunden Nachtfahrt standen uns also bevor und als wir dann unseren Bus gesehen haben, war´s um uns geschehen. Wir sind uns ziemlich sicher, das die Spanier ihn bei der Entdeckung Südamerikas im 15. Jahrhundert mitgebracht haben…es kann eigentlich nicht anders sein. Naja, das kann ja heiter werden! Als dann kurz nach dem Start auf meinem IPod das Lied „Dieser Weg“ (…wird kein leichter sein…) von Xavier Naidoo lief, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Alle zwei bis drei Stunden wurde pausiert (Pinkelpause!!!), mal abgesehen von den Pausen mitten im Nirgendwo als der Busfahrer mit einem Hammer bewaffnet unter das linke Vorderrad krabbeln musste. Nach 4-5 Schlägen konnte die Reise aber dann problemlos weitergehen. Aber…wir sind angekommen, zwar etwas übermüdet, dafür aber um eine Erfahrung reicher. Dieses letzte Busabenteuer könnt ihr zu Hause übrigens einfach nachmachen, kauft euch einen alten VW Bulli und fahrt 15 Stunden durch den „Steinbruch“ in Taben-Rodt. Beweise inkl. Foto können uns per E-Mail übermittelt werden 😉

Lg aus Sucre, Ela und Seb



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3 Antworten zu “Francisco Javier Ochoa Riviero”

  • Esther, Öffi und Nona sagt:

    jgfrhjklggcrfbkomhgdeaybjjgcchjjjojghgvnjkjcvbbvhj+

    zzgffghghhbgcvh.,kzmuivgfvvv

    Übersetzung:
    „Gibts den Ball auch für mich in HSV – Farben?????

    Gruß NONA

  • Mama sagt:

    Da seht ihr mal wie gut ihr es als Kinder hattet auch wenn euer eigenes Zimmer nicht so gross war. Gut wenn man mal eine andere Seite zieht. Schade das manche Kinder hier sowas nicht mitbekommen. Dicker Kuss

  • Die von der Baustelle sagt:

    Toll, dass es nach allem hin und her doch doch mit dem Besuch bei dem Kleinen geklappt hat!
    Sind ganz überrascht, dass dort offenbar nur selten die „Paten“ vorbeischauen. Und dann so ein Emfpang für euch mit besonderem Essen .. man kann aus eurem Bericht förmlich rauslesen, dass dieser Tag wohl ein ganz besonderer für euch war!

    🙂

    @ Seb: Wir lieben Deine Hose!

    Liebste Grüße
    Kaddy & Peter

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