Haere ra Aotearoa

31 03 2011

Ja, schon wieder ist es an der Zeit sich zu verabschieden, leider! Aber da im „Land der langen weißen Wolke“ auch so langsam der Winter Einzug hält zieht es uns zum nächsten Sommer…

Erst einmal genießen wir jedoch noch gemütliche Spätsommertage in Auckland, der „City of sails“. Wir ziehen wieder um ins Bamber House Hostel, da die arme Christina ja noch fleißig am Arbeiten ist und einen ruhigen Schlaf verdient. So können wir noch im großen Garten ein paar Sonnenstrahlen genießen und sind durch gute Busverbindungen flexibler, was sehr wichtig ist ohne den guten Bombero. Da das Hostel einem vorkommt wie ein stilvolles Herrenhaus aus dem alten England, gleichzeitig aber voll Leben steckt, bestehen unsere nächsten Tage zu großen Teilen aus ganz gewöhnlichen Sachen wie Lesen, Kochen & Grillen, auf der großen Couch entspannen und manchmal sogar Fernsehen. 😉 Das Wetter trägt auch bald seinen Teil dazu bei und macht die Zeit zu herbstlich-regnerischen Couchtagen…

Aber so einfach geben wir den Sommer noch nicht auf! Am Wochenende nutzen wir mit Christina und Rebecca die Gelegenheit und fahren in Beccsches Flitzer nach Coromandel, einer spektakulär grünen Halbinsel nord-östlich von Auckland. Dort erkunden wir noch im strahlenden Sonnenschein die Cathedral Cove und campen kurzerhand auf einem Parkplatz gleich am Strand. Seb und ich bekommen das Zelt und die anderen beiden die Autositze, so geht’s eben auch ohne Campingplatz! Am nächsten Tag werden wir zu echten Maulwürfen,  am Hot Water Beach darf sich nämlich jeder seinen eigenen Spa-Pool graben, weil stellenweise heißes Wasser aus dem Meeresboden hochsteigt! Wie heiß das werden kann, sieht man an unseren wilden Sprüngen über den Sand, denn wer zu tief buddelt hat sich schnell mal die Füße verbrüht! Wir schaffen es zumindest noch halb im heißen Wasser einzutauchen, aber der eigentliche Spaß bleibt doch das Graben und Matschen im Sand mit all den anderen Touris. Der wärmste Sandkasten der Welt! 😀

Aber so grundsätzlich hat Auckland ja die gute Eigenschaft dass man für Strände gar nicht so weit fahren muss. Also erkunden wir zwischendurch auch noch den Stadtstrand Mission-Bay und den super Surfer-Strand mit Riesenwellen in Piha. Zum Schwimmen reichts leider nicht mehr, da fehlt dann doch die Heißwasserquelle aus Coromandel…

Auckland selbst erkunden wir nach und nach ebenfalls mit unseren beiden NZ-Führerinnen. Ob shoppen in Newmarket, Käffchen in Parnell oder spazieren in Ponsenby, Mt. Eden und im City-Center, so langsam bekommen wir ein Bild der Stadt. Unsere Reisekasse wollen wir Abends im Casino aufbessern, vielleicht klappts ja diesmal. Aber die Einzige die hier abräumt ist Christina, die sowohl am Black Jack als auch am Spielautomaten ein glückliches Händchen hat! Ein genialer Abend, auch wenn unser winziger Gewinn ebenfalls nur Christinas Karten zu verdanken war. 😉 Trotzdem wurde die Reisekasse insgesamt weniger strapaziert als erwartet, was natürlich vor allem am Verkaufsgewinn unseres Bomberos gelegen hat! So ist Neuseeland durchschnittlich günstiger ausgefallen als Argentinien, das ist dann doch noch eine Überraschung!

So gehen also auch die letzten Tage zu Ende und bald heißt es wieder ganz alleine suchen, planen und buchen, diesmal in Australien. Neuseeland war für uns so anders als der erste Teil der Reise und hat sich trotz der großen Entfernung doch sehr vertraut angefühlt. Das lag natürlich auch an unseren vielen Reisegefährten aus der Heimat in den letzten Wochen, da konnte fast kein Heimweh aufkommen!

Inzwischen sind wir bereits in Australien angekommen, Sydney liegt ja auch nur gute drei Flugstunden von Neuseeland entfernt. Wir werden die größte Stadt Australiens in den nächsten Tagen erkunden und euch wie immer fleißig berichten, versprochen!!!

Viele Grüße,

Ela und Seb



Spannung, Spiel und Schokolade!?!

21 03 2011

Ja, Neuseeland ist für uns ein echtes Überraschungsei, soviel steht schon mal fest!

Spannend war es ja schon beim Erdbeben in Christchurch, aber leider ist das nicht die einzige Spannung geblieben… Wieder in Blenheim angekommen hat uns gleich die nächste Unglücksnachricht aus der Welt erreicht. Auf einem schönen Campingplatz gleich am Strand gelegen wollten wir die Nacht verbringen, als neben uns eine Gruppe von Franzosen ihre frisch gefangenen Muscheln zubereitete. Plötzlich machen sie das Radio laut und alles was wir verstehen ist irgendwas mit Erdbeben in Japan und Tsunamiwarnung für den gesamten Pazifik. Kurz drauf stehen wir auch schon im Schlafanzug vorm Bus und lauschen mit den Franzosen dem Radio. Wir fragen uns was eigentlich los ist mit der Welt und bald darauf entscheiden wir beide uns die Nacht zumindest nicht gleich am Strand zu verbringen. Die Warnung wird zwar für Neuseeland zurückgezogen, aber zumindest ich mache heute Nacht am Wasser kein Auge zu… Die Wellen die Neuseeland erreichen sind schließlich winzig, zum Glück. Sogar unsere Fähre legt ganz normal in Picton ab als wäre nichts gewesen und bei ruhiger See tuckern wir zurück auf die Nordinsel. Nur die schlimmen Bilder in den Zeitungen bleiben…

Zum Glück gibt’s aber auch noch fröhliches Spiel und Spannung! Zum Beispiel ein paar Tage zuvor in Kaikoura, der ehemaligen Walfängerstadt der Südinsel. Noch heute ist die Stadt bekannt für die Wale und Delphine die hier vor der Küste zuhause sind, jetzt leben sie allerdings ruhiger als noch vor einigen Jahrzehnten! Zu viel Ruhe scheint aber zumindest den Delphinen nicht zu bekommen, so kommt es mir vor als ich auf einer Tour mit den flinken Kerlchen Schnorcheln darf. Nicht lange braucht das Boot bis die ersten Delphine auftauchen und wilde Sprünge in den Wellen des Bootes vollführen. So viel Lebensfreude auf einmal sieht man selten, und dank der strengen Regeln des Department of Conservation in Neuseeland machen sie das ganz ohne Dressur, Fütterung oder ähnliches. Warum Delphine überhaupt solche `Kunststücke` machen scheint auch nicht so ganz klar, aber die Erklärung unseres Guides ist doch die schönste: Eben weil sie es können! Also schwimmen und springen sie um uns im Wasser herum, umkreisen die Schnorchler und scheinen sich köstlich zu amüsieren wenn keiner der Menschen es schafft so schnell zu schwimmen wie sie, Angeber! 😉

Aber auch Seb kommt auf seine Kosten zum Thema Spiel! Wenig später, auf der Nordinsel in Wellington angekommen, besuchen wir ein echtes Männerspiel: Rugby! Manchmal fragt man sich (als Frau) wo der Sinn steckt in diesen Männer-Haufen die sich immer wieder auf dem Feld bilden, aber das Publikum um uns herum ist wirklich Feuer und Flamme und reicht von den Allerkleinsten bis zu deren Urgroßeltern, so scheint es! Wir nutzen demnächst allerdings eine neue Rechtschreibung für diesen Sport! Denn die gelb-schwarz gekleideten, teils angetrunkenen Fans der Wellington Hurricanes machen das Stadium zu einen brummenden Bienenstock! Rack-bee ist also unser neuer Lieblingssport! (Nachdem Gladbach ja jetzt abgestiegen ist…oh armer Seb!).

Aber apropos Seb, das Überraschungsei Neuseeland hat natürlich auch Schokolade zu bieten, zu Sebs großer Freude! Wie auch schon unsere Besucher feststellen konnten gibt es hier die fast leckersten Schokokekse der Welt: Tim Tams! Ich gehe davon aus daß der Duty-free Bereich am Flughafen Christchurch mittlerweile das Kontingent aufgestockt hat, nachdem er zweimal sicher nahezu ausverkauft war, als unsere ehemaligen Gefährten heimgeflogen sind! 🙂

Auf unserem Weg zurück nach Auckland besuchen wir noch Napier, die Art-Deco Stadt Neuseelands. Dieser Architekturstil spiegelt sich hier in so gut wie jedem Gebäude wieder und gibt der Stadt ein Flair von den goldenen Zwanzigern. Man möchte den Oldtimer rausholen, sich in ein Charleston-Kostüm werfen und durch die schicken Straßen flanieren! Dieses Städtchen ist einen Besuch wert!

Und auch das Thema Wein hat Überraschungen für uns bereitgehalten! Im Gebiet Marlborough waren wir teils weniger begeisert beim letzen Mal, aber diesmal haben wir etwas gefunden, was hier unsere Geschmacksnerven überzeugt hat- der Marlborouh Sauvignon Blanc! Hätten wir nicht gedacht! Und noch eine Überraschung zum Thema Wein haben wir erlebt, aber die könnt ihr nur in den Fotos finden! 🙂

Nachdem wir jetzt also unsere Runde über die beiden Inseln so gut wie hinter uns haben, können wir sagen dass Neuseeland mehr bietet als nur drei Dinge auf einmal!

Aber so ganz fertig sind wir ja noch nicht! In Auckland heißt es erst mal unseren heißgeliebten Bombero zu verkaufen. Und auch hier sind wir mehr als überrascht dass wir schon nach 1 Stunde nach der Anzeige im Internet einen Anruf eines französischen Pärchens erhalten, die an unserem Auto interessiert sind. Der netten Anne sehe ich schon an dass es ihr nicht anders geht als mir bei unserem Bus und wir sind froh dass unser Glücksgriff die nächsten Monate mit dem lustigen Paar verbringen wird! Wir haben also den Rekord aufgestellt unser Auto an einem Tag gekauft und ebenfalls an einem Tag wieder verkauft zu haben! So kann es weitergehen! 😉

In den nächsten Tagen genießen wir nun die Gastfreundschaft von Christina und ihren Mitbewohnern und sind gespannt welche Überraschungen Neuseeland zum Schluss noch zu bieten hat!

Liebe Grüße aus Auckland,

Seb und Ela



Awesome!!!

11 03 2011

Jaja, wir wissen´s ja, der letzte Bericht ist schon wieder eine Weile her. Aber wir gehen einfach davon aus, dass von euch in den letzten närrischen Tagen eh keiner in der Verfassung war einen Bericht zu lesen, oder? In diesem Sinne nochmals ein letztes Hei-Her, Do-Her, Schoden Hau-Rein, Tälchen Helau und Wincher Wei-Rün oder so ähnlich…wir hoffen ihr hattet ein paar tolle Tage und habt ordentlich gefeiert? Wir wären wirklich gerne dabei gewesen aber so bleibt uns zumindest der Kater am Aschermittwoch erspart… 😉

Bei uns war selbstverständlich auch einiges los…und wir müssen schon sagen, dass die Reiseberichte aus Neuseeland deutlich schwieriger zu schreiben sind als aus Südamerika. Da unser Bombero weiter fleißig Kilometer schrubbt, erleben wir fast täglich Neues. Egal ob Rafting in Queenstown, Wandern im Fjordland oder im Kajak durch den Milford Sound, es ist wirklich beeindruckend wie vielfältig und abwechslungsreich dieses Land doch ist. Leider ist es mit dem Wetter genauso und so erleben wir auf der Südinsel quasi „Aprilwetter“ im Sommer. Zum Raften und Wandern scheint die Sonne, im Milford Sound regnet es über Stunden in Strömen. Aber wie hat Peter so schön gesagt…“ist es draußen kalt und nass, macht es auch im Kajak Spaß“…fünf Euro ins Phrasenschwein bitte! 🙂

Nach so viel Abenteuer war aber dann mal wieder Abschied nehmen angesagt denn auch für Kathrin und Peter stand die Heimreise bald an. Wir hatten in unserem Konvoi durch Neuseeland wirklich fünf tolle Wochen und hoffen, dass ihr vier genauso viel Spaß hattet wie wir? Schöne Grüße nach Emmel und ins Ü-Land…wir sehen uns im Herbst!!!

Für uns ging´s weiter in Richtung Dunedin, quasi ein bissl Schottland in Neuseeland. Weiter südlich geht´s an die Catlins Coast. Hier gibt´s eine raue Landschaft die uns irgendwie  an Irland erinnert. Highlight sind allerdings die Bewohner, Seelöwen und Gelbaugenpinguine sind nämlich hier zu Hause. Ela war natürlich begeistert, die kleinen Pinguine sind ja so süß!!!

Weiter geht´s, der Berg ruft! In unserem Fall nicht irgendeiner sondern der höchste Neuseelands, Mount Cook. Wir wandern bei wieder bestem Wetter zwei Tage rund um den Gipfel und sind von der Landschaft und den Aussichten begeistert, ok ich (Seb) natürlich etwas mehr als Ela. Allerdings sind die Temperaturen in der Nacht auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, die 0° Grad Grenze rückt doch bedrohlich näher…so geht die Reise also nach zwei Tagen weiter in Richtung Norden und in wärme Regionen. Zwischendurch muss natürlich auch mal wieder ein guter Tropfen probiert werden. In der Nähe von Queenstown hatten wir die Möglichkeit dazu, im Weinanbaugebiet Central Otago. Hier wird zwar erst seit ca. 25 Jahren Wein angebaut, aber nach einigen Proben ist die Region für uns ein echter Geheimtipp! Nicht nur Grau- und Spätburgunder, selbst der Riesling ist wirklich lecker. Vielleicht liegt´s daran, dass das Klima dort unserem an der Saar doch sehr nahe kommt.

Bei soviel Erzählungen über die Landschaft Neuseelands, soll eine Sache aber nicht zu kurz kommen, der Kiwi an sich. Dass der Neuseeländer ja einen kleinen an der Klatsche hat, haben wir ja bereits erzählt aber was uns hier an Freundlichkeit und Offenheit entgegengebracht wird, ist wirklich unglaublich. Stehen wir an einer Ecke und grübeln über dem Stadtplan, dauert´s nur ein paar Sekunden und Hilfe naht, ein kurzes nettes Gespräch im Supermarkt oder in der Bank beim Geldwechsel, kein Problem. Selbst während einer Polizeikontrolle (Routinekontrolle natürlich!!!) sind wir überrascht wie einfach und unkompliziert alles sein kann wenn man einfach nur nett ist. Alles ist awesome (großartig) oder excellent, sei es das Essen, das kühle Bier zum Feierabend oder einfach nur das wir aus Deutschland sind…einfach awesome eben!!!

Ach so, ein bissl Südamerika haben wir dann doch noch hier. Das Erdbeben vor ca. zwei Wochen in Christchurch hat uns einen ziemlichen Schreck eingejagt und wir hoffen und drücken die Daumen das sich die Stadt in den nächsten Wochen und Monaten von diesem erneuten Schock erholt, das letzte Erdbeben ist ja erst fünf Monate her… 

Eigentlich war geplant die letzten beiden Wochen in Christchurch zu verbringen, den Bus zu verkaufen und nach Möglichkeit noch ein wenig die Reisekasse aufzupäppeln…naja, die Stadt scheint zurzeit nicht der richtige Ort dafür zu sein, deshalb geht´s also wieder zurück nach Auckland. Hier können wir evtl. auch im Hostel von Christina für ein wenig Hilfe bei der Hausarbeit eine gute Woche umsonst wohnen. Wäre natürlich sehr praktisch… 

Also macht´s gut und lasst von euch hören,

Ela und Seb



Weltreise oder doch Urlaub???

1 03 2011

…Südinsel hört sich jawohl nach Urlaub an! Denn das sparsame und spannende Reisen aus Südamerika ist hier ein bisserl in Vergessenheit geraten mit unseren Begleiturlaubern… Und natürlich auch die Zeit, denn Neuseeland fühlt sich gerade wirklich wie Urlaub und weniger wie Weltreisen an. Deshalb kommt dieser Bericht eben auch später – er hat sich ebenfalls Zeit gelassen! 😉

Unsere Tour über die Südinsel starten wir also wie gesagt von Picton aus. Um sich erst mal zu akklimatisieren gehen wir wieder mal ein paar Weingüter besuchen, das hat ja bei Auckland auch schon sehr gut funktioniert! Bei Blenheim gibt es unzählige Winzerbetriebe und fast alle schenken täglich Weinproben aus, und das auch noch umsonst!! Natürlich sind wir aber artig und nehmen fast immer zum abendlichen Grillen eine Flasche mit… Die Auswahl erinnert teils an die Mosel, Grau- oder Spätburgunder und sogar Riesling sind immer dabei. Außerdem Sauvignon Blanc, Chardonnay, Gewürztraminer und verschiedene rote Sorten! Leider müssen wir schnell feststellen dass der Riesling hier ganz anders schmeckt als bei uns. Oft ist er unglaublich trocken und sehr säurebetont. Überhaupt werden hier fast nur ausgesprochen trockene Essensbegleiter angeboten und wir entscheiden uns meist für einen frischen Grauburgunder, der riecht nämlich fast wie daheim! Natürlich finden wir dennoch genug wohlschmeckenden Wein für alle und nun kann die Arbeit ja losgehen!

Mit Arbeit meine ich unsere erste mehrtägige Wanderung im Abel Tasman Nationalpark, aber auch hier müssen wir ja erst mal hinkurven. Denn 100 km Autofahrt in Neuseeland ist kaum zu vergleichen mit 100 km Autobahn in Deutschland! Kurve hier, Serpentinen dort, rauf und runter und fast überall mindestens eine Baustelle. So geht es also über Nelson und eine kleine Shoppingattacke an die Tasman Bay. Auf dem Weg halten wir noch in Kaiteriteri am Strand und dann geht’s nach Marahau, dem Ausgangspunkt unserer Tour.

Am nächsten Morgen startet um 9 Uhr das Wassertaxi, und alleine der Transport ist schon genug Grund für einen Besuch des Nationalparks! Das Boot legt nämlich nicht im Wasser an, wie Boote das normalerweise so an sich haben, nein, diese Wassertaxis parken auf einem Anhänger hinter einem bunt lackiertem Traktor, der komplett mit Schiff und Passagieren erst über die Strasse und dann ins Wasser fährt! Tiefer im Wasser angekommen geht’s dann allerdings doch ohne Traktor weiter… 😉 Vorbei geht’s mit Tempo an einer Seelöwenkolonie bis nach Totaranui, einer Bucht ebenso golden und ruhig wie alle kommenden Buchten auf dieser Tour. Drei Tage Küstenwanderung mit Sonne, Strand und Meer, aber auch Sandflies und Moskitos. Wir übernachten im Zelt und auch wenn die Meinungen der Gruppe über Camping evtl auseinander gehen, sind wir uns einig dass sich ein Besuch im Abel Tasman lohnt, per Boot oder per Pedes. 😉

Die Bilder der Buchten sollten da für sich sprechen… 🙂

Nach diesen sportlichen Tagen heißt es dann erst mal so richtig schlemmen im feinen Restaurant und sich gebührend von Nadine und Micky verabschieden! Denn die beiden sind in den nächsten Tagen flotter unterwegs als der Rest, Grund ist die baldige Heimreise. Wir hoffen, dass das Racing Team Weber/Rau noch einen schönen Resturlaub hatte?!!

Für uns vier verbliebene heißt es dann erst mal entspannen, einen ruhigen Tag gönnen wir uns noch hier bei schönem Wetter am Strand der Tasman Bay, bevor es weiter geht die raue Westküste und den kälteren Neuseeländischen Sommer zu entdecken…

Tags drauf geht’s also durch das Land Richtung Westküste. Nach einem langen Tag auf den beschriebenen neuseeländischen Straßen endet die Reise schließlich bei Punakaiki und den sogenannten Pancake-Rocks. Warum die Felsformation diesen Namen trägt solltet ihr auf den ersten Blick erkennen können! Die Küste ist wild und das Wetter scheint sich anzupassen. Keine Spur mehr von Süd(see)insel… 😉

Und es wird noch winterlicher, denn am nächsten Tag wagen wir uns noch weiter in den Süden und quasi ins Eis! Denn wir übernachten in Franz-Josef nahe beim gleichnahmigen Gletscher. Leider kann der nicht in voller Schönheit strahlen, weil all der Regen den Blick trübt. Dennoch wagen sich Kathrin und Peter einen Tag lang auf den Gletscher und als die beiden von ihrer Expedition zurückkehren sind wir uns sicher dass sie so schnell kein kaltes Wasser mehr sehen können, weder von oben noch als gefrorener Untergrund! Trotzdem fahren wir am nächsten Tag auch noch zum Fox-Glacier, aber diesmal sehen wir ihn uns alle nur aus sicherer aber dennoch regnerischer Position an. Seb ist jetzt voller Stolz bereit für seinen Eintrag ins Guiness-Buch weil er alle noch „wachsenden“ Gletscher der Welt live gesehen hat! 😉

So haben wir in kürzester Zeit sozusagen alle Jahreszeiten erlebt und hoffen dass nun wieder Frühling und Sommer kommen…

Bis zum nächsten Artikel lassen wir uns jetzt auch weniger Zeit – versprochen!

Bis dahin, viele liebe Grüße ins immer noch winterliche Deutschland!

Seb und Ela



Die Erde bebt…

22 02 2011

…bei uns ist aber alles ruhig!

Wir hoffen ihr habt euch noch keine allzu großen Sorgen gemacht! Wir sind zwar auf der Südinsel (Eintrag folgt) aber an der anderen Küste und das Beben in Christchurch haben wir nicht mitbekommen!

An alle die versucht haben sollten uns zu erreichen: Da unsere deutschen Nummern ausgelaufen sind haben wir hier eine Handy-Karte gekauft. Wenn wir Netz haben sind wir erreichbar unter 0064-220120425.

Unsere Reise kann wie geplant vortgesetzt werden!

Liebe Grüße aus Neuseeland! Seb und Ela



Ein heißes Pflaster…

19 02 2011

Die Nordinsel…unendliche Weiten…vom hohen Norden geht´s für uns wieder in Richtung Süden, weiter nördlich ging ja schließlich nicht mehr. Der Lake Taupo, das größte Binnengewässer Neuseelands war unser Zielort. Auf dem Weg dorthin wurde allerdings noch in Rotorua Halt gemacht. Die Erde brodelt, Geysire sprudeln und es stinkt manchmal fast unerträglich nach faulen Eiern. Hört sich doch nach einem netten Ort an, oder? Naja, faszinierend ist das schon was Mutter Erde so alles drauf hat und wir gönnen uns im Stadtpark ein nettes heißes Bad in einer der vielen heißen Quellen. Für einen längeren Aufenthalt scheint die Stadt, die auch viel über die Geschichte der Maoris zu erzählen hat aber nicht geeignet. Am bereits erwähnten Lake Taupo wird dann mal wieder ausgespannt, naja zumindest ein Teil unserer Truppe legt für zwei Tage die Beine hoch. Nadine und Micky ziehen es vor aus über 4.000 m aus einem Flugzeug zu springen…jeder eben wie er mag 😉

Ein breites, stundenlanges Dauergrinsen scheint die Folge zu sein…

Nach zwei Tagen Erholung packt uns dann wieder das Abenteuerfieber. Zum Glück liegt ca. 70 km vom See entfernt der Tongariro National Park. Auch hier gibt´s jede Menge Vulkane, dampfende Quellen, bunte Seen und leider auch den netten Geruch von Schwefel. An manchen Stellen scheint selbst unser Wanderweg mit Fußbodenheizung ausgestattet zu sein. Die Landschaft rund um den Mount Ruapehu, den höchsten Vulkan in diesem Park, ist wirklich einzigartig und beeindruckend. Einen kleinen Hobbit haben wir allerdings nicht gefunden… 🙂

Am nächsten Morgen soll die Reise wieder weitergehen und zwar nach Waitomo. Der Ort an sich mit seinen gut 40 Einwohnern könnte auch irgendwo auf dem Saargau liegen, sehenswert sind allerdings die vielen Höhlen die sich unter der Erde gebildet haben inklusive deren Bewohner, den Glühwürmchen. Da der Neuseeländer an sich ja einen an der Schüssel hat, geht´s dann natürlich nicht mit einer normalen Höhlenbesichtigung unter die Erde, nein, Black Water Rafting  muss dann schon drin sein, oder? Also ab in den Neoprenanzug, Helm auf, Stirnlampe an und auf geht´s! In manchen Höhlen wird´s dann schon mal recht eng und gerade für unseren Neudreißiger Peter mit seinen knapp zwei Metern Länge ist das nicht immer so einfach…nach knapp zwei Stunden „unter Tage“ im ca. 13 Grad „warmen“ Wasser sind wir dann auch wieder froh Tageslicht zu sehen. Abends wird wie so oft der Grill angeschmissen und der Tag bei einem kühlen Blonden ausklingen gelassen…Grillen im Februar ist eben doch eine feine Sache!!!

Der Folgetag ist eine Reisetag denn wir legen die Strecke von Waitomo bis nach Wellington (470 km bzw. 7 Stunden Fahrt) an einem Tag zurück. Wellington ist die Hauptstadt Neuseelands und liegt am südlichsten Zipfel der Nordinsel. Für einen kurzen Stadtbummel bleibt noch Zeit, für mehr allerdings nicht denn wir nehmen am nächsten Morgen die Fähre in Richtung Südinsel. In knapp 3 ½ Stunden geht´s über die Cook Strait durch die tolle Landschaft der Marlborough Sounds (wo wohnt eigentlich der Marlboro-Cowboy?) nach Picton. Das Abenteuer Nordinsel ist also vorüber, Südinsel wir kommen!

Ansonsten ist das Reisen in Neuseeland für uns wirklich sehr entspannend. Das eigene Bett immer dabei und unser Bombero läuft und läuft. Abends sitzen wir meistens gemütlich zusammen, trinken ein gutes Bierchen oder den wirklich leckeren neuseeländischen Weißwein und grillen. Das einzige Problem ist hier wirklich das Internet. Die Verbindung ist nicht immer ganz so einfach und wenn vorhanden wirklich teuer. Deshalb dauert´s im Moment auch ein bissl länger was unsere neuen Berichte und Fotos angeht….sorry! Aber natürlich denken wir weiterhin ganz oft an euch, wir haben euch nicht vergessen…!

Viele liebe Grüße vom anderen Ende der Welt,

Ela und Seb



Haere mai in Neuseeland!

12 02 2011

Jaja, wir haben uns sprachlich schon wieder gut angepasst seit wir hier sind! Vor allem aber haben wir schon einiges erlebt in den ersten Tagen, wir hatten kaum Zeit anzukommen!

Zum Glück sind die Zimmers ja grad auf der Welt verstreut und so hatten wir einen guten Empfang und wir sind schon am Flughafen abgeholt worden, vom Taxiservice Zombie! 😉

Für den weiteren Transport müssen wir allerdings wieder selbst sorgen und da uns ja das Bus fahren so beeindruckt hat in Südamerika stand für uns schnell fest wie wir uns in Neuseeland fortbewegen wollen – per Bussi! Aber diesmal bitte einen eigenen, mit Bett und Gepäckaufbewahrung… Wir haben schnell festgestellt dass zurzeit unendlich viele Vans angeboten werden, schließlich endet hier so langsam die Hauptsaison. Aber unter all diesen Bussis haben wir uns schon am ersten Tag nur in einen verliebt – Liebe auf den ersten Blick, denn es war der allererste Bus den wir gesehen haben! Und so kam es dass wir schon am 2. Tag in Neuseeland stolze Besitzer eines roten Flitzers waren, eines kleinen Feuerwehrautos, unserem Bombero (so heißt die Feuerwehr in Südamerika).

Unsere Verstärkung konnten wir dann schon selbst an den Flughafen abholen fahren, schließlich hatten die Armen ja ca. 30h Anreise aus Deutschland hinter sich. Aber sie haben es geschafft, die Gefährten Kathrin, Peter, Micky und Nadine sind gelandet!

Um dies gebührend zu feiern sind wir gleich am ersten „echten“ Tag in Auckland auf Waiheke-Island gefahren, mit dem Vorsatz dort viel Wein zu trinken (sollen sich ja alle wie daheim fühlen). Auch ohne Elbling für Nadine, ersten Sonnenbränden und einer spontanen sportlichen Höchstleistung im Insel-Wandern haben wir uns eingelebt und jetzt kann der Rest kommen!

So richtig gestartet wird also am Folgetag, mit den Mega-Campern für unsere Urlauber. Im Konvoi starten wir in Richtung Norden – Ziel wird Cape Reinga sein. Aber auf dem Weg kann man schon ein bisschen die unglaubliche Natur hier kennenlernen und von den kurvenreichen Straßen wird sich dann am Strand erholt. Ich muss schon sagen, so einen Strand haben wir in ganz Südamerika nicht gefunden! Aber seht selbst auf den Fotos!

Und weil Wochenende ist kommen auch noch Christina und Rebecca und so können wir alle zusammen auf das erste Highlight Neuseelands anstoßen: Peters Geburtstag!
Also hoch die Tassen bis wir geschimpft bekommen und Alles Gute zum 30. Peter!!

Cape Reinga – der nördlichste Punkt mit dem schönen Leuchtturm, begrüßt uns einen Tag drauf mit strahlendem Sonnenschein! Die Küsten nebenan liegen noch im Nebel und da wir noch vor dem Frühstück aufgebrochen sind, ist noch kein Tourbus hier angekommen! Vor 6 Jahren, als Seb schon mal hier gestanden hat (im Regen, ne Jochen?) war er noch über eine Sandstraße hergefahren und heute ist alles geteert, eine ganze Besichtigungs-Anlage ist hier entstanden. Aber zu dieser frühen Tageszeit ändert das nichts am Zauber dieses Ortes, wo die Seelen der Maori in den Himmel aufsteigen. Beeindruckend! 

Leider heißt Cape Reinga aber auch dass man den ganzen Weg wieder zurückfahren muss, zum Glück entschädigt die Landschaft mit vielseitigen Ausblicken für die lange Sitzerei. Mittlerweile hat sich sogar Ela schon hinters Steuer getraut im Linksverkehr und bei Seb hat nur einmal das Atmen ausgesetzt! 😉

Auf dem Rückweg geht’s vorbei am 90 Mile Beach und am nächsten Tag können wir noch die zwei größten Kauri-Bäume Neuseelands bewundern, den „Gott des Waldes“ und den „Vater des Waldes“. Beide sind über 6 Meter breit und soooo groß!

In der Nacht konnten wir uns nicht für einen Campingplatz entscheiden und sind schließlich im strömenden Regen und mehreren Versuchen einen Campingplatz zu finden auf irgendeinen Parkplatz gefahren und haben dort geschlafen. Am Morgen war dann die Überraschung perfekt als uns die Sonne mit einem strahlend blauem Himmel über einem See direkt vor unserem Parkplatz begrüßt hat! Niemand konnte das nachts sehen! Aber, man kann ja auch mal Glück haben! Auch mal öfters! 🙂

Mittlerweile sind wir schon am Lake Taupo angekommen und planen den zweiten Teil der Nordinsel-Tour. Eins steht schon mal fest-so kann’s weitergehen!

Viele Grüße von den Inselexplorern!!

Seb, Ela und ihre Gefährten