Goooood mooooorning Vietnam!
17 07 2011So oder so ähnlich grüßt man sich doch hier, oder?
Wir müssen schnell feststellen, dass dem schon lange nicht mehr so ist. Die Amerikaner haben das Land ja auch bereits vor über 30 Jahren verlassen. Wo können wir also am besten einen ersten Eindruck vom 1975 wiedervereinigten Vietnam erhalten? Natürlich in der Hauptstadt, Hanoi. Wir entdecken die zweitgrößte Stadt Vietnams zu Fuß, obwohl uns das bei 36 Grad und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 800%!!! wirklich nicht leicht fällt.
Was einem in Hanoi zuerst auffällt, ist das „Geknatter“ von unzähligen Mopeds die durch die Altstadt brettern. Für uns als Fußgänger nicht immer eine einfache Aufgabe und es erscheint uns eine Kunst zu sein, sicher die andere Straßenseite zu erreichen. Aber wir leben ja noch… 🙂
In der Altstadt blitzt hier und da noch die alte französische Kolonialmacht auf und das sieht man eben auch den Gebäuden an, die der Stadt einen gewissen Charme verleihen. Außerdem brutzelt es wieder an jeder Ecke und in den kleinen Straßencafes wird einem frischer Lemontee serviert inklusive kleiner Sonnenblumenkerne zum knabbern. Lustig finden wir auch das Mobiliar der kleinen Eckkneipen, denn wir sitzen auf Kinderstühlen und der Tisch würde ebenfalls in jedes Puppenhaus passen.
Wir bleiben bei den Puppen und besuchen das berühmte Wasserpuppentheater mitten in der Altstadt. Dieses Theater hat eine jahrtausendelange Tradition in Griechenland…äähh Vietnam und der Name ist eigentlich Programm – Puppen die auf Wasser Theater spielen. Mehr ist dazu eigentlich auch nicht zu sagen und wir hoffen, dass die vietnamesische Kultur noch etwas mehr zu bieten hat… 😉
Knappe 170 km oder vier! Busstunden entfernt liegt die weltberühmte Halong-Bucht. Hier ragen über 3000 kleine Inselchen aus dem Wasser und die Bucht gehört nicht umsonst zum Unesco-Weltkulturerbe. Wir schippern drei Tage durch diese wirklich einmalig schöne Landschaft inklusive Übernachtung und „Captainsdinner“ an Bord. Irgendwer scheint aber am ersten Abend seinen Teller nicht leer gemacht zu haben, denn die folgenden Tage waren leider sehr verregnet und die Aussicht von Deck dementsprechend auch etwas getrübt. Unsere Tourorganisation hatte sich dem Wetter angepasst und so war unser Ausflug ein wenig enttäuschend. Das ändert allerdings nichts an dieser wirklich tollen Gegend, die bei keinem Vietnambesuch fehlen sollte.
Weiter geht die gute Fahrt und dieses Mal geht es hoch hinaus. Weil es uns ja in Thailand im Nachtzug so gut gefallen hat, nutzen wir auch hier diese Transportmöglichkeit und fahren in die Reiskammer Vietnams, nach Sa Pa. Dieser Ort liegt in den Bergen im hohen Norden direkt an der Grenze zu China und ist bekannt für schöne Wanderwege und was noch viel wichtiger ist, ein angenehmes Klima! 🙂
Auf unserer Wandertour lernen wir viel über das Leben der Bergvölker in dieser Region und genießen die tollen Ausblicke auf Berge und Reisfelder. Genau so stellen wir uns Vietnam vor! Wir übernachten bei einer Familie in einem kleinen Dorf auf halber Strecke und nach unserem bisher besten Abendessen in Vietnam gibt’s als Verdäuerli das ein oder andere Glas Reiswein. Er schmeckt zwar nicht schlecht, aber ein guter Willi oder Mirabell bleibt dann doch unser Favorit! Nach dem Essen erzählt uns Lee, unsere Wanderführerin, wie sie und ihre Familie in ihrem kleinen Dorf so leben und so mancher Umstand gibt uns dann doch wieder zu denken… 🙁
Trotzdem hatten wir zwei tolle Tage und sind nun der Meinung, dass wir jetzt in Vietnam angekommen sind. Heute Abend geht es weiter in die alte Hauptstadt Hue, dieses Mal mit dem Nachtbus.
Viele Grüße aus dem Norden Vietnams,
Rebecca, Ela, Jochen und Seb
Kategorien : Vietnam