Von einsamen Küsten und bunten Gewässern

15 05 2011

Die Westküste Australiens ist vor allem eines: unbewohnt! Darum gibt es hier auch viel weniger Touristen als sonst wo, aber eben auch viel weniger Transportmöglichkeiten. Was also erst mal wie ein schöner Vorteil aussieht wird schnell zum echten Nachteil für uns. Da wir unseren Jeep brav zurückgegeben haben, müssen wir nun sonst wie weiter kommen, und da Broome nun mal weit (sehr weit) weg von jeder anderen Stadt liegt, bezahlt man hier schon alleine für die Möglichkeit einen Camper zu mieten ca 500 EUR, ohne einen Tag damit gefahren zu sein! Damit fällt selbstfahren schon mal flach, aber es gibt ja immer noch den Langstreckenbus Greyhound. Wir kaufen gleich ein Ticket bis runter nach Perth und können auf dem Weg aussteigen wo wir wollen. Da kommt auch schon der nächste Nachteil. Natürlich bleibt der Bus auf der Hauptstraße und will man in verschiedene Nationalparks, schöne Buchten oder Orte an der Küste fahren, so muss man einen Shuttle bezahlen, der das Ganze wieder zur teuren Angelegenheit macht… Aber soll man schimpfen? Wir wollten ja an die Küste “wo jeder seinen eigenen Strand haben kann“.

Wir müssen also unsere Ziele eingrenzen, und das Hauptziel an der Westküste hieß nun mal Schnorcheln und Tauchen. Das kann man wunderbar in Coral Bay hat man uns gesagt, denn hier erwartet uns der erste echte Vorteil der Westküste: Das Ningaloo Reef! Jaja, jetzt hör ich schon die ersten Stimmen von wegen “gibt´s da noch ein Riff außer dem Great Barrier Reef?“ Ja, gibt es! Genau auf der anderen Seite des Kontinents, gegenüber dem bekannten großen Bruder winzig klein, aber für einen deutschen Seetaucher riiiiiesengroß!!! 😀

Der Ort Coral Bay besteht eigentlich nur aus Campingplatz und Unterkünften für Touristen, aber was braucht man mehr wenn das Riff vom Strand aus zu erreichen ist? Nachdem wir die Unterwasserwelt vor der Haustür ein wenig kennengelernt haben geht es per Boot auf die Suche nach schönen Tauchplätzen und den Höhepunkten der Küste: Manta Rochen und Walhaie!

Das Taucherherz schlägt schon beim ersten Tauchgang höher, aber auch die Schnorchler kommen hier auf ihre Kosten! Eigentlich haben wir ja nur für das Schwimmen mit Manta Rochen bezahlt, die per Flugzeug aus der Luft gesichtet werden, das dann unser Boot zur richtigen Stelle manövriert. Sie stören sich absolut nicht an den Menschen an der Wasseroberfläche und schlagen sanft ihre Saltos im Wasser unter uns. Vorm zweiten Tauchgang wird’s dann plötzlich hektisch auf dem kleinen Boot. Obwohl normalerweise nur im Außenriff anzutreffen, gleitet unter unserem Boot ein Walhai durch das Wasser! Schnell stürzen alle auf Masken und Schnorchel, aber leider nur um kurz darauf zurückgepfiffen zu werden – wir dürfen nicht ins Wasser. Nur wenige Boote haben die Lizenz Touristen ins Wasser zu dem größten Fisch der Welt zu lassen, und wir sind nicht auf einem solchen Boot. Aber immerhin, wir können ihm noch lange zusehen und die echte Walhai-Tour mit Lizenz-Boot kostet auch immerhin fast 160 EUR mehr! 😉

Das war unser I-Tüpfelchen an einem Tag voller Fische, Schildkröten und einer Menge Korallen!

Mit dem Wissen dieses Tages wird noch einen weiteren Tag geschnorchelt, denn da die bunte Welt von Arielle schon im seichten Wasser beginnt, steht sie der weiter draußen im Meer kaum in etwas nach. Man sollte nur auf seine Füße aufpassen um den sensiblen Korallen bloß keinen Schaden zuzufügen, denn die wachsen leider nicht so schnell wie die Blumen über Wasser…

Viel zu schnell trennen wir uns wieder von diesem Fleckchen Erde um 12 Stunden südlich einen weiteren Stopp zu machen, diesmal um eine Wüstenlandschaft zu besichtigen. Die Pinnacles sind Sandsteinformationen, die sich unter den riesigen weißen Sanddünen dieses Küstenabschnitts gebildet haben. Da wir kein Auto haben nehmen wir an einer Tour teil, die uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Landschaft ist einzigartig keine Frage, aber eben so speziell ist auch unser Guide, ein Nationalpark-Ranger aD der uns einen Schenkelklopfer nach dem Anderen um die Ohren haut. Durch die Lautsprecher im Mini-Bus dröhnt vor allem sein röchelnder Raucherlungen-Atem und nachdem er uns keinen qualitativ hochwertigen Sonnenuntergang garantieren kann, bekommen wir immerhin eine Geld-zurück-Garantie falls der Sonnenuntergang ganz ausfällt! So geht es drei Stunden und wir können nicht sagen was an diesem Abend faszinierender war… 😉

Das war dann auch unser letzter Stopp an der Küste vor der großen Stadt und wir freuen uns ehrlich wieder über ein wenig Großstadttluft nach soviel Landmasse! Noch einmal wird unsere Geduld auf die Probe gestellt, denn zum dritten Mal an dieser Küste warten wir mehr als 3 Stunden auf unseren Bus! Aber was solls, die Stadt läuft ja nicht weg – Perth wir kommen!!! 😀

Rollende Grüße aus dem Reisebus!

Seb und Ela



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3 Antworten zu “Von einsamen Küsten und bunten Gewässern”

  • kerstin sagt:

    Hallo ihr Lieben!

    Oh mann, die Bilder lassen Fernweh aufkommen! Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß beim Erkunden der Landschaft:-)

    GLG aus der Heimat!

  • Christina sagt:

    Wow ihr habt einen Walhai aus dem Boot gesehen, das ist ja echt mal nicht an der Tagesordnung!! Ach die Bilder lassen mich ja ganz melachonisch werden 😉 Vor allem weil viele Leute sagen dass das Ningaloo Reef zwar viel kleiner aber sogar noch schöner als das Great Barrier Reef ist und ich kann es nur bestätigen, hab im Great Barrier Reef keine Schildkröte und auch keinen Mantarochen gesehen!! 🙂 Viel Spass noch!!!

  • Frau Struppsi sagt:

    Walhai und Manta ohne mich?

    Was sagt man dazu?

    Komm Du mir heim Fräulein …

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