Die Erde bebt…

22 02 2011

…bei uns ist aber alles ruhig!

Wir hoffen ihr habt euch noch keine allzu großen Sorgen gemacht! Wir sind zwar auf der Südinsel (Eintrag folgt) aber an der anderen Küste und das Beben in Christchurch haben wir nicht mitbekommen!

An alle die versucht haben sollten uns zu erreichen: Da unsere deutschen Nummern ausgelaufen sind haben wir hier eine Handy-Karte gekauft. Wenn wir Netz haben sind wir erreichbar unter 0064-220120425.

Unsere Reise kann wie geplant vortgesetzt werden!

Liebe Grüße aus Neuseeland! Seb und Ela



Ein heißes Pflaster…

19 02 2011

Die Nordinsel…unendliche Weiten…vom hohen Norden geht´s für uns wieder in Richtung Süden, weiter nördlich ging ja schließlich nicht mehr. Der Lake Taupo, das größte Binnengewässer Neuseelands war unser Zielort. Auf dem Weg dorthin wurde allerdings noch in Rotorua Halt gemacht. Die Erde brodelt, Geysire sprudeln und es stinkt manchmal fast unerträglich nach faulen Eiern. Hört sich doch nach einem netten Ort an, oder? Naja, faszinierend ist das schon was Mutter Erde so alles drauf hat und wir gönnen uns im Stadtpark ein nettes heißes Bad in einer der vielen heißen Quellen. Für einen längeren Aufenthalt scheint die Stadt, die auch viel über die Geschichte der Maoris zu erzählen hat aber nicht geeignet. Am bereits erwähnten Lake Taupo wird dann mal wieder ausgespannt, naja zumindest ein Teil unserer Truppe legt für zwei Tage die Beine hoch. Nadine und Micky ziehen es vor aus über 4.000 m aus einem Flugzeug zu springen…jeder eben wie er mag 😉

Ein breites, stundenlanges Dauergrinsen scheint die Folge zu sein…

Nach zwei Tagen Erholung packt uns dann wieder das Abenteuerfieber. Zum Glück liegt ca. 70 km vom See entfernt der Tongariro National Park. Auch hier gibt´s jede Menge Vulkane, dampfende Quellen, bunte Seen und leider auch den netten Geruch von Schwefel. An manchen Stellen scheint selbst unser Wanderweg mit Fußbodenheizung ausgestattet zu sein. Die Landschaft rund um den Mount Ruapehu, den höchsten Vulkan in diesem Park, ist wirklich einzigartig und beeindruckend. Einen kleinen Hobbit haben wir allerdings nicht gefunden… 🙂

Am nächsten Morgen soll die Reise wieder weitergehen und zwar nach Waitomo. Der Ort an sich mit seinen gut 40 Einwohnern könnte auch irgendwo auf dem Saargau liegen, sehenswert sind allerdings die vielen Höhlen die sich unter der Erde gebildet haben inklusive deren Bewohner, den Glühwürmchen. Da der Neuseeländer an sich ja einen an der Schüssel hat, geht´s dann natürlich nicht mit einer normalen Höhlenbesichtigung unter die Erde, nein, Black Water Rafting  muss dann schon drin sein, oder? Also ab in den Neoprenanzug, Helm auf, Stirnlampe an und auf geht´s! In manchen Höhlen wird´s dann schon mal recht eng und gerade für unseren Neudreißiger Peter mit seinen knapp zwei Metern Länge ist das nicht immer so einfach…nach knapp zwei Stunden „unter Tage“ im ca. 13 Grad „warmen“ Wasser sind wir dann auch wieder froh Tageslicht zu sehen. Abends wird wie so oft der Grill angeschmissen und der Tag bei einem kühlen Blonden ausklingen gelassen…Grillen im Februar ist eben doch eine feine Sache!!!

Der Folgetag ist eine Reisetag denn wir legen die Strecke von Waitomo bis nach Wellington (470 km bzw. 7 Stunden Fahrt) an einem Tag zurück. Wellington ist die Hauptstadt Neuseelands und liegt am südlichsten Zipfel der Nordinsel. Für einen kurzen Stadtbummel bleibt noch Zeit, für mehr allerdings nicht denn wir nehmen am nächsten Morgen die Fähre in Richtung Südinsel. In knapp 3 ½ Stunden geht´s über die Cook Strait durch die tolle Landschaft der Marlborough Sounds (wo wohnt eigentlich der Marlboro-Cowboy?) nach Picton. Das Abenteuer Nordinsel ist also vorüber, Südinsel wir kommen!

Ansonsten ist das Reisen in Neuseeland für uns wirklich sehr entspannend. Das eigene Bett immer dabei und unser Bombero läuft und läuft. Abends sitzen wir meistens gemütlich zusammen, trinken ein gutes Bierchen oder den wirklich leckeren neuseeländischen Weißwein und grillen. Das einzige Problem ist hier wirklich das Internet. Die Verbindung ist nicht immer ganz so einfach und wenn vorhanden wirklich teuer. Deshalb dauert´s im Moment auch ein bissl länger was unsere neuen Berichte und Fotos angeht….sorry! Aber natürlich denken wir weiterhin ganz oft an euch, wir haben euch nicht vergessen…!

Viele liebe Grüße vom anderen Ende der Welt,

Ela und Seb



Haere mai in Neuseeland!

12 02 2011

Jaja, wir haben uns sprachlich schon wieder gut angepasst seit wir hier sind! Vor allem aber haben wir schon einiges erlebt in den ersten Tagen, wir hatten kaum Zeit anzukommen!

Zum Glück sind die Zimmers ja grad auf der Welt verstreut und so hatten wir einen guten Empfang und wir sind schon am Flughafen abgeholt worden, vom Taxiservice Zombie! 😉

Für den weiteren Transport müssen wir allerdings wieder selbst sorgen und da uns ja das Bus fahren so beeindruckt hat in Südamerika stand für uns schnell fest wie wir uns in Neuseeland fortbewegen wollen – per Bussi! Aber diesmal bitte einen eigenen, mit Bett und Gepäckaufbewahrung… Wir haben schnell festgestellt dass zurzeit unendlich viele Vans angeboten werden, schließlich endet hier so langsam die Hauptsaison. Aber unter all diesen Bussis haben wir uns schon am ersten Tag nur in einen verliebt – Liebe auf den ersten Blick, denn es war der allererste Bus den wir gesehen haben! Und so kam es dass wir schon am 2. Tag in Neuseeland stolze Besitzer eines roten Flitzers waren, eines kleinen Feuerwehrautos, unserem Bombero (so heißt die Feuerwehr in Südamerika).

Unsere Verstärkung konnten wir dann schon selbst an den Flughafen abholen fahren, schließlich hatten die Armen ja ca. 30h Anreise aus Deutschland hinter sich. Aber sie haben es geschafft, die Gefährten Kathrin, Peter, Micky und Nadine sind gelandet!

Um dies gebührend zu feiern sind wir gleich am ersten „echten“ Tag in Auckland auf Waiheke-Island gefahren, mit dem Vorsatz dort viel Wein zu trinken (sollen sich ja alle wie daheim fühlen). Auch ohne Elbling für Nadine, ersten Sonnenbränden und einer spontanen sportlichen Höchstleistung im Insel-Wandern haben wir uns eingelebt und jetzt kann der Rest kommen!

So richtig gestartet wird also am Folgetag, mit den Mega-Campern für unsere Urlauber. Im Konvoi starten wir in Richtung Norden – Ziel wird Cape Reinga sein. Aber auf dem Weg kann man schon ein bisschen die unglaubliche Natur hier kennenlernen und von den kurvenreichen Straßen wird sich dann am Strand erholt. Ich muss schon sagen, so einen Strand haben wir in ganz Südamerika nicht gefunden! Aber seht selbst auf den Fotos!

Und weil Wochenende ist kommen auch noch Christina und Rebecca und so können wir alle zusammen auf das erste Highlight Neuseelands anstoßen: Peters Geburtstag!
Also hoch die Tassen bis wir geschimpft bekommen und Alles Gute zum 30. Peter!!

Cape Reinga – der nördlichste Punkt mit dem schönen Leuchtturm, begrüßt uns einen Tag drauf mit strahlendem Sonnenschein! Die Küsten nebenan liegen noch im Nebel und da wir noch vor dem Frühstück aufgebrochen sind, ist noch kein Tourbus hier angekommen! Vor 6 Jahren, als Seb schon mal hier gestanden hat (im Regen, ne Jochen?) war er noch über eine Sandstraße hergefahren und heute ist alles geteert, eine ganze Besichtigungs-Anlage ist hier entstanden. Aber zu dieser frühen Tageszeit ändert das nichts am Zauber dieses Ortes, wo die Seelen der Maori in den Himmel aufsteigen. Beeindruckend! 

Leider heißt Cape Reinga aber auch dass man den ganzen Weg wieder zurückfahren muss, zum Glück entschädigt die Landschaft mit vielseitigen Ausblicken für die lange Sitzerei. Mittlerweile hat sich sogar Ela schon hinters Steuer getraut im Linksverkehr und bei Seb hat nur einmal das Atmen ausgesetzt! 😉

Auf dem Rückweg geht’s vorbei am 90 Mile Beach und am nächsten Tag können wir noch die zwei größten Kauri-Bäume Neuseelands bewundern, den „Gott des Waldes“ und den „Vater des Waldes“. Beide sind über 6 Meter breit und soooo groß!

In der Nacht konnten wir uns nicht für einen Campingplatz entscheiden und sind schließlich im strömenden Regen und mehreren Versuchen einen Campingplatz zu finden auf irgendeinen Parkplatz gefahren und haben dort geschlafen. Am Morgen war dann die Überraschung perfekt als uns die Sonne mit einem strahlend blauem Himmel über einem See direkt vor unserem Parkplatz begrüßt hat! Niemand konnte das nachts sehen! Aber, man kann ja auch mal Glück haben! Auch mal öfters! 🙂

Mittlerweile sind wir schon am Lake Taupo angekommen und planen den zweiten Teil der Nordinsel-Tour. Eins steht schon mal fest-so kann’s weitergehen!

Viele Grüße von den Inselexplorern!!

Seb, Ela und ihre Gefährten



Hasta luego Südamerika!

1 02 2011

Das war´s also, der erste Drops ist gelutscht…naja zumindest der aus Südamerika. Jetzt erwartet vielleicht der ein oder die andere von euch ein Fazit bzw. einen Rückblick auf die letzten vier Monate? Was hat uns am besten gefallen, was weniger gut? Aber eigentlich haben wir euch in unseren Berichten alles erzählt und so viel bleibt da nicht mehr… 

Wir hatten eine tolle Zeit in Südamerika, natürlich auch mit Höhen und Tiefen, naja weniger Tiefen natürlich 😉  …fünf verschiedene Länder, viele verschiedene Kulturen, der Kontinent ist einfach unglaublich abwechslungsreich und vor allem eins, riesengroß! Einen kleinen Happen haben wir uns allerdings für den Schluss aufgehoben. Ein Thema was uns über die letzten vier Monate immer begleitet hat und wir an diesem Ort viel über Land und Leute erfahren haben…dreimal dürft ihr raten wo? Natürlich im Bus…!

Bus fahren…ist hier wirklich einmalig und in jedem Land anders! Da es die einzige wirkliche Möglichkeit ist sich hier fortzubewegen und wir viele, viele Stunden der letzen 4 Monate in Bussen verbracht haben, muss dieser Punkt unbedingt näher erläutert werden! Angefangen in Quito, Ecuador. Hier haben wir das Bussystem dieses Kontinents das erste Mal kennengelernt und erfahren, dass man keine Bushaltestellen braucht! Wo einer steht hält der Bus an und wo einer raus will natürlich auch. Man pfeift, schreit oder macht sich sonst irgendwie bemerkbar. Hier lernten wir auch die Verkäufer kennen, die es möglich machen im Bus einfach alles zu erwerben! Vor allem Obst, Eis und Getränke werden hier lauthals angepriesen, aber auch Kaugummis, Strümpfe oder Haushaltswaren. Die Überlandfahrten finden in gammeligen Bussen statt, aber die Strassen sehen bis auf die riesigen Schlaglöcher von der Größe einer Fahrbahn echt gut aus! Fahrten in kleinere Andendörfer gleichen allerdings einer Achterbahnfahrt (bloß nicht runterschauen!) und wir haben gesehen, dass auch ein Bus dort fahren kann, wo man bei uns höchstens zu Fuß weiterkommt! Dafür reicht das Verkaufsangebot hier aber auch bis hin zu frischen Empanadas oder Mote con Queso (gekochter weißer Maiskolben mit Käse). Und noch etwas haben wir hier erleben dürfen: Die schlechtesten Filme aller Zeiten! Denn ja, egal wie ein Bus aussieht, eins hat er mit Sicherheit – einen Fernseher! Und dann werden die grausamsten, gewaltsamsten und blutspritzigsten Filme überhaupt gezeigt, bei Tag und Nacht! Ela hat diese Zeiten mit Augenklappe und I-Pod versucht zu überstehen, was durch die unglaubliche Lautstärke wirklich nicht immer einfach war!

In Peru haben wir die Touri-Luxus-Busse kennengelernt, die es auch in Argentinien und Chile gibt. In einem Semi-Cama-Bus (cama=Bett) kann man sich gemütlich zurücklegen und mal locker eine Nacht verbringen, ein Cama-Bus hat nur 3 statt 4 Sitzreihen, dadurch breite Sitze und diese meist aus Leder in denen man sich weit zurücklehnen kann, und der Hauptpreis ist ein Suite-Bus, in dem man das Rückenteil waagerecht legen kann (hatten wir nur einmal, weil wir umgebucht wurden). Der Service reicht von Keksen und Wasser über volles Abendessen bis hin zum Whiskey an Bord, todo es possible mal wieder!

In Bolivien kamen dann zu den üblichen Verkäufern in den Bussen auch noch die Langzeit-Schwätzer hinzu. Diese netten Herren begannen immer mit „Meine Damen und Herren, darf ich für 5 min um Ihre Aufmerksamkeit bitten“ und daraus wurde dann eine Stunde oder so. Meist geht es um die Gesundheit und man kann Wundermittelchen erwerben wie Cremes und Tabletten usw…

Außerdem hatte Bolivien natürlich die einmaligsten Busse, die bemerkenswertesten Straßen (mit Ecuador), die vollsten Busse und die verrücktesten Fahrgäste (Tiere usw…). Die Filme gehen gar nicht und an jedem Bus rappelt irgendwas! Natürlich  gibt es hier überhaupt keine Cama-Busse und wenn man angeblich einen Semi-Cama-Platz erhalten soll, kann man drauf gehen dass man die Nacht in einem stinknormalen Bus verbringen wird, mit weit mehr Fahrgästen als zugelassen!

In Argentinien und Chile gibt es nicht Besonderes zu berichten, die Busse sind erste Klasse und leider auch um vieles teurer als in den anderen Ländern. Dafür hat man hier weniger Angst beklaut zu werden während man schläft! Bus fahren in Südamerika ist ein tolles Erlebnis, hier können wir uns zu Hause wirklich eine Scheibe abschneiden.

Seit gestern morgen hat also nun unser neues Abenteuer angefangen, Neuseeland. Acht Wochen wollen wir durch das Land der Kiwis reisen und bekommen sogar Verstärkung aus der Heimat. Christina ist ja bereits hier und morgen kommen dann noch Kathrin, Nadine, Peter und Micky dazu. Wir freuen uns wirklich wie Schnitzel auf den Besuch aus der Heimat und werden gemeinsam das andere Ende der Welt unsicher machen. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte… 🙂

Lg aus Auckland,

Ela und Seb