Fröhliche „Wein-nacht“!

26 12 2010

Malbec, Merlot, Syrah oder doch lieber einen Cabernet Sauvignon? Das war eigentlich die wichtigste Frage in den letzten Tagen. Was wir vorab nicht für möglich gehalten haben, hat doch noch geklappt, Weihnachten auf einem kleinen Weingut in Argentinien! Und mit klein meinen wir auch wirklich klein, denn über die 1,7 Hektar Rebfläche können die meisten Weingüter hier nur müde grinsen. Okay, dazu kommt noch mal die gleiche Fläche an Olivenbäumen. Also für uns quasi die perfekte Unterkunft und da die Familie nur ein kleines Häuschen zu vermieten hat, sind wir auch die einzigen Gäste…herrlich!

Wir bleiben 2 ½ Tage und leihen uns wie bei unserem ersten Besuch drei Tage zuvor Fahrräder aus. Der Drahtesel ist wirklich die schönste Art die Umgebung rund um Maipu zu erkunden, auch wenn uns bei über 35°C öfter auch der Schweiß ausbricht. Aber Rotwein ist ja bekanntlich der beste Durstlöcher… 🙂

Wir steuern also wieder ein paar nette Weingüter an und probieren uns durch die Weinstuben. Überwiegend kommt natürlich Rotwein ins Glas, aber wir haben mit dem Torrontés auch einen sehr leckeren Weißwein gefunden. Natürlich nicht so gut wie unser Riesling, aber immerhin…! Was den Rotwein betrifft, müssen wir allerdings den Hut vor dieser Region ziehen, er ist wirklich fantastisch! Auch hier gibt´s natürlich Unterschiede, aber das Klima und die fast 300 Sonnenstunden im Jahr sind nicht schlechtesten Voraussetzungen für einen guten Rotwein, oder? In der Weinregion rund um Mendoza werden übrigens über 70% der argentinischen Weine angebaut. Die gesamte Anbaufläche beträgt…???…keine Ahnung, ziemlich viel in jedem Fall! (Sorry, aber hier schreibt der Laie, die Weinexpertin liegt am Pool).

So kann der Heiligabend also kommen…

Morgens geht´s noch mit Rad auf eine kleine Weinrunde, die meisten Bodegas haben allerdings bereits geschlossen. Nachmittags noch ein Sprung ins kühle Nass…ja, Sorry…wir hatten auch einen Pool für uns alleine! Ich (Seb) bin allerdings der Meinung, das es gg 16:30h auch einmal Zeit wird, die erste Flasche Rotwein zu öffnen (das sollte sich später als schwerwiegender Fehler rausstellen 🙂 ). So nimmt das Schicksal eben seinen Lauf und trotz leckerem Essen sitzen wir beide (ja, auch Ela hatte da schon einen im Tee…) um Punkt 21:00h leicht beschwipst in der Kirche. Da wir es ja von zu Hause aus gewöhnt sind, dass man Heiligabend geschätzte 6 Stunden vor Beginn der Messe in der Kirche sein muss, sind wir natürlich etwas früher an, naja 10 Minuten vorher eben. Hier ist das allerdings alles etwas anders. Da zum eigentlichen Beginn der Messe um neun Uhr die Kirche nur halb gefüllt ist, wird eben noch 15 Minuten gewartet…alles ganz normal. Die Messe ist zwar nicht ganz so feierlich wie bei uns, okay abgesehen vom gegenseitigen Frieden wünschen, da wird hier geknutscht, gedrückt und umarmt, war wirklich schön…und da in der Kirche gefühlte 40°C waren, sind wir im Anschluss an die heilige Messe auch wieder nüchtern… 🙂

Also wird der Rotwein doch noch leer gemacht und trotzdem liegen wir schon vor 12 im Bett! Allerdings ist nicht wirklich an Schlafen zu denken, denn die „stille und heilige Nacht“ sieht hier etwas anders aus…um Punkt Mitternacht fangen sämtliche Nachbarn an zu ballern was das Zeug hält – Feuerwerk, nicht nur Getränke! 😉 Kurze Zeit denken wir darüber nach, ob eine Zeitverschiebung von sieben Tagen möglich ist…aber nee, das gehört hier anscheinend dazu. Hatten die heiligen drei Könige nicht auch Feuerwerk dabei? 😉

Nach diesen drei schönen Tagen sind wir heute Nachmittag wieder zurück nach Mendoza gefahren und warten gerade auf unseren nächsten Nachtbus, es geht nach Cordoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens. Hier treffen wir Bettina und Panky, die ebenfalls seit ein paar Tagen hier sind und wir freuen uns natürlich auf den „überraschenden“ Besuch aus der Heimat. Außerdem soll ich mich nach der „Schmach von Cordoba“ umschauen…bin mal gespannt ob sie nach so langer Zeit immer noch in Cordoba wohnt. Ach so, die Hand Gottes haben wir übrigens noch nicht gefunden, die wohnt nämlich in Buenos Aires. Sollten wir Diego finden, frag ich ihn gleich mal ob er inzwischen Thomas Müller kennt… 🙂

Zum Schluss wollen wir noch einen kleinen Dank loswerden und zwar an Theis, unseren wirklich fleißigen Kommentarschreiber, wobei er mir ja eigentlich danken müsste, denn ohne meine neuen Hosen hättest du ja nichts zu erzählen…ne Quatsch!…wir haben gehört, dass deine Kommentare zu Hause fast schon Kultstatus haben. Wir freuen uns immer wieder was aus der Heimat zu hören, also schreibt weiter fleißig eure Einträge.

Sollten wir uns nicht mehr hören, wünschen wir euch auf diesem Wege schon einmal einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir werden dann wohl in Buenos Aires sein und vier Stunden nach euch ins neue Jahr starten…Ach so, bitte räumt unsere Bude nach Ela´s Geburtstagsparty wieder auf…danke! 🙂

So, genug dummes Zeug. Macht´s gut und Lg,

Ela und Seb

Kleiner Exkurs zum Anbaugebiet Mendoza (Ela ist zurück vom Pool 🙂  )

Fakten über das Anbaugebiet kann man natürlich im Internet nachlesen, wir wollen euch ja nicht mit Zahlen langweilen… Nur so viel: Wir haben Bodegas von 1,7 bis zu 115 ha Fläche besucht, vom Familienbetrieb mit Tradition bis zur neuen Kellerei und es war sehr interessant! Aber das Beste in einfach das System hier mit dem Fahrrad alles an einem Tag erkunden zu können. Denn mal ehrlich, Mendoza liegt mitten in der Wüste und was die Landschaft angeht kann es mit Saar und Mosel nicht im Geringsten mithalten! Durch die Weinberge fahren ist hier quasi unmöglich, alles spielt sich an einer (stark befahrenen) Strasse ab. Die Bodegas selber aber haben zu günstigen Preisen (3-5 EUR) ein nettes Angebot an kleinen Touren durch jedes Weingut inkl. einer Mini-Probe… In der Galerie findet ihr auch ein paar Bilder aus den Weingütern.

Die Wüstenlage ermöglicht es den Winzern übrigens die komplette Bewässerung der Reben steuern zu können, wodurch (so einer der Betriebe) es in Mendoza leichter ist Rotwein anzubauen als sonst irgendwo auf der Welt. Uns hat er jedenfalls sehr gut geschmeckt!

Und für die besonders Interessierten hier die Links der von uns besuchten Bodegas:

Unsere Unterkunft an Weihnachten: http://www.bodegacavagnaro.com.ar/bb.htm

Bodegas:

http://www.carinaevinos.com  (klein, aber fein… Elas Favorit!)http://www.familiaditommaso.com (die älteste Kellerei in Maipu, ein Familienbetrieb)

http://www.tempusalba.com (groß und sehr schön, Sebs Favorit)http://www.elcerno.com.ar (leider keine Kellerführung als wir da waren…)

http://www.bodegalarural.com.ar/mundolarural.htm (große Bodega mit Weinmuseum)

http://www.laursa.com.ar/home.htm (lecker Oliven – 10 ha!!!)